Die Singletrailtour von der Frutt zum Hasliberg!

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Vor sieben Jahren war es eine der ersten richtig langen Biketouren im alpinen Gelände für uns. Wir waren am Abend ordentlich platt denn solch lang anhaltende Trails fuhren wir noch nie. Jetzt sind wir ein paar Jahre älter und um einige Erfahrungen reicher. Deshalb wird es höchste Zeit, die Singletrailtour von der Frutt zum Hasliberg mal wieder auszuprobieren.

Um diese Tour ist vor ein paar Jahren ja ein richtiger Hype ausgebrochen. Der längste Singletrail der Schweiz sei es, meinte das Mountainbikemagazin Ride. Ein Trail welcher meistens flüssig zu fahren sei. Das war für uns damals der Grund, diese Tour zu fahren. Doch wurden wir 2009 eines besseren belehrt… Denn obwohl wir damals noch nicht so erfahren waren wie wir es heute sind, konnten wir doch schon beurteilen, was der Begriff „flüssig“ bedeutet. Und für unsere Geschmäcker hatte es einfach zu wenig Fluss und wir mussten zu oft absteigen damit diese Tour ihren Vorschusslorbeeren hätte gerecht werden können.

Nun gut, wie eingangs geschrieben wollen wir uns dies jetzt mal wieder ansehen. Nebst Silvan, der damals auch schon dabei war, ist auch sein Bruder Manuel mit von der Partie.
Wie vor sieben Jahren geht’s in Sarnen als Erstes mal auf den Bus. Dieser fährt heute nur bis Melchtal. Denn obwohl wir heute den Feiertag Allerheiligen (01.11.2016) haben, haben die Bergbahnen der Melchsee-Frutt ihren Betrieb bereits eingstellt und rüsten sich für die Wintersaison.

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So steigen wir in Melchtal aus. Noch im Schatten fahren wir das kurze Stück zur Stöckalp rauf. Dort beginnt dann der Hauptaufstieg zur Frutt. Gut 800 Höhenmeter Uphill warten auf uns.

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Die Strasse ist durchgehend asphaltiert und mehr oder weniger stets gleich steil.

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Oben beim Melchsee herrscht strahlendes Spätherbstwetter. Herrlich!

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Die Mittagspause machen wir im einzig geöffneten Restaurant dieses Gebiets. In der Erzegg gönnen wir uns eine währschafte Portion Älpler Magronen und eine Bratwurst mit Pommes. Schließlich müssen wir ja noch was zu verbrennen haben die nächsten Stunden…

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Da wie eingangs erwähnt die Bahnen ihren Betrieb bereits eingestellt haben, ist es sehr ruhig hier. Auf dem Weg zum Tannensee treffen wir nur vereinzelt Wanderer und eine Familie, welche ebenfalls auf zwei Rädern unterwegs ist, an. Auf dem Weg, der dem Südufer des Sees entlang führt, ist Vorsicht geboten. Einige kurze Stellen sind vereist.

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Dann geht’s schon bald ans Eingemachte. Der Aufstieg zur Erzegg muss verdient werden. Eine sehr steile Schotterpiste stellt sich uns in den Weg.

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Die Aussicht ist und bleibt fantastisch und kurz vor dem Gipfelkreuz wird der Weg etwas sanfter.

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Dann ist der erste Gipfel des Tages geschafft. Ein Wanderer, der zufälligerweise zur gleichen Zeit oben ankommt, erklärt sich freiwillig bereit, das Gipfelfoto von uns zu schiessen!

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Nach einer kurzen Pause wird es im weiteren Streckenverlauf sehr abwechslungsreich.

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Mal surfen wir über den genialen Trail und fühlen uns wie die Bikekönige…

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…um dann etwas später unsere Drahtesel wieder zu schieben.

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Doch die fahrbaren Stücke sind klar in der Mehrheit und die Szenerie hier oben ist schlicht atemberaubend!!!

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Vor dem Balmeregghorn, dem nächsten Gipfel, geht der Trail ein erstes Mal etwas länger abwärts. Hier ist wieder Flow pur angesagt.

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Der Schlussteil zum Balmeregghorn funktioniert dann nur wieder marschierend.

