BikeGrenzTrip 2014, 2. Etappe: Livigno – Poschiavo

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Weiter geht’s mit der zweiten Etappe des GrenzTrips 2014. Das Ziel der heutigen Etappe soll Poschiavo sein. Es wird also wieder in die Schweiz gehen. Für die Route dort hin haben wir den Passo della Vallaccia und den Pass da val Viola ausgewählt. Dies hat auch Spoony vor zwei Jahren schon mal gemacht und uns somit die Gewissheit gegeben, dass das möglich ist.

Bevor wir uns an das tolle Frühstücksbuffet im Hotel Bivio ranmachen, riskieren wir einen Blick aus dem Fenster und die Freude über das was wir sehen, hält sich in Grenzen. Livigno ist in dicken Nebel gehüllt. Vielleicht doch ein Plan B heute? In Poschiavo ist ja noch nichts gebucht, wir wären also flexibel.

Nach dem Frühstück entscheiden wir uns, als erstes mal mit der Gondelbahn zur Mottolino Bergstation rauf um dann weiter zu schauen. Doch während der Fahrt lichtet sich der Nebel plötzlich und auf einmal sind wir strahlendem Sonnenschein ausgesetzt. Wir flippen fast aus und können es kaum fassen! Damit haben wir beide nicht gerechnet.

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Somit ist sonnenklar (im wahrsten Sinne des Wortes), dass wir die Tour so machen werden, wie geplant. Eine Bestätigung für unser Vorhaben erhalten wir, in dem wir feststellen, dass auf der anderen Seite des Mottolino von Nebel nicht die geringste Spur ist. Und genau auf dieser Seite führt unsere Route durch.

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Natürlich lassen wir uns den obersten Teil des Bikeparks nicht nehmen und cruisen auf der roten Linie zum Passo Eira runter.

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Von dort gibt es einen flowigen Trail nach Campaccio runter.

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Dann müssen wir bereits die langen Kleider abziehen. Die ersten Downhillmeter haben schon ordentlich warm gegeben und nun geht’s rund 600 Hm bergauf.

Der erste Teil des Aufstiegs durchs Vallacciatal verläuft auf Teer.

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Irgendwann wird aus Teer eine Schotterstrasse und bei der Baita della Vallaccia beginnt ein Wanderweg.

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Dieser ist zu Beginn noch fahrbar, obwohl die Beine spürbar mehr arbeiten müssen, als noch auf der Strasse.

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Bevor die Tragepassage beginnt, lässt Silvan bei seinem Bike noch rasch den Service machen.

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Danach ist fertig lustig und wir sind gute 300 Hm am tragen.

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Oben angekommen geniessen wir das unglaubliche Panorama. Wir kamen ganz gut voran, doch auf dem Pass weht ein frischer Wind. Deshalb verbleiben wir nicht allzu lange.

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Passo della Vallaccia, 2’614m

Der Trail runter sieht zu Beginn sehr vielversprechend aus und er ist dies auch.

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Im Gegensatz zu den flowigen Trails im Val Mora und vom Passo Trela runter fordert uns dieses Ding einiges mehr. Der Weg ist steiler und hat immer mal wieder verblockte Abschnitte. Das Ganze ist aber gewürzt mit einer schönen Prise Flow und daher sind wir hell begeistert von diesem Track.

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Bevor wir die Baita del Pastore erreichen, wird der Trail ruppiger. Wir können nicht mehr alles fahren. Ist aber nicht weiter tragisch, denn weit ist es nicht mehr bis nach unten.

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Bei der Alp angekommen geht’s mit einer Schotterabfahrt weiter.

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Kaum sind wir im Wald drin, zweigt auf einmal ein Weg nach rechts ab. Dieser war auf der Karte nicht eingezeichnet und daher sind wir ein wenig überrascht. Aber solche Sachen müssen natürlich immer ausprobiert werden.

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Und es war der richtige Entscheid. Wir reden hier zwar nur von ca. 150 Hm, doch ist dies alleweil besser, als die Strasse zu benützen, welche aussen rum führt.

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Am Ende des Trails essen wir was und machen uns danach an den Aufstieg zum Passo Val Viola. Gute 400 Höhenmeter müssen bezwungen werden, das sollte kein Problem sein.

