Bochetta di Forcola / Pedenolo, 12.09.2013

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Viele Biker kennen das. Man schaut über Jahre eine Tour an auf der Karte und irgendeinmal kann man sie dann fahren. Genau so war es mit der Tour über die Bochetta di Forcola und die Bochetta di Pedenolo. In den diesjährigen Herbstferien war es endlich soweit. Hier der Bericht:

Da wir die Kraft für die Trails einsetzten wollten, liessen wir uns von Bormio gemütlich aufs Stilfserjoch shutteln. Wir übernachteten zuvor im Miramontipark Hotel in Bormio und die Dame an der Rezeption bestellte uns das Taxi. So konnten wir direkt vor dem Hotel unsere Bikes aufladen und einsteigen.

Während der Fahrt nach obe bekamen wir bereits einen ersten Eindruck über die spektakuläre Passstrasse auf den Stelvio. Diese interessierte uns aber nur gering, wir waren schliesslich wegen den Trails dort.
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Auf der Passshöhe schneite es und die Temperaturen waren um den Gefrierpunkt. Ob das gut kommt heute?

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Also schnell ins erst beste Restaurant rein, wo wir uns für den weiteren Verlauf des Tages ein paar Sandwiches machen liessen und uns ein erstes Mal aufwärmten.

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In Richtung Westen war aber eine klare Besserung des Wetters ersichtlich und so fuhren wir nach der kurzen Pause los. Zum guten Glück gings als erstes zur Dreisprachenspitze rauf. Dieser Weg war nämlich so steil, dass wir schieben mussten. Dieser Umstand gab dann gleich mal ein bisschen warm.

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Oben angekommen blies der Wind noch heftiger. Also schnell ein Foto schiessen und sofort weiter. Auch hat der Schnee schon ganz ordentlich angesetzt. Wobei da doch zu erwähnen ist, dass wir uns da auf 2’843 m befanden. Da kann’s im September durchaus schon mal weiss sein.

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Der Trail war dann ebenfalls leicht schneebedeckt, dies war aber wider Erwarten überhaupt kein Problem.

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Der Schnee war sehr trocken und griffig.

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Und der dazu gehörende Trail allererste Sahne.

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Dieser Serpentinenweg, den wir da befahren durften, machte uns trotz Hudelwetter tierischen Spass!

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Der Pfad verläuft übrigens komplett auf schweizer Boden und endet auf dem Umbrailpass.

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Wie wir schon auf dem Stilfserjoch feststellten, wurde das Wetter nun wirklich besser. Nach dem Überqueren der Strasse auf dem Umbrailpass waren wir wieder in Italien. Als nächstes folgt nun der Singletrail zur Bochetta di Forcola. Dieser soll ja gemäss Internetrecherchen grösstenteils fahrbar sein.

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Ganz zu Beginn werden wir aber gleich mal mit einem Schiebestück begrüsst.

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Danach wird’s aber tatsächlich sehr flowig. Und obwohl das Meiste bergauf geht, bleiben wir fast immer im Sattel. Anstrengend sind solche Trails aber allemal. Da die Temperaturen aber immer noch sehr sehr frisch waren, kam uns dieser Bergauftrail gerade recht.

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Nur das Schlussstück ging dann erneut nur zu Fuss.

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Doch dieses war kaum der Rede wert und schon standen wir auf der Bochetta di Forcola auf 2’768 m. Es blies ein heftiger Wind, der natürlich saukalt war. Hunger hatten wir aber auch, also schnell hinter die Mauern aus der Kriegszeit, welche uns super vor dem Wind schützten.

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Unschwer zu erkennen, ist auch hier der Schnee ein wenig liegen geblieben. Beunruhigen konnte uns dies aber nicht.

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Denn der weitere Verlauf der Tour (Bild unten) sah ziemlich machbar aus.

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So gings nach der Pause weiter. Nach dem alten Gebäude, welches gleich unterhalb der Forcola ist, hat man zwei Möglichkeiten. Entweder man geht rechts runter bis zum Punkt 2’622 um dann auf der Strasse (via Punkt 2’665) zur Pedenolo zu gelangen. Oder man wählt den Singletrail, welcher sich der Geröllhalde entlang schlängelt und verliert somit fast keine Höhenmeter. Logisch wählten wir die zweite Variante. Dies empfahlen auch Spoony und Ventoux.

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Der Weg ist leicht verblockt, das meiste konnten wir aber fahren. Auch der Schnee war kein Problem. Wir kamen ganz gut voran und konnten mit der Bochetta di Pedenoletto schon bald den nächsten Übergang erkennen.

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Das letzte Stück muss auch hier geschoben werden, doch erneut ist dieses nur kurz. Oben auf der Bochetta zog es erneut sehr stark. Wir hatten immer noch alle Kleider an, inklusive Kappe unter dem Helm. So war es doch ganz gut zu ertragen. Zudem entschädigte die einzigartige Szenerie für die kalten Temperaturen. Sehr kahl ist es dort oben doch solche Landschaften mögen wir beide sehr.

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Weiter gings nach einem kurzen Break. Auf einem etwas breiteren Weg fuhren wir zur Bochetta di Pedenolo.

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Dort machten wir nur schnell einen Fotostopp, bevor die Abfahrt startete.

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Auf einer schnellen Strasse, welche stets schmäler wurde, rasten wir talwärts.

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Wobei eigentlich nicht die Strasse schmäler wurde, sondern die Spur darauf. Silvan sprach es treffend aus: „Das ist ein Strasse, welche sich zu einem Singletrail zurück bildet.“

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Wie alt diese Strasse tatsächlich ist, können wir anhand den vielen Spuren des Kriegs nur erahnen. Die Gruppe Menschen, welche sie heutzutage am meisten benutzt, sind wohl wir Biker.

