Am Gigathlon 2017 in Zürich!

Auch dieses Jahr hatte ich die Möglichkeit am Gigathlon teil zu nehmen. Mit dem fast identischen Team wie letztes Jahr ging es heuer in Zürich an den Start. Wir hiessen AMSTL und hatten die Startnummer 1459. Der Name hat übrigens nichts mit dem ähnlich heissenden Bier zu tun, sondern sind die Anfangsbuchstaben des ursprünglichen Teams.

Die Vorfreude war gross und steigerte sich stets, je näher das Giga-Weekend kam. So mache ich am letzten Freitagvormittag vom Bahnhof Luzern nach Uster auf. Dort muss ich mein Bike in der Wechselzone deponieren für meinen Einsatz von morgen.

Dieses Vorgehen finde ich eigentlich noch ganz gut so. Denn unterwegs bin ich jetzt ja sowieso und die kurze Reise morgen vom Camp nach Uster wird ohne Bike etwas gemütlicher.
In Luzern treffe ich beim einsteigen auf den Singleathleten Sandro Petrolli. Er machte schon an vielen Gigathlons mit. Die meisten bewältigte er dabei alleine – also eben als Singleathlet. Das heißt, dass er alle fünf Disziplinen am Stück nacheinander absolviert.
Auch besteht die Möglichkeit in der Kategorie Couple zu starten. Dort ist man zu zweit unterwegs und dabei muss mindestens eine Person eine Frau sein. Oder man macht in einem „Team of Five“ mit, so wie wir. Fünf Personen im Team und davon müssen zwei Frauen sein.

Inlineskating ist dieses Jahr nicht im Programm des Gigathlons. Mir persönlich ist dies mehr oder weniger egal, denn von allen fünf Disziplinen ist Inline diejenige, welche für mich am wenigsten in Frage käme. Anstelle dessen gibt es in Zürich einen CityTrailRun. Zudem wie gewohnt eine „normale“ Laufstrecke, Biken, Rennvelo und Schwimmen.

Sandro und ich unterhalten uns im Zug und sein Ziel ist es schlicht und einfach den Gigathlon geniessen zu können und ohne Schmerzen im Ziel anzukommen. Ich möchte meine beiden Bikestrecken mindestens unter vier Stunden absolvieren. Doch eigentlich sollte ich – wenn alles glatt läuft – in den Bereich von dreieinhalb Stunden kommen.

Zuerst gilt es das Bike auf dem bewachten Bikeparkplatz zu deponieren. Da wir bereits um die Mittagszeit in Uster sind, ist hier noch nicht viel los. Das wird morgen anders sein…

Schnell sind wir danach in der Zürcher Allmend bei der Saalsporthalle. Dort befindet sich das diesjährige Camp und somit der Dreh- und Angelpunkt des Gigathlons 2017. Als erstes esse ich gleich mal was denn ich habe Hunger. Danach checke ich gemütlich ein. Zum ersten Mal ist es dieses Jahr möglich, einzuchecken, auch wenn noch nicht alle Teammitglieder anwesend sind. Dies vereinfacht einiges denn ich kann jetzt bereits das erste Zelt aufstellen.

Die Stimmung ist locker und entspannt. Man hilft einander und macht die ersten Bekanntschaften. Auch stelle ich fest, dass Sandro, mit dem ich am Vormittag die Hinreise verbrachte, nur einen Steinwurf von unserem Zeltplatz entfernt ist.

Dann verschaffe ich mir einen groben Überblick über das Gelände und schaue mir unter anderem das Ziel an. Hier werde ich morgen mit dem Bike einfahren, da ich als fünfter und somit letzter unseres Teams unterwegs sein werde. Da freue ich mich schon tierisch drauf!

Als dann meine Teamkollegen Gabriela, Natalie, Alex und Moritz eintreffen wird noch rasch das zweite Zelt aufgestellt.

Nach dem „EsKommtGut-Selife“ von Moritz und mir gehen wir zusammen essen. Danach ist schon bald Schicht im Schacht denn der Wettkampf morgen startet früh,… sehr früh. Unsere CityTrailRunnerin Gabriela darf (oder muss…) bereits um 05.00 Uhr an der Startlinie stehen. Ob ich dann schon wach bin, lasse ich jetzt mal so im Raum stehen…:-)

Kurz vor vier Uhr morgens erwache ich bereits. Draußen ist nicht gerade die Hölle los doch es herrscht schon ordentlicher Betrieb. Nach ein paar mal wälzen im Schlafsack entscheiden sich Moritz und ich, uns den Start vom CityTrailRun anzuschauen und Gabriela anzufeuren. Auch Alex, der Dritte im Männerzelt, hat schon Tagwache. Denn er wird heute die zweite Teilstrecke absolvieren. Dies ist eine drei kilometerlange Schwimmstrecke im Zürchersee.

