Bikeweekend im Wallis: Hoch hinaus am zweiten Tag!

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Nach einer erholsamen Nacht im Hotel Cristal in Grimentz steht der zweite Tag unseres Bikeweekends auf dem Programm. Da Roland zeitig zu Hause sein muss, verlässt er uns nach dem Frühstück und wir ziehen zu viert weiter. Heute wollen wir den Argentinier Trail abfahren und außerdem endlich mit dem Bike die 3’000m-Grenze knacken. Auf geht’s!

Die ersten 600 Höhenmeter des Aufstiegs schenken wir uns, in dem wir die Gondelbahn nach Bendolla nehmen. Oben angekommen muss Manuel zuerst seine Cleats beim Schuh ersetzten, welche er gerade vorher in Grimentz einkaufte. Gestern auf der Meidpass Tour lösten sich diese aus unverständlichen Gründen.

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Als alles wieder hergerichtet ist, kann es losgehen. Der Aufstieg zur Cabane des Becs de Bosson findet fast ausschließlich im Skigebiet von Grimentz statt.

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Landschaftlich gibt es sicher schöneres, dafür ist es der kürzeste Weg.

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Je weiter wir nach oben kommen, desto karger und auch steiler wird es. Mehrere giftige Rampen zwingen uns zum absteigen. Auch heute war uns dies bewusst. Daher erneut alles halb so schlimm.

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Kurz nach der Abzweigung zum Col de Louche beginnt die Tragepassage zum Col des Becs de Bosson. Hier gilt es am Ende deren ein erstes Schneefeld zu passieren.

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Die Höhe spüren wir nun, befinden wir uns doch auch schon auf rund 2’900 m. So ist Konzentration angesagt. Jeder geht sein Tempo, Schritt für Schritt.

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Der Schnee ist griffig und fest. Deshalb kommen wir ohne Probleme durch die weiße Pracht.

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Nach der Passhöhe wird es für ein kurzes Stück wunderbar flowig…

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…bevor uns das nächste Schneefeld in die Quere kommt.

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Dieses ist etwa doppelt so lange wie das Vorherige. Aber auch hier wieder beste Verhältnisse. Die Tritte im Schnee sind fest und griffig. Mit den Bikes auf den Schultern laufen wir so gemütlich wie nur irgendwie möglich nach oben.

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Kaum ist die Strecke wieder schneefrei haben wir die Hütte vor uns. Doch die interessiert uns noch nicht, denn wir wollen jetzt ganz nach oben! Mehr als einmal waren wir schon nahe dran bei der 3’000er Grenze. Doch bis jetzt war stets bei 2’9xx Schluss…

Heute aber nicht, denn kurz vor der Cabane des Becs de Bosson biegen wir rechts ab, schieben das Bike ein paar Meter, bevor wir auf ein kleines Hochplateau gelangen. Und genau hier ist es endlich soweit. Unsere Bikes haben nun offizielll die „3“ am Rücken!

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Mein Etrex zeigt als höchste erreichte Höhe 3’004m an. Auch das GPS von Manuel kommt auf exakt die gleiche Zahl. So einigen wir uns auf den höchsten jemals erreichten Punkt per Bike von 3’004 Metern über Meer!

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Die Freude ist natürlich bei allen groß. Und zwar nicht nur wegen der Höhe, sondern auch, dass ein weiterer happiger Aufstieg – mit zwei Schneefeldern inklusive – gemeistert wurde.

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Natürlich darf das Gruppenfoto nicht fehlen. Leider treffen wir hier oben keine hübschen Wanderinnen an wie gestern. So stapeln (auf Walliserdeutsch: „tischu“) wir einfach ein paar Rucksäcke aufeinander, Selbstauslöser bei der Kamera einschalten, Kamera auf den Rucksack stellen, „Push the button“ und schnell zur Gruppe sprinten… Hoppla – da wird es mir doch gleich ein bisschen schwindlig… Jaja, da habe ich wohl einen Moment lang vergessen, dass ich mich gerade auf 3’004 m befinde und einen anstrengenden Aufstieg hinter mir habe…:-)

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Wunderschön hier oben!

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Nach der ausgiebigen Pause steht als nächstes ein Besuch in der Cabane des Becs de Bosson an. Auch hier bestellen wir wieder Rösti – und zwar, weil wir es einfach gern haben. Und auch hier ist das gebotene sehr sehr lecker!

