Biken in Marmaris, im Südwesten der Türkei!

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Auf Einladung von Türkei Tourismus und Jung von Matt/Public Relations durfte ich ein paar Tage im Südwesten der Türkei verbringen. Wir waren im Green Nature Diamond Hotel in Marmaris untergebracht. Während unseres Aufenthalts durften wir nicht nur die ausgesprochene Freundlichkeit der Türken geniessen sondern bekamen auch einen Einblick in den aktuellen Stand des dortigen Biketourismus‘. Am besten geht dies selbstverständlich während einer Biketour. So waren wir zwei Tage auf unseren Bikes unterwegs, welche wir vor Ort beziehen konnten. Hier der Bericht der ersten Tour.

Die Vorfreude auf diesen Trip war gross. Ich war natrlich extrem gespannt, was mich da in der Türkei erwarten würde. Zudem war ich noch nie in diesem Land, was die Anspannung noch eine Spur grösser machte. Am Flughafen Zürich lernte ich dann unsere Reiseleiterin Annika von der Werbeagentur Jung von Matt/Public Relations, Kathrin vom St. Galler Tagblatt, Claudia vom Landboten, Mirjam als Bloggerin von Little Adventures und Emil von dreamup. Wir flogen zuerst mit Türkish Airlines von Zürich nach Istanbul, wo dann noch Barbara vom Fahrradmagazin Trekkingbike zu uns stiess. Sie kommt aus Deutschland und flog von München nach Istanbul. Somit war unsere Gruppe komplett und wir bestiegen für eine knappe Stunde nochmals ein Flugzeug, um dann pünktlich in Dalaman zu landen.

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Istanbul

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Erste Eindrücke der türkischen Landschaft

Dort stand dann ein Bus für uns bereit und wir wurden mit offenen Armen von unserem zukünftigen Bikeguide Firat empfangen. Zehn Stunden waren vergangen, als wir uns in Kloten am Flughafen getroffen haben und eine erste leichte Erschöpfung machte sich breit. Doch Firat freute sich dermassen auf die kommenden Tage und dass er nun die Zeit mit uns verbringen darf, dass er uns die ersten vierzig Minuten der gut ständigen Fahrt nach Marmaris ausgiebig über das Programm der folgenden Tage informierte. Wir würden morgen dann richtig biken gehen auf ruppigen, staubigen Strassen. Obwohl ich während der Busfahrt ein bisschen Ruhe vorgezogen hätte, steckte mich seine positive Ausstrahlung an und ich freute mich sehr auf den morgigen Tag. Wie wird die Landschaft sein? Was für Bikes kriegen wir? Wie sind die Strassen und Wege? Und überhaupt: Was kommt da die nächsten Tage auf uns zu??? …Fragen über Fragen…

Angekommen im Green Nature Diamond Hotel in Marmaris (darüber in einem der nächsten Berichte etwas mehr) gab’s als Begrüssung einen Champagner Apéro mit Erdbeeren. Währenddessen sprach der Bürgermeister von Marmaris zu uns und auch der Hotelchef und die Tourismusdirektorin waren anwesend. Wir spürten bereits während den ersten Minuten, dass unsere Anwesenheit den lokalen Behörden einiges bedeutet. Man will hier was aufbauen, den Bike Tourismus voranbringen und von uns Schweizern (und einer Deutschen :-)) die Meinung einholen. Dies machte sich den ganzen Aufenthalt bemerkbar.
Nach einem leckeren Abendessen im Hotel waren wir schnell im Bett, denn morgen geht’s (endlich!) aufs Bike.

Nach dem Aufwachen checkte ich als erstes die Aussicht vom Balkon aus. Diese war schlicht traumhaft und somit war die Wetterfrage für den heutigen Tag auch bereits geklärt :-)!!

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Danach war Treffpunkt vor dem Hotel zum Bike fassen. Ich schaute zuerst schon ein bisschen erstaunt über mein „Bike“. Felgenbremsen, hinten kein Dämpfer und vorne eine einfache Gabel. Nun gut, dachte ich mir, dann werden wir wohl dementsprechend einfachere Strassen und Wege fahren. So liess ich mich an diesem Gedanken überhaupt nicht stören und freute mich sehr darauf, eine mir unbekannte Region zu entdecken. Let’s go!!!

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Mein Bike für die nächsten zwei Tage

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Jedem sein Bike!

Vor der Abfahrt musste natürlich noch das obligate Gruppenfoto vor dem Hotel geschossen werden.

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Dann starteten wir. Zuerst dem Strand entlang, dann ein kurzes Stück auf der Hauptstrasse. Nach ungefähr 20 Minuten Fahrzeit bogen wir auf eine asphaltierte Nebenstrasse ein und ab sofort waren wir fast die einzigen auf der Strecke.

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Das Feld zog sich ein wenig in die Länge, doch knapp 300 Höhenmeter später kamen alle auf dem ersten Übergang an.

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Dank dem Begleitfahrzeug konnten wir alle unsere Bidonflaschen wieder nachfüllen.

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Die Landschaft ist unvergleichlich schön hier!

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Das sich in Bezug auf Fahrradtourismus hier bereits was getan hat, ist an den vielen Wegweisern zu sehen. An fast jeder Kreuzung hat es solche. Verfahren ist also so gut wie unmöglich! Wir Schweizer, welche ja überall irgendwo irgendwelche Wegweiser haben, fühlten uns schon fast wie zu Hause :-).

