Chinzigpass, 08.10.2014

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Den goldenen Herbst nutzen Simon und ich für eine Biketour über den Chinzigpass. Ich wollte schon lange mal den Trail auf der Nordseite des Chinzig über die Seenalp ausprobieren. Simi ist ebenfalls immer für ein Experiment zu haben, und so begleitete er mich. Hier ein Bericht vom vergangenen Oktober.

Wir stellten unser Fahrzeug in Brunnen ab und fuhren mit dem Zug nach Flüelen. Von dort war unser Plan, mit der Luftseilbahn zu den Eggbergen rauf und dann die Tour zu starten.
Doch der Betrieb der Bahn war für diesen Tag eingestellt wegen Föhnsturm. Ob denn die Bahn in Bürglen nach Biel rauf fährt, wollten wir wissen? Das sei kein Problem, denn diese Bahn dort ist geschützt vor dem Wind, meinte der Bahnwart der Eggbergenbahn.
Na gut, so kurbelten wir gemütlich und bei sehr warmen Temperaturen nach Bürglen. Zeitlich spielt es kaum eine Rolle, mit welcher Bahn man auf den Berg kommt.

Die Luftseilbahn von Bürglen nach Biel fuhr zwar, doch der Föhnsturm war hier nur unwesentlich schwächer. Die Gondel wackelte ordentlich hin und her und alle Passagiere war heilfroh, wieder Boden unter den Füssen zu haben…

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In Biel angekommen schwangen wir uns gleich auf unsere Bikes und fuhren bis Wiltschi. Dort assen wir unsere ersten Sandwiches, während wir den Chinzigpass am Horizont bereits erkennen konnten.

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Der Aufstieg zum Pass ist dann nicht sonderlich lang und eine Stunde nach der Sandwichpause waren wir oben. Trotz der kurzen Distanz kamen trotzdem ordentlich ins schwitzen. Zu Beginn eine steile Schotterstrasse mit einigen fiesen Rampen…

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…dann ein flowiger Trail um den Puls etwas runter zu holen…

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…und die letzten 200 Hm durften wir unsere Bikes tragen.

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Auf dem Pass zogen wir es vor, unsere Pause im Eingangsbereich der Kapelle abzuhalten. Der Föhnsturm blies ziemlich fest und ganz so warm wie im Tal unten war es hier oben doch nicht mehr.

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Die Aussicht auf dem Chinzipass ist immer wieder schön!

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Schon zweimal war ich auf dem Chinzig, doch die heutige Abfahrt ist wie oben erwähnt eine Premiere.

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Na dann los…!

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Von der Passhöhe ist zuerst eine Kuppe (Punkt 2045) zu überqueren, bevor man ins Tal der Seenalp gelangt. So hatte es abwechselnd sehr schöne und durchaus fahrbare Abschnitte, aber auch mussten wir ab und zu schieben.

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Ist die Kuppe erst mal erreicht, kommt bis zur Langegg ein sehr schöner Abschnitt. Hier konnten wir vieles im Sattel bewältigen. Zudem blies der Wind in diesem Seitental nur noch minim und der Untergrund war trocken – Perfekt!

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Wie die Bilder schon erahnen lassen, hatten wir grosse Freude an diesem Abschnitt!

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Bei der Langegg, kurz vor dem Seenalpsee, wurde es flacher und ruppiger. Zirkeln war angesagt und wir mussten immer mal wieder absteigen.

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Beim See gelangten wir auf die Strasse, welche vom Haupttal herkommt. Diese ist auf der aktuellen TopoSchweiz noch nicht eingezeichnet, sie scheint ziemlich neu zu sein. Der Wanderweg führt nur kurz auf dieser und wird schnell wieder zu einem schmalen Pfad.

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Wir wären aber besser auf der Strasse geblieben, denn bis zur Alp bei Punkt 1’517 war so gut wie nichts mehr fahrbar. Ein steiler verblockter Weg spielte die Spassbremse.

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So brausten wir den Rest auf der Strasse runter bis Grund. Von dort bis ins Muotatal gibt es stets schmale Wege, welche alternativ zur Strasse genutzt werden können Logisch, packten wir jeden möglichen Trail in unsere Route ein.

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Während der Abfahrt kamen wir in Liplisbüel vorbei. Im dortigen Restaurant gingen wir einen Kaffee trinken. Das Personal war freundlich und der Kaffee lecker, doch leider darf man in dieser Gaststätte rauchen…

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Und weiter ging’s auf Trails, stets dem Tal entgegen.

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Die abwechslungsreiche Abfahrt vom Chinzipass endet in der Ortschaft Muotatal. Ein paar Trails der Muota entlang hatten wir aber noch zu Gute.

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In Schlattli beobachteten wir das Treiben bei einer der verrücktesten Baustellen, welche wir beide je gesehen haben. Hier wird die steilste Standseilbahn der Welt in den Berg gebaut, welche ab Winter 2015/16 die Gäste auf den Stoos bringen wird. Eine sehr eindrückliche Geschichte!

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Zu guter letzte folgte der Schlussspurt nach Brunnen runter und wir waren wieder am Ausgangspunkt.

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Fazit des Experiment Seenalp? Die Zufahrt in dieses Seitental ist gespickt mit ein paar Schiebepassagen, der mittlere Teil ist umso schöner. Dafür muss man bereits nach nur 300 Höhenmetern Downhill mit der Strasse Vorlieb nehmen. Die Trails ins Muotatal runter sind abwechslungsreich, aber lassen keinen Holytrail-Alarm auslösen. Landschaftlich aber eine ganz tolle Sache. Somit würde ich meinen: Kann man so mal fahren, muss man aber nicht.

Zum ersten Mal war ich an diesem Tag mit Simon auf dem Bike. Ich hoffe nicht zum letzten Mal, denn es hat rüüüdig Spass gemacht mit Dir! Fortsetzung folgt hoffentlich…:-)

Distanz: 40 km / Fahrzeit: 4 h 24 min / Höhenmeter: 900 Hm

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2 Gedanken zu „Chinzigpass, 08.10.2014

  1. Werter Chregu
    Eine Tour, die ich endlich mal machen möchte – ich habe sie nun wenigstens auf meine offizielle To Do Liste genommen. Bei dieser Gelegenheit wünsche ich Dir im nächsten Jahr alles Gute und viele tolle Touren. Zudem von mir ein grossen Dankeschön für die interessanten und immer reich bebilderten Blogbeiträge.
    Spoony

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