Bikeweekend im Wallis: Am ersten Tag über den Meidpass!

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Die diesjährige Konstellation über 1. August war perfekt für eine mehrtägige Biketour. Da ich am Samstag noch arbeitete und Silvan mit Roland am Canyoning war, brachen wir alle fünf am Samstagabend dem 30.7. ins Wallis auf. Der Meidpass am Sonntag, 31.7. und der Argentiniertrail am Montag dem 1.8. war unser geplantes Programm.

Wie oben schon erwähnt, reisen wir bereits am Vorabend an. Gebucht habe ich für uns im Hotel Emshorn in Oberems. Dort war ich mit Benno letzten Herbst bereits im Zuge unseres Wallis Cross‘ zu Gast und wir waren damals sehr zufrieden. Vor allem die ausgezeichnete Küche ist uns immer noch in bester Erinnerung.

Benno ist diesmal leider nicht dabei. Dafür bin ich zum ersten Mal mit Manuel (dem Bruder von Silvan) und Roland auf einer Tour. Super, dass es auch endlich mal wieder mit Simon geklappt hat. Wir waren erst einmal zusammen auf den Trails und das war vor knapp zwei Jahren als wir über den Kinzigpass gingen.
Ja und Silvan ist diesmal auch wieder mit dabei. Er ist ja schon fast Stammgast auf meinem Blog 🙂

Die Zugfahrt ins Wallis verläuft reibungslos und in Turtmann wollen wir die Luftseilbahn nach Oberems besteigen. Es ist niemand da also drücke ich auf den Knopf, welcher die Verbindung zur Bergstation herstellt. Nach einem kurzen Augenblick steht diese und als ich erwähne, dass wir fünf Biker mit fünf Bikes sind, sagt die Stimme am anderen Ende: „Chenneter di güöt tischu?“ Ich verstehe natürlich nur Bahnhof und er wiederholt seine Frage und meint, ob wir gut stapeln können? Ich bejahe natürlich. Also dann habt ihr alle Platz – inklusive Bikes, sagt der nette Herr von der Bergstation…

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Wir bezweifeln das Unterfangen zuerst, doch da momentan sonst niemand mit der Bahn rauf möchte haben wir Zeit und beginnen mit unseren Bikes Tetris zu spielen. Die Vorderräder weg damit der Lenker gerade gestellt werden kann, Simon und ich auf das Geländer, die Rucksäcke auf die Ablagestelle außen und Manuel, Silvan und Roland einfach irgendwie noch rein…

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Natürlich haben wir alles reingebracht und hatten ordentlich Spass dabei :-)!
Oben angekommen wurden wir vom grinsendem Bahnarbeiter empfangen. Er sei schon lange hier, doch ein solches Bild sei ihm noch nie untergekommen…

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Nach dem wir unsere Fahrt bezahlt haben checken wir gleich im Hotel Emshorn ein. Dies ist quasi das Nachbargebäude der Seilbahnstation.

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Die Zimmer sind zwar etwas klein, aber für nur eine Nacht mit Rucksack reicht es vollkommen. Und erneut war das Essen vorzüglich! Bein nächster Gelegenheit schaue ich sehr gerne wieder hier rein.

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Nach einer warmen Nacht ist es am Morgen leicht frischer und deutlich bewölkter als noch am Vortag. So starten wir nach einem ausgiebigen Frühstück unser zweitägiges Abenteuer. Zum warm werden kommt uns die Strasse ins Turtmanntal rein gerade recht.

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Nach dem Weiler Pletschu verlassen wir die Talstrasse und biegen rechts ab. Sofort wird es steiler und der Untergrund wechselt auf Schotter.

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Obwohl die Jungs im Vorfeld ein wenig tiefstapelten kommen wir alle fünf sehr gut voran. Obwohl ich eigentlich das Gefühl habe, dass ich nicht so schlecht zwäg bin, muss ich schauen, dass ich die Hinterräder meiner Kumpels irgendwie halten kann…

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Kurz vor Meide Oberstafel kommen wir für ein kurzes Stück in den Nebel rein. Danach ist vorerst mal fertig mit fahren – die Bikes kommen auf die Schultern. Wussten wir natürlich vorher schon und deshalb konnten wir uns darauf einstellen.