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Kurz vor der Alp Malga Pedenolo setzte auf einmal leichter Hagel ein.

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So kam uns die Alp mit dem dazugehörendem Stall gerade recht.

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Schnell fanden wir einen Unterstand, wo wir ein paar Minuten ausharren mussten. Der Spuk war aber schnell wieder vorbei.

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Wir nutzen die Zwangspause, um noch schnell ein paar Kalorien zu tanken und fuhren danach wieder weiter.

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Und dann war es endlich soweit!!! Der Höhepunkt des Tages und für mich von den ganzen Ferien stand an. Der Trail runter ins Valle Forcola! Schon dutzende Bilder habe ich davon im Internet gesehen und nun fuhren wir da selber runter.

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Der Trail selber ist technisch nichts besonderes. Doch er ist ziemlich ausgesetzt und äusserst spektakulär angelegt.

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Von oben betrachtet sieht dieser Weg einfach geil aus!

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Gegen Ende führt er gerade ins Forcolatal hinein und endet an der Brücke, welche zur Strasse führt.

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Tja, und so ist halt auch dieser Trail irgendwann zu Ende.
Für die Weiterfahrt entscheiden wir uns, zum Cancanostausee zu fahren um dort in der Solenahütte was zu essen.

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Der Wirt dort ist sehr freundlich und serviert uns Spaghetti, Kuchen und Cappuccino – alles in frischer und bester Qualtiät. Von drinnen beobachten wir unterdessen, wie die Regenwolken alle zehn Minuten die Richtung wechselt. So lassen wir es gemütlich angehen und bestellen noch eine Runde Cappuccino…:-)

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Danach suchen wir uns ein paar Trails runter nach Bormio. Bei der Zickzack Strasse, welche zum See raufführt, werden wir auch fündig.

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Wie aber schon bei der Transferetappe von Livigno herkommend, müssen wir am Ende mit der Strasse vorlieb nehmen. Nach einer solchen Tour können wir damit aber gut leben.

Distanz: 36 km / Fahrzeit: 2 h 55 min / Höhenmeter: 650 Hm

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11 Gedanken zu „Bochetta di Forcola / Pedenolo, 12.09.2013

  1. Hoi Chregu fantastische Tour, ich muss diese merken!!! Eine Frage ich bin leider nach meinem Unfall (1994) leider nicht mehr 100% schwindelfrei. Eine Tour wie die Val d‘ Uina ist für mich tabu. Speziel aufpassen muss ich wenn der Abhang links von meiner Fahrrichtung liegt. Es zieht mich immer hinunter, ist ein schlechtes Gefühl vorallem bei einer längeren Strecke. ( 100 meter schieben ist aber kein Problem ). Danke für Deine Bericht + GPS + Super Fotos ciao shilaty

  2. Sehr schön! Diese Trails stehen auch schon lange auf meiner Liste. Leider war ich jedoch nie für ein paar Tage in dieser Gegend. Nur für einen Tag ist es einfach zu weit. Aber die Bilder sehen Klasse aus.
    Übrigens wollte ich schauen wo ihr durchgefahren seit. Aber die GPS Daten geben mir nur eine .rar Datei raus die ich bis jetzt nicht öffnen konnte. Diese gibt es sicher als .gpx 😉

    • Ich konnte keine gpx Dateien uploaden. Habe auch ein bisschen gegooglet und soweit ich mich informieren konnte, akzeptiert WordPress keine gpx Dateien (Weisst Du da vielleicht Bescheid?). Deshalb habe ich sie in eine rar-Datei verpackt, welche Du ganz einfach mit dem Programm Winrar entpacken kannst.
      Ja die Gegend ist unglaublich schön. Mich zieht es einfach immer wieder dort hin, kann mich gar nicht dagegen wehren…:-)

  3. Super Bericht. Der erste Teil vom Dreiländereck bis zum Umbrailpass kenne ich. Wollte damals den Goldseetrail fahren, aber das Wetter machte uns einen Strich durch die Rechnung.So fuhren wir dann vom Umbrailpass auf der Hauptstrasse bei strömenden Regen ins Vinschgau zurück. Dieser Pedonolo muss ich unbedingt auch noch fahren. Besser wäre es sicher in den Sommer Monaten. Sieht fantastisch aus. Der download mit dem RAR hat bestens funktioniert. Wie lange fährt man von Bormio bis zum Stilfserjoch hinauf und was zahlt man für den Transport?

  4. Hey Hans.
    Ja das mit dem Trail zum Umbrail runter war eine witzige Geschichte. Wir wussten anhand des Blogberichtes von Spoony, dass es als Alternative zur Strasse einen Trail gibt und dachten einfach, dass wir nun den nehmen. Das sollte ja einfach eine interessantere Möglichkeit sein, zum Umbrail zu kommen und dann trafen wir diesen supergeilen Trail an. Damit haben wir nicht gerechnet.

    Da keine Linienbusse mehr fuhren, bestellten wir via Hotelrezeption ein Privattaxi. Wir bezahlten pauschal pro Fahrt 60 Euro, also 30 Euro pro Person. Linienbus wäre sicher günstiger gewesen, aber dafür wurden wir vor dem Hotel abgeholt und konnten die Zeit selber bestimmen. Würden wir wohl wieder so machen.

  5. Mmmmm da werden Erinnerungen wach. Ich erinnere mich sehr gerne an die Tour und werde sie sicher wieder einmal machen. Sieht aber sehr kalt aus auf den Bildern ;-). Und der Weg zur Bochetta di Pedenoletto lohnt sich definitiv.

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