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Nach dem ersten Pass ging es ein ordentliches Stück runter. Die Strasse schüttelte uns bereits ein erstes Mal durch. Unsere Velos machten aber super mit und hatten wohl auch ein bisschen ihren Spass.

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Firat, unser Guide, ist stets für einen Spass zu haben. So musste abwechslungsweise ein anderes Mitglied unserer Gruppe den „Deer“ (zu Deutsch: Hirsch) tragen. Natürlich war auch ich dran und alle welche mich etwas näher kennen, wissen, dass ich gegen solche Jokes nie abgeneigt bin ;-).

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Weiter ging’s durch wilde, endlose Landschaften. Unterwegs begegneten wir einer Herde Ziegen.

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Bei Halbzeit passierten wir eine Bucht und darauf folgte der zweite Uphill des Tages. Dieser war dann eine andere Hausnummer als noch der Erste. Eine steile, ruppige Schotterstrasse zog sich den Berg rauf. Die meisten unserer Gruppe schoben ihre Bikes. Ich konnte den ganzen Abschnitt fahren, hätte aber einiges gegeben für mein eigenes Bike.

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Aber die unglaubliche Landschaft entschädigte für die vergossenen Schweisstropfen. Und diese flossen zahlreich, hatten wir doch Temperaturen bis zu 30 Grad.

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Logisch durften beim erreichen des zweiten Passes die Poserphotos nicht fehlen!

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Auch der Hirsch hat den Aufstieg auf meinem Helm heil überstanden.

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Einfach traumhaft!!!

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Es ging nun mehrheitlich bergab, abwechselnd mit flachen Abschnitten. Die Strasse blieb sehr ruppig und ein zweites Mal wünschte ich mir mein Fully unter meinem Hintern. Der Fahrkomfort war nicht besonders gross und ich ertappte mich dabei, dass ich mir immer mal wieder ein wenig Sorge um mein Bike machte.

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Aber ständig diese unglaublichen Panoramen. Der absolute Wahnsinn, einfach wunderschön!!!

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Beim Mittagessen hatte ich dann ein interessantes und auch lehrreiches Gespräch mit Firat, unserem Guide. Voll gefederte Bikes (sogenannte Fullys) gibt es in der Türkei nirgends zu kaufen. Auch Firat, der schon seit eh und je Velo fährt, sass noch nie auf einem solchen. Ich war zuerst ein wenig geschockt ob dieser Aussage, doch dieser Zustand wandelte sich dann schnell in Verständnis um.

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Im Jahr 2006 organisierte er ein erstes Mal eine geführte Biketour in der Region Marmaris. Davor fuhr in der Türkei mehr oder weniger niemand Fahrrad. Firat ist also ein richtiger Pionier!
Logisch, können die Türken noch gar nicht soweit sein. Diese organisierten Touren wuchsen dann relativ schnell zu mehreren hundert Teilnehmern jedes Jahr. Wenn man aber bedenkt, dass die Türkei rund 75 Millionen Einwohner hat, ist das immer noch ein sehr, sehr kleiner Teil, der in diesem Land Rad fährt. Es ist also nicht nur der Radtourismus, der noch in den Anfängen steckt, es ist auch das Radfahren als solches, welches sich in der Türkei erst am entwickeln ist.

Während einem feinem Salat mit Frühlingsrollen diskutierten wir weiter. Der Austausch war sehr interessant und ich versicherte Firat, wenn er mal mit einem Fully gefahren sei, wolle er nichts anderes mehr.

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So fällt mein Fazit nach der ersten Biketour in der Türkei folgendermassen aus: Die Berge, die Strassen, die Landschaften und das wunderschöne Meer laden förmlich dazu ein, die Gegend per Bike zu erkunden. Wer unendlich weite und wilde Landschaften mag, wird sich hier wie im Paradies fühlen. Zudem ist bereits ein Netz von gut 700 km Bike- und Fahrradrouten sehr gut ausgeschildert. Somit ist eine sehr gute Basis für Bikeferien in der Region Marmaris bereits vorhanden. Wer sich aber an ein Fully oder ein richtiges Hardtail gewohnt ist, tut gut daran, sein eigenes Bike mitzunehmen. Denn solche werden hier (noch) nicht vermietet.

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Es existiert aber bereits ein sehr informativer Routenführer (Bild oben), in welchem die verschiedenen Routen in Schwierigkeitsgrade unterteilt sind. Zudem gibt’s darin viele andere Ausflugsmöglichkeiten in und um Marmaris. Informationen zum Wegenetz findet man auch unter www.marmariscyclingroutes.com.

Singletrails? Haben wir leider keine befahren, wäre aber mit diesen Fahrrädern nicht vernünftig gewesen. Am Nachmittag machten wir dann einen Ausflug zur Sedir Insel und am Abend eine Bootstour auf einem Fluss. Wunderschön und sehr empfehlenswert! Davon ebenfalls mehr in einem der nächsten Berichte.

Distanz: 33 km / Fahrzeit: 2 h 47 min / Höhenmeter: 650 Hm

Download

Danke schön an Emil von dreamup.ch, Mirjam von Little Adventures und unserem Guide Firat für einen Teil der Fotos in diesem Bericht!

2 Gedanken zu „Biken in Marmaris, im Südwesten der Türkei!

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