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Einzelne kurze Abschnitte sind fahrbar. Dies ist ganz gut, ist so doch für einen Moment die körperliche Belastung ein wenig anders.

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Wie ich zu Beginn des Berichts bereits schrieb, übernachtete ich mit Benno letztes Jahr schon in Oberems. Und auch da ging es am nächsten Tag über den Meidpass. Und schon damals legten wir bei der Kante auf dem unteren Bild ein kurze Brotzeit ein.

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So genießen Silvan, Manuel, Roli und ich die Pause. Sogar die Sonne leistet uns Gesellschaft. Nur Simon lässt sich von all dem nicht beeindrucken. Er befindet sich gerade im Flowmodus – getreu dem Motto ‚wenn es läuft, dann läuft es‘. So reduziert er die Pause auf ein Minimum und kaum habe ich mich hingesetzt, macht er sich schon wieder aus dem Staub. „Es läuft momentan gerade so gut, ich möchte meinen Rhythmus nicht unterbrechen“, teilt er uns mit – und schon ist er weg. Recht hat er. Auf einer solchen Tour darf und soll jeder sein eigenes Tempo gehen. Wenn es eben mal läuft, dann läuft es! 🙂

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Wir vier genießen weiterhin die Aussicht und wäre Simon nicht schon auf und davon, wären wir wohl noch ein wenig länger hier gesessen. Aber all zu lange möchten wir unseren Freund nicht warten lassen. Also weiter geht’s.

Schon bald erreichen wir den Meidsee.

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Dann auf einmal entdecken wir Simon in den letzten Höhenmetern vor dem Pass. Mit der schärfsten Zoomeinstellung erwische ich ihn sogar noch mit meiner Kamera. Erkennt ihr ihn…?

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Zorro-Simon!

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Während der erste unserer Gruppe nun schon auf der Passhöhe ist, wandern wir gemütlich weiter. Auch für uns ist es nicht mehr weit.

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Und dann sind wir ziemlich genau vier Stunden nach dem Start in Oberems auf dem Meidpass auf 2’790m. Ich erreiche den Pass als letzter – bin ja schließlich auch der Älteste.

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Abklatschen und einander gratulieren ist als erstes mal angesagt. Einen solchen Aufstieg mit über einer Stunde Biketragen macht man nicht alle Tage. Super gemacht Jungs!!!

Einmalig die Landschaft hier oben. Solch karge Umgebungen mögen wir einfach!

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Gestartet sind wir im deutschsprachigem Turtmanntal und nun fahren wir ins französisch sprechende Val d‘ Anniviers rein. Über dem Meidpass verläuft also der sogenannten Röstigraben. Oder wäre hier Röstigrat besser angebracht?

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Ein paar Minuten nach unserer Ankunft erreichen zwei Wanderinnen ebenfalls den Meidpass. So packen wir die Gelegenheit sofort beim Schopf und lassen uns von ihnen ein paar Gruppenfotos machen :-).

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Nach einer kurzen Pause machen wir uns nun an den Trail ran, welcher uns runter ins Tal bringen wird. Unmittelbar nach der Passhöhe sind die ersten paar Meter zu verblockt, doch gleich danach wird es richtig toll!

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Der Trail begeistert uns vom Beginn weg!

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Abwechselnd gibt es knifflige Passagen gepaart mit viel Flow. Einfach geil!

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Und dies mitten in den Bergen – was will man mehr?

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Endlos scheint der Trail. Uns ist’s recht so!

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Dann irgendeinmal – nachdem unsere Glückshormone schon gar nicht mehr wissen, wie ihnen geschieht – kommen wir bei der Scheune Le Chiesso an. Hier geht es nochmals ein Stück nach oben. 140 Hm müssen bewältigt werden bis wir beim Hotel Weisshorn ankommen.

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Die Lage dieses Hotel könnte schöner kaum sein. Natürlich treibt es auch uns in die Gartenwirtschaft rein und so gibt es fünfmal die leckere „Rösti Weisshorn“

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Von hier aus ist jetzt auch unser heutiger Etappenort Grimentz ersichtlich.

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Bis dorthin gilt es aber noch ein paar weitere Trails zu fahren. So verzichten wir auf ein Dessert und genehmigen uns anstelle einer Glace die Abfahrt nach Ayer.