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Der Aufstieg ist sehr schön, bis auf den letzten Abschnitt nie extrem steil und die Strasse ist in einem sehr guten Zustand.

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Lago di Val Viola, 2’267m

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Während des Aufstieges treffen wir allerhand Tiere an.

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Wie vorhin erwähnt sind nur die letzten rund 50 Höhenmeter etwas steiler. Zudem wird aus der Strasse ein Wanderweg und daher ist nicht mehr alles fahrbar.

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Weit ist es aber nicht mehr bis zum Pass. Kurz vor dem Kulminationspunkt hat man die Mäglichkeit gerade aus zu gehen dem Wanderweg entlang. Dies wurde aber von Spoony abgeraten, da man sonst sein Bike eine Felsfluh runter trägt. So folgen wir seinem Rat und nehmen den Bikewegweiser, welcher nach rechts abzweigt.

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Zwei Minuten später sind wir definitiv auf dem Pass angekommen. Überall hat es kleine Seen hier. Wir geniessen die schöne Natur und legen eine weitere Pause ein. Ab jetzt geht es nur noch runter bis nach Poschiavo.

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Wir sind natürlich sehr gespannt auf den Downhill. 1’400 Höhenmeter dürfen wir jetzt vernichten, das Allermeiste sollte auf schmalen Wegen sein.

Und es geht sehr gut los. Der Trail wurde offensichtlich für Biker in Stande gesetzt. Die ersten knapp 100 Hm machen schon mal mächtig Spass.

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Danach hat es rund ein Dutzend nass-schlammige Streckenteile, welche nur mühsam zu befahren sind. Ständig werden wir ausgebremst.

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Zu erwähnen sind aber auch die Übergänge, welche einen Zaun oder ein Tor ersetzten. Das macht natürlich Freude!

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Oberhalb des Lagh da Val Viola nehmen die matschigen Passagen ein Ende und nun kann uns nichts mehr aufhalten.

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Der Trail ist einfach spitze!

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Vor der Alpe Campo tauchen wir in den Wald ein.

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Bei der Alp genehmigen wir uns eine Cola. Zudem starten wir die „Booking.com-App“ und vergleichen die Unterkünfte in Poschiavo. Wir entscheiden uns für ein Zimmer im Hotel Suisse, mitten im Dorfkern. Eine Minute später ist die Buchung getätigt und wir müssen auch die zweite Nacht nicht unter der Brücke schlafen. 🙂

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Nach einem kurzen Strassenintermezzo geht’s trailig weiter. Dabei müssen wir nun die letzten Kraftreserven anzapfen, denn es gibt einige flache Stücke und dann und wann mal ein Gegenanstieg. Das Meiste aber sauber fahrbar und landschaftlich ist diese Gegend sowieso wunderschön.

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Etwa 100 Hm oberhalb der Berninapassstrasse biegen wir auf einen Trail ab, von dem es keine Fotos gibt. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Er war einfach zu geil! Über einen alten Römerweg brezeln wir nach Poschiavo runter. Unsere Federgabeln werden noch einmal auf’s ganze gefordert, machen aber bis ans Ziel super mit. Wir kommen zum Abschluss dieser Tour in den Genuss eines richtigen Trailfeuerwerks. So muss das sein!!!

Im schmucken Dorfkern von Poschiavo finden wir problemlos ein Restaurant für unser obligates Aprés-Bike und geniessen am Abend ein feines Essen in unserer Unterkunft. Morgen geht’s weiter, wir freuen uns schon!

Distanz: 40 km / Fahrzeit: 4 h 36 min / Höhenmeter: 1’200 Hm

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11 Gedanken zu „BikeGrenzTrip 2014, 2. Etappe: Livigno – Poschiavo

  1. Hallo Chregu. Wieder ein sehr schöner Bericht von einer tollen Tour. Vielleicht dient mir diese als Inspiration für unsere Tour im nächsten Jahr. Ich bin gespannt, wie es weiter geht.
    Ich habe mir im Übrigen erlaubt, auf deinen Blog in meiner Blogroll zu verweisen. Vielleicht magst Du mich ja bei Dir auch aufnehmen?

    Viele Grüsse
    Thorsten

    • Hallo Thorsten,

      Besten Dank für Dein Feedback, schön wenn ich andere Biker mit meinen Berichten inspirieren kann.
      Habe soeben Deinen Blog auf meine Linkliste gesetzt. Besten Dank Dir für die Aufnahme meiner Page.
      Weiterhin einen schönen Herbst.

