Die Wahnsinnstour über die Göflaner Schartl

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Der Titel sagt es schon. Dieser Bericht handelt von einer Tour, welche der absolute Wahnsinn war. Alles, aber wirklich alles stimmte und passte an diesem Traumtag bei dieser Traumtour!

Von Goldrain lasse ich mich mit dem öffentlichen Bus gemütlich nach Martell Dorf shutteln. So bin ich zum Start bereits auf 1’300m und somit wird sich der Zeitbedarf des Aufstiegs in Grenzen halten. Denn heute geht’s zum ersten Mal in diesem Jahr hoch hinaus!

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Der Aufstieg von Martell Dorf bis zur Göflaner Schartl, dem höchsten Punkt der heutigen Tour auf über 2’400m, hat es dann aber in sich. Zuerst geht’s schon mal ganz flott bergauf bis zum Gasthof Premstl.

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Im Wald drin wird die Schotterstrasse dann teilweise so steil, dass ich nur schiebend voran komme.

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Ich spüre aber, dass ich heute gut drauf bin. Ich komme zügig vorwärts – der heutige Tag könnte gut werden…

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Bei den Lawinenschutzverbauungen auf gut 2’100m treffe ich auf eine Gruppe anderer Biker. Nach einer Pause und einem kurzen Schwatz macht sich einer nach dem anderen wieder auf den Weg. Auch ich pausiere nur kurz, lege mein Bike auf die Schulter und laufe los. Denn ab sofort geht’s bis zur Schartl rauf nur tragend vorwärts.

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Der Wanderweg ist sehr gut ausgebaut und man kommt zu Fuss den Umständen entsprechend (das Bike ist ja auf der Schulter) ganz gut voran. Schon bald ist die Schartl sichtbar.

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Nach dem ich noch eine Schafherde kreuzte erreiche ich die Göflaner Schartl auf 2’396m. Kaum oben, sehe ich auf der anderen Seite ins Vinschgau runter. Der Wahnsinn diese Aussicht!

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Mit der Schartl ist der höchste Punkt der Tour aber noch nicht erreicht. Es geht noch ein kleines Stück nach oben.

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Diese letzte Passage braucht nochmals die volle Konzentration. Mit der einen Hand hält man das Bike, mit der anderen die im Fels fixierten Seile. Hat man den Kopf bei der Sache ist es kein Problem.

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Im Schlussaufstieg treffe ich ein erstes Mal auf Michael und Patrick aus Deutschland. Zusammen erreichen wir auf ca. 2’430m den höchsten Punkt der Tour. Hier befinden wir uns bereits auf dem Schartlkamm. Dieser wird dann der erste Teil der folgenden Abfahrt prägen.

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Zuerst aber werden ein paar Fotos geschossen. Fast das ganze Vinschgau ist von hier oben sichtbar. Das Panorama ist unbeschreiblich!!!

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Wir verweilen ein bisschen, geniessen die unglaubliche Aussicht und können kaum glauben, wie schön es hier oben ist! Zudem scheint es, dass die Göflaner Schartl mehr als nur ein Geheimtipp ist. Gesamthaft sind etwas um die zehn Biker hier oben.

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Spontan entscheiden wir drei uns, die Abfahrt zusammen in Angriff zu nehmen. So steht nun ein 1’800 Hm Downhill vor uns mit einem Trailanteil von ca. 97%. Wir können es kaum erwarten!

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Der erste Teil geht glatt in die Kategorie „Holytrail“. Flowige Abschnitte wechseln sich regelmässig mit technischen ab. Dies in einer herrlichen alpinen Umgebung gepaart mit einer Traumaussicht – so muss ein Trail sein!!!

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Wir sind schwer beeindruckt und halten immer mal wieder an um ein paar Fotos zu schiessen und um über den fantastischen Trail zu schwärmen!

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Oberhalb des Kreuzjöchls (nach etwa 300 Hm Downhill) kommen wir in den Wald hinein. Zu den Steinen gesellen sich jetzt die Wurzeln dazu und der Weg wird etwas steiler. So hat es hier drei – vier Passagen die für mich unfahrbar sind. Michi und Patrick aber lassen sich kaum beeindrucken und fahren diesen Abschnitt fast komplett durch.