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Keine schlechte Wahl, wie wir sofort bemerken. Für diese Abfahrt habe ich eine andere Variante gewählt als noch letztes Jahr beim Wallis Cross. Damals hatten wir im oberen Teil etwas Pech, wurde der Weg doch stets unfahrbarer.

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Dieses Mal passt es. Ein super Trail bis zum Punkt 2’085m. Die Fortsetzung ist leider durch ein Bikeverbot gesperrt, also nehmen wir für ein kurzes Stück die Strasse.

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Beim Weiler Les Moyes gibt es einen kurzen Gegenanstieg und anschließend nochmals ein Stück auf Strasse. Bei einer Rechtskurve dieser fahren wir aber geradeaus weiter auf den finalen Trail nach Ayer runter. Flow pur ist hier die Devise und wir sind uns einig: Da haben wir bei der Routenwahl alles richtig gemacht – trotz den beiden Strassenintermezzos. Denn der Aufstieg und die Abfahrt vom Meidpass haben wir ja auch bereits schon in den Beinen…

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Angekommen in Ayer sind alle rundum zufrieden.

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Zum Abschluss des heutigen Tages dürfen wir uns noch ein bisschen wie Rennvelofahrer fühlen. Denn von Ayer fahren wir bis zum Pont du Bois wo wir die Talseite wechseln. Nun wieder Richtung Norden fahrend erreichen wir schon bald Grimentz. Die Zimmer im Hotel Cristal sind bereits gebucht. Auch dort waren Benno und ich letztes Jahr schon beim Wallis Cross.

Nach der wohlverdienten Dusche und dem Apéro an der Hotelbar darf natürlich der Rundgang durch den wundervollen Dorfkern von Grimentz nicht fehlen. Anschliessend geht es ins Restaurant des Hotel Moiry, wo wir ein hervorragendes Abendessen geniessen.
Und wie das halt so ist, wenn man mit einem Teil der Familie Burkhard unterwegs ist, kommt man fast nicht ins Bett. Da in Grimentz bereits der 1. August vorgefeiert wurde, war einiges los im Dorf. So war die Frage, ob wir nach dem Essen noch eine heimelige Weinbar besuchen wollen oder nicht, relativ schnell gelöst…:-)

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In der Unterkunft angekommen war es ganz gut, hatte die Hotelbar bereits geschlossen. So kamen wir alle doch noch zu einer vernünftigen Zeit ins Bett. Denn morgen geht es hoch hinaus!

Distanz: 38 km / Fahrzeit: 5 h 17 min / Höhendifferenz: 1’850 Hm

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10 Gedanken zu „Bikeweekend im Wallis: Am ersten Tag über den Meidpass!

  1. Sch…. wir Trottel sind genau an diesem Tag am morgen nach Hause gefahren nach unserer Plaine Morte-Tour, weil uns das Wetter zu unsicher war und der Regenradar dauernd Regen voraussagte. Und genau an diesem Tag hätten wir nämlich noch geplant…..die Tour über den Meidpass. Schade, das Wetter war ja viel besser als vorausgesagt und wir hätten uns wohl getroffen.

    • Ja das wäre natürlich ein Ding gewesen. Wir waren froh, haben wir es gewagt. War definitiv die richtige Entscheidung. Ein ander Mal klappt es bestimmt wieder mal :-).

  2. Schöner Bericht. Bravo
    „Damals hatten wir im oberen Teil etwas Pech, wurde der Weg doch stets unfahrbarer.“
    Meinst du vom H.Weisshorn Richtung Süden gegen Le Chiesso zu?
    Gruss Etienne

    • Ja das ist richtig. Ich meine aber nicht den Weisshorn Panoramatrail, sondern vom Hotel Weisshorn nach Westen direkt runter, dann aber bereits auf einer Höhe von ca. 2’280m nach links. Dieser Weg hört auf der Karte kurz vor Le Chiesso auf. Die Variante von jetzt war klar besser 🙂

  3. Super Bericht, Ja Touren mit einem gewissen Anteil an Fussmarsch haben für mich immer eine spezielle Bedeutung. Vor allem wird man dann mit den schönsten Trails belohnt.

    • Ah schau an, dann habe ich Dir diesen Übergang doch tatsächlich noch voraus :-)! Ist bestimmt auch was für Dich. Und so wie ich Dich kenne, kannst und wirst Du den Meidpass bestimmt noch mit was anderem kombinieren wollen/können…

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