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Nach dem wohlverdienten Mahl in der warmen Hütte starten wir eine Abfahrt, auf welcher wir rund 2’500 Hm vernichten werden. Auch das ist ein neuer Rekord. Zudem wird das Meiste auf Trails sein…

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„Argentinier“ nennt die Online-Trail-Community diesen Trail. Und zwar aus dem einfachen Grund, weil er südwestlich vom Brasilianer ist. Also ungefähr genau so, wie das auch in Südamerika der Fall ist. Nun gut, dann schauen wir uns den mal an.

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Die ersten Meter sind purer Flow in einer unglaublich faszinierenden Umgebung! So kann es weiter gehen.

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Die Querung der Flanke unterhalb des Point de la Tsevalire ist dann ein bisschen tückisch. Sehr abfallend zur linken und eine handvoll, kurze unfahrbare Stellen. Höchste Konzentration ist erneut von Nöten.

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Grundsätzlich aber auch hier wieder Daumen hoch. Toller, fordernder Trail!

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Als wir wieder auf dem Grat sind, ist wieder Holytrail-Alarm. Besser als hier geht’s fast nicht!!!

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Beim Grand Bandon verlassen wir diesen Grat und stechen links nach unten. Rechts ist übrigens das Val Rechy und dort befindet sich der eben beschriebene Brasilianer. Diesen Trail habe ich letzten Herbst während des Wallis Cross noch gemacht. Doch leider ist seit diesem Jahr das Val Rechy ein Naturschutzgebiet und Biken dort nicht mehr erlaubt. So ist der Brasilianer, wie ich ihn gemacht habe, nicht mehr möglich. Hier verweise ich sehr gerne auf den ausführlichen Bericht meines Bloggerkollegen Rotscher.

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Dann wird der Trail über ein längeres Stück anstrengend. Er ist zwar fast durchgehend fahrbar, fordert aber uns alle. Eng, tief, durchsetzt mit kleineren Absätzen und teilweise ganz schön steil – Der Argentinier verlangt unsere vollste Konzentration. Aber geil ist das Ding natürlich trotzdem. Wir Biker mögen ja solche Trails, wo man auch mal was überlegen muss und nicht einfach nur blindlings runter düsen kann. Der Argentinier ist genau so einer!

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Und die Landschaft ist einfach unglaublich. Langsam wird es grüner und grüner.

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Vor der Alpe Lavegno ist ein flaches Stück, welches schon fast als Pumptrack durchgeht. Mit entsprechender Technik muss nur das wenigste getreten werden.

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Nach der Alp Lovegno wird der Trail nun einfacher. Er ist nun an den meisten Stellen breiter und durchgehend weniger tief.

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Freude herrscht auch hier. Wir glauben es kaum, wie lange wir nun schon auf diesem tollen Weg unterwegs sind.

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Oberhalb von Suen hat das Trailgaudi vorerst ein Ende und wir verlassen den Argentinier. Wir sagen „Vielen Dank“ und werden vorerst mit einem Aufstieg auf Strasse wieder auf den Boden der Realität zurück geholt.

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Abwechslungsreich auf Strasse (Asphalt und Schotter) mit einem steten auf und ab steuern wir Nax entegen.

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Bevor wir das schmucke Dorf wieder verlassen muss ein Fotostop auf dem Aussichtspunkt sein. Das Panorama auf das Unterwallis ist einfach genial!

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Nax…? Was war da nochmal…? Die Kenner unter den Wallisbikern ahnen es natürlich schon, was jetzt zum Finale kommt…

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Der untere Teil des Brasilianers bildet den würdigen Abschluss einer weiteren epischen Biketour im Wallis!

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Der Trail geht bis zu den Rebbergen runter und wir können es nochmals so richtig krachen lassen!

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Nun ist definitiv Schicht im Schacht und so radeln wir gemütlich der Rhone entlang bis nach Sion.

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Ach, war das wieder geil! Roli, Silvan, Simon und Manuel; Ich danke Euch, dass ihr bei diesem geilen Weekend mit von der Partie wart. Auch ausserhalb der Trails hatten wir stets ein Gaudi – wobei das ja eigentlich gar nicht anders zu erwarten war mit Euch…:-) Bis zum nächsten Bikeabenteuer, ich freue mich jetzt schon!

Distanz: 40 km / Fahrzeit: 4 h 51 min / Höhenmeter: 1’100 Hm

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3 Gedanken zu „Bikeweekend im Wallis: Hoch hinaus am zweiten Tag!

  1. Ja, Cabanne Becs de Bosson ist ein wunderschöner Ort. Die Landschaft rundum einfach genial. Mein Ziel wäre es, hier mal zu übernachten. Inklusive Abend- und Morgenstimmung Über den Grattrail muss ich ja nichts sagen

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