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Hier oben hat es zwar kein Gipfelkreuz. Trotzdem legen wir eine kurze Pause ein.

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Dann wird es richtig geil. Der Trail runter in diese namenlose Senke ist einfach genial!

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Dieser Weg präsentiert sich ebenfalls meistens flowig, wird aber regelmäßig durch etwas kniffligere Passagen unterbrochen. Teils ist es auch etwas abschüssig.

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Absolut genial dieser Abschnitt – wenn auch mit nur gut 100 Hm etwas gar kurz. Danach befinden wir uns auf einem genial angelegtem Höhenweg. Auch hier gibt es regelmäßig kurze Schiebepaßagen, welche den Fahrfluß etwas unterbrechen. Aber diese Aussicht, diese Farben, dieses Wetter, diese Berge,… was will man mehr…?

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Je mehr wir uns dem Alpentower auf der Planplatten nähern, desto flüssiger wird der Trail. Gegen Ende ist alles fahrbar. Absolut genial!

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Um zur Bergstation der Gondelbahn beim Alpentower zu gelangen, gilt es zuerst noch eine unglaublich steile Rampe zu bewältigen. Oben ist dann keine Menschenseele anzutreffen. So lassen wir es uns nicht nehmen, auf der anderen Seite den Aussichtspunkt zu besuchen.

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Die Freude an diesem Traumtag ist bei allen gross!

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Zur Qualität der Aussicht muss ich wohl nichts mehr sagen, oder? 🙂

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Bei der Retourfahrt übt Silvan noch ein wenig das Droppen.

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Der nächste Teil wird dann ein bisschen mühsam. Unmittelbar nach der Planplatten erwartet uns eine dreckig-nasse Piste. Wo ist denn hier der Trail geblieben, fragen wir uns?

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Zum Glück wird’s schon bald wieder trockener und schmaler. Das gefällt uns klar besser.

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Dieser Weg zur Häggenalp ist dann wieder ein Highlight!

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Auch hier gilt: Meistens flowig, mit ein paar kurzen, technischen Passagen drin.

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Die Häggenalp, ein möglicher Kafffeehalt, hat dann leider geschlossen. So ziehen wir gleich weiter zur Käserstatt. Hier gilt die Aufmerksamkeit vor allem den Schildern, welche vor der Absturzgefahr warnen.

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Bleibt man aber auf dem Weg, kann nichts passieren.

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Nach viel Flow und einem kurzen Schiebestück sind wir beim Leitistöck.

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Danach folgt eine rasend schnelle Abfahrt zur Käserstatt runter. Unsere Mundwinkel gehen weit nach oben!

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Jetzt dürfen wir wieder etwas mehr in die Pedale treten. Nach einer erneuten steilen Rampe gleich nach der Käserstatt ist der weitere Wegverlauf technisch nichts besonderes, doch führt er stets bergauf.

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Das geht natürlich nicht ganz spurlos an uns vorbei und die Beine wirbeln nicht mehr genau gleich wie noch zu Beginn. Doch Silvan und ich sind uns einig: Wir sind alleweil besser im Schuss als noch vor sieben Jahren. Zudem war damals bei weitem nicht so schönes Wetter wie heute.

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Einfach herrlich, wie sich dieser Pfad dem Berg entlang schlängelt.

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Den Gibel wollen wir jetzt natürlich auch noch erklimmen und so wandert das Bike ein weiteres Mal auf die Schulter.

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Oben angekommen gibt’s ein weiteres Foto mit Gipfelkreuz und wir lassen das atemberaubende Panorama nochmals auf uns wirken.

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Dann geht’s wieder mal runter.

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Bis nach Hornmettlen ist der Trail sehr einfach zu fahren, wenn auch teils etwas steil. Danach wird es nochmals ein bisschen spannend.

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Der Weg rechts um das Horn rum ist dann nur noch denen zu empfehlen, welche gegen Ende dieser Tour noch genügend Kraft haben, das Bike ein weiteres Mal kurz zu schieben. Zudem sind die fahrbaren Stücke teils auf ausgesetztem Gebiet und der Trail ist wirklich sehr schmal (oberes Bild)! Das erfordert erhöhte Konzentration was wiederum mehr Kraft benötigt.