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Auf dem Kreuzjöchl sind wir defintiv im Wald angekommen und der Trail wird flowiger. Wir ziehen ein erstes positives Fazit nach 400 Hm Abfahrt und spüren schon unsere Handgelenke. Wir haben bereits viele Eindrücke gesammelt, doch noch immer stehen uns 1’400 Hm feinster Singletrail bevor – wirklich der Wahnsinn!

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Beim Haslhof ist ein weiterer Teil der Abfahrt vorbei. Hier geht es (verteilt auf zwei-drei Anstiege) ca. 100 Hm bergauf, bevor wir den noch immer nicht markierten Einstieg des HolyHansen Trails passieren.

Nachtrag vom 29.07.2015: Ab sofort ist der HolyHansen Trail laut Vinschgaubike komplett markiert! Ein grosses Dankeschön hierfür für die geleistete Arbeit!

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GPS-Track sei Dank, wir fanden den Start bestens. Denn was jetzt kommt, ist das Sahnehäubchen. Der HolyHansen rockt so richtig geil und wir kommen aus dem Schwärmen nicht mehr heraus!!

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Ein grosser Teil des Trails wurde neu gebaut und nennt sich laut Openstreet Map „HolyHansen 2.0“. Als ich im Herbst 2013 hier war, gabs den noch nicht.

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Dieser Trail ist flowiger und – man kriegt den Eindruck – auch sauberer und feiner angelegt als die erste Version. Ein richtiger Bilderbuchbiketrail!!! That’s what we call massive!!!

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Ich zitiere Patrick, irgendwo auf dem Holy Hansen 2.0: „Wie kann das nur so klasse sein?“ Die Antwort lautet in etwa so: Weil die Vinschgauer sich hier erneut sehr grosse Mühe gegeben haben und wie wir leidenschaftliche Mountainbiker sind.

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Nach ca. 3 Stunden (!!!) Singletrail surfen kommen wir unten in Göflan an und können es noch immer kaum glauben, was wir soeben erlebt haben. Solche Touren sind der Grund, wieso wir unseren Sport so lieben!! Unsere Wege trennen sich hier. Die Jungs gehen nach Schlanders zu ihren Familien und für mich gibt es ein erneutes Ausrollen bis nach Rabland. Danach wird eine der besten Biketouren meines Lebens zu Ende sein!

Bereits weiter oben tauschten wir die email Adressen aus und konnten so unsere Fotos teilen. An dieser Stelle ein grosses Dankeschön an Michi und Patrick, dass ich mit Euch mitfahren durfte und Ihr stets brav auf mich warteten. Es hat mir sehr sehr grosse Freude bereitet, Euch zu begleiten. Besten Dank auch Michi für die zahlreichen Fotos, von welchen einige hier in diesem Bericht vorkommen. Vielleicht sieht man sich mal wieder auf einer Tour. Wenn ihr mal in der Schweiz seit, lasst es mich wissen :-).
Auch ein Dank gebührt den Vinschgauer Trailbauern für den Holy Hansen 2.0. Das habt Ihr grossartig hingekriegt!!

Distanz: 50 km / Fahrzeit: 5 h 8 min / Höhenmeter: 1’300 Hm

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10 Gedanken zu „Die Wahnsinnstour über die Göflaner Schartl

  1. Hallo Chregu.
    Schöne Bilder hast du da gemacht. Der HH2.0 Trail sieht gut aus.
    Du warst ja in Italien. wie hast du da navigiert, gibt es auch so etwas wie 1:25000 Karte, oder eine OSM Karte ?
    Gruss Etienne

  2. sieht genial aus die tour, sehr schöne fotos. muss ich mir unbedingt merken, ins Vinschgau (resp. Südtirol) möchte ich schon lange mal.
    für Italien gib es auch topo-karten, wenn auch nicht ganz in der hohen qualität wie unsere hier.

    • Danke Dir Sven. Das Vinschgau kann ich Dir zum biken nur empfehlen!

      Die Topo Karten aus der Schweiz sind wohl die besten und genauesten der Welt, würde ich jetzt mal meinen!

  3. Wow, ganz cool. Diese Aussicht ist effektiv der Hammer 🙂 Da lohnt sich nur schon deswegen alle Mühe. Danke für den super Tourenvorschlag. Vielleicht … jaaaaa, ich will auch 😉

  4. Toller Bericht, tolle Tour. Ich konnte im April noch nicht so hoch hinaus und nur den unteren Teil mit dem HH Trail fahren, kann deine Begeisterung aber nur teilen. Muss im Sommer wohl nochmals hin…

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