      Lieber Gruss Chregu

  2. Da habt Ihr’s ja um einiges besser erwischt als ich damals. Ich musste wegen Regen auf dem Vallaccia abbrechen. Aber der Viola steht noch auf meiner Liste. Schöne Eindrücke von Eurer Weiterreise.

  3. Hoi Chregu, da habt ihr ja schöneres Wetter als ich gehabt. Freut mich, wenn euch die Tour gefallen hat. Ich habe ja immer etwas Angst wenn jemand durch meine Berichte inspiriert wird, dass sich dann die Einschätzungen der Tour nicht gleichen. Diese Tour ist ja nicht sehr einfach, aber aus meiner Sicht extrem lohnenswert.

  4. Hoi Chrigu

    Wow, danke für diesen Beschrieb der Tour. Ich habe viel gesucht und war mir unsicher ob es eine gute Strecke ist welche ich am Sonntag 30.Aug 2015 machen möchte. Mein Plan ist es das Auto am Samstag in Poschiavo oder Pontresina stehen zu lassen und mit dem Bus nach Livigno zu fahren und dort zu übernachten. Dank deinem Bericht und die schönen Fotos werde ich diese Route in Angriff nehmen.

    Bin gespannt auf die Trails und auf den Saoseo See (da muss ich hin!).

    Gruess Jose

    • Hallo Jose,

      Vorfreude ist doch die schönste Freude, oder? 🙂 Die Wetterprognosen fürs Weekend sehen auf jeden Fall klasse aus. Schön, dass Dir mein Bericht bei Deinen Vorbereitungen geholfen hat. Über ein Feedback von Dir würde ich mich sehr freuen!

      So wünsche ich Dir eine schöne und unfallfreie Tour am Wochenende.

      Lieber Gruss, Chregu

      • Chregu

        Die Tour war echt super! Deine Beschreibung hat uns sehr geholfen und die GPX Daten zeigten mir den richtigen Weg als wir unsicher oder falsch waren.

        Alles was fahrbar ist war nicht streng, aber die Schiebe/Tragepassagen waren nicht ohne! Wer also eine gemütliche Tour sucht ist diese nicht zu empfehlen.

        Die Abfahrt vom Passo della Vallaccia war ein Genuss mit coolen Alpintrails!

        Wir haben im Rifugio Viola (das Haus links beim hochfahren) eine Pause eingelegt. Da gab es das Typische Mittagsmenü: Polenta und dazu Kalbsgeschnezeltes, danach eine Salsiccia und nochmals danach eine Scheibe Käse! Also genug für die letzten Hm bis zur Grenze. Der Bikeweg nach rechts ist sehr gut sichtbar.

        Die Abfahrt am Passo Viola war noch besser als die am Passo della Vallaccia und führte uns direkt zum Saoseosee. Das Bike muss ab einem Punkt zum See hinunter getragen werden, aber für dieses Naturwunder jede Mühe Wert. Danach sind wir zum Rifugio Saoseo und zurück auf den Trail wie im GPX File.

        Wichtig hier: An einem Punkt geht die Waldstrasse hoch der 32er Tour nach, aber da Müsst ihr runter und dem Bikepfile ohne Nummer folgen! Der Trail Richtung Angeli Custodi war eine Hispeedabfahrt ohne Grenzen und einem big-smile auf dem Gesicht (beim mir war er noch im Bus in Poschiavo auf dem Gesicht!) Verstehe den Chrigu das es davon keine Bilder gibt.. wir haben es auf Video!

        Nur schade das ab Angeli Custodi bis Poschiavo alles der Hauptstrasse entlang geht. Aber war für uns OK, so konnten wir den 17:40 Bus nach La Rösa rechtzeitig nehmen wo unser Auto stand.

        Danke Chrigu..

        • Hey Jose, was für ein ausführliches Feedback – Das geht locker als zweiter Blogbericht durch 🙂
          Schön, dass ihr auch Spass hattet und alles gut gegangen ist. Der Tipp beim Rifugio Saoseo nehme ich mit ins Gepäck für eine nächste Tour in dieser traumhaften Ecke!

          Vielen Dank Jose und einen schönen Bikeherbst!

          Lieber Gruss, Chregu

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