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Vor sieben Jahren ließen wir dies aus, heute wagen wir es und uns gefällt dieses Ding ganz gut. Als Alternative kann man bei Hornmettlen nach links abbiegen und dann bei der Unterhornalp gleich wieder links halten. Danach befindet man sich bereits auf der Strasse, welche nach Lungern runter führt.

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Oberhalb der Alp Hüttstett legen wir nochmals eine kurze Pause ein und beraten den weiteren Verlauf der Route. Das Tal liegt bereits im Schatten und für den Rückweg werden wir sicher nochmals eine gute Stunde brauchen. Da wir Lichttechnisch nicht so gut ausgerüstet sind wie noch vor zwei Tagen an der Rigi, entscheiden wir uns relativ schnell die Strasse nach Lungern runter zu nehmen, um so schnell wie möglich nach Sarnen zu gelangen.

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So kommen wir zügig ins Tal runter und nehmen uns dann doch noch ein paar zusätzliche Minuten für ein paar schöne Trails nach Kaiserstuhl und Giswil runter. Dann setzt schon die Dämmerung ein und wir schaffen es gerade noch vor Einbruch der Dunkelheit zurück nach Sarnen.

Ein erneut langer Biketag ist zu Ende. Einmal mehr war’s grandios. Der Vergleich zu 2009 ist klar zu erkennen. Die Kraft reichte heute deutlich länger. Dies nicht nur wegen der besseren körperlichen Form sondern auch wegen der Erfahrung mit langen Trails, welche wir die letzten Jahre sammeln durften. Und von den anspruchsvollen Passagen sind wir heute wohl auch einige mehr gefahren als noch vor sieben Jahren. Stets spannend solche Vergleiche.

Danke an Silvan und Manuel für die Begleitung. Freue mich schon auf die nächste Tour mit Euch beiden!

Distanz: 60 km / Fahrzeit: 6 h 40 min / Höhenmeter: 2’000 Hm

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7 Gedanken zu „Die Singletrailtour von der Frutt zum Hasliberg!

  1. Super Bericht. Ja, das ist eine Tour die nicht zu unterschätzen ist, vor allem wenn man zur Melchseefrutt nicht die Bahn nimmt. Wir nahmen die Bahn, im Wissen, dass es dennoch eine sehr lange Tour werden wird. Den Aufstieg zum Balmeregghorn haben wir gleich nach dem See neben dem Schilift gewählt. In einer Stunde waren wir oben. Dafür reichte die Zeit oberhalb des Lungern Sees alle Trails hinunter mit einzupacken. Die musst Du auch einmal rocken, genial, aber doch recht Anspruchsvoll. Die Tour muss ich unbedingt auch wieder einmal unter die Stollen nehmen.

    • Danke Dir Hans für Dein Feedback. Den Trail nach Lungern runter kennen wir bereits von einer anderen Tour. Wir wussten daher, dass er anspruchsvoll ist und ließen ihn auch deswegen aus.

  2. Oha, diese Tour müsste ich auch wieder mal abfahren. Es ist bei mir ebenfalls schon sehr lange her 🙂 Ich finde solche Vergleiche zu früher spannend, wenn einige Jahre dazwischen liegen.
    Und ja, die Qualität vom Panorama musst du nicht erläutern. Hammer! Sowieso mit den Herbstfarben. Das Ganze noch ohne viel Rotsocken. Das gibt es auch nur wenn die Gondeln nicht fahren. Ideale Jahreszeit würde ich sagen.

  3. Super Bilder – diese Herbststimmung ist der Hammer!
    Leider hab ich es mit dem Bike noch nicht in diese Gegend geschafft (dafür mit grünem Gwändli…;-) ))…Auf der Wunschliste ist die Tour aber schon!

  4. Super Bericht!
    Ich war schon ein paar Mal in dieser Gegend aber ohne Bike „Skifahren & Wandern“, daher ist die schöne Panorama Bilder von deinem Bericht teilweise bekannt, einfach Super….!

    Ich versuche mal ob ich eine oder andere von „Gipfel (i) Stürmer“ Team dieses Bike-tour für nächste Jahr 2017 überzeugen kann (Sollte nach dieser Bericht wohl nicht schwierig sein)

    Gruss Davut

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