Die letzten Trailrunner nehmen noch ihr Frühstück ein, während Gabriela schon bereit für Ihren Einsatz ist. Kurz bevor es los geht, erwischen wir sie noch rasch für ein gemeinsames Foto!

Dann ertönt um punkt fünf Uhr morgens das Gigathlon Lied „Vivere“. Somit ist der diesjährige Gigathlon eröffnet. Der Start des CityTrailRuns ist in der Halle drin und die Läufer werden trotz früher Stunde von ihren Teamkollegen angefeuert. Auch wir schaffen es, Gabriela noch ein „Hopp Hopp“ hinterher zu rufen….-)

Sie genießt ihren Lauf, welchen sie an diversen bekannten Zürcher Sehenswürdigkeiten vorbei führt. Nach gut einer Stunde übergibt sie an Alex, der heute wie schon erwähnt die Schwimmstrecke unter die Flossen nimmt. Drei Kilometer am Zürichhorn hat er zu absolvieren.
Gabriela ist sehr zufrieden und schaffte die 12 km Runde in 1 h 01 min 28 sec. Sie meinte, dass es ihr sehr gut lief. So gratulieren wir zu Deiner Leistung!

Inzwischen nehmen Moritz und ich gemütlich unser Frühstück und entscheiden uns danach, bereits jetzt schon in die Wechselzone Uster zu gehen. Da ich doch tatsächlich zu Hause mein Zahnbürsteli vergessen habe (die Zahnpasta habe ich eingepackt), muss ich eh noch am HB ein entsprechenden Shop aufsuchen…;-)

Während dem Frühstück erwacht das Camp und strahlt in schönstem Sonnenschein. Sehen schon ziemlich cool aus, all diese roten Gigathlonzelte.

Auf jeden Fall mögen es Moritz und ich kaum erwarten, bis auch wir endlich unseren Einsatz haben.

Doch zuerst kriege ich das SMS, dass Alex die Schwimmstrecke in 59 min und 50 sec geschafft hat. Das nenne ich mal Massarbeit. Genauer kann man fast nicht unter einer Stunde kommen. Super Alex!

Während Moritz und ich nach Uster aufbrechen ist bereits unsere Rennvelofahrerin Natalie unterwegs. Ein Parcour mit 80 km und 1’200 Hm ist ihre erste Gigathlonprüfung überhaupt. Für sie ist die diesjährige Austragung die Premiere.

Bei unserer Ankunft in Uster checke ich kurz ob mein Bike noch im Park ist; Alles noch vorhanden, komplett und heil. Und im Gegensatz zu gestern ist der Platz nun fast voll mit Bikes.

Moritz und ich geniessen die lockere Atmosphäre in der Wechselzone Uster und gehen es vorerst gemütlich an.

Dann heisst es für Moritz: It’s Showtime. Kurz nach halb elf trifft Natalie mit ihren Rennrad ein. Sie wollte unter vier Stunden fahren und brauchte für Ihre Etappe gerade mal 3 h 32 min 40 sec. Super gemacht Natalie!!

Für Moritz steht nun eine Laufrunde von 18 km auf dem Programm. Es ist nun doch schon sehr heiss und die Temperaturen kratzen an der 30 Grad Grenze.

Während unser Läufer unterwegs ist, beginne ich nun als letzter unseres Team mit meinen Wettkampfvorbereitungen. Da hat ja jeder seine eigenen Rituale. Ich mag es sehr gemütlich, schaue den anderen ein bisschen zu, nehme mir für alles genügend Zeit, sauge die Atmosphäre auf, esse vielleicht kurz noch was – Hauptsache alles geht sehr gemächlich zu und her. Auf diese Art und Weise kann ich am besten die Spannung aufbauen.

Als Moritz nach 1 h 39 min 04 sec wieder in Uster eintrifft, brodelt es richtig in mir. Ich mag es kaum erwarten, bis ich endlich los kann. Moritz meinte bei der Übergabe des Zeitmesschips nur noch kurz, es war sche***e heiss! Wir klatschen kurz ab und ich bin weg.

Während ich noch kurz meinen Teamkollegen zu winke, kommt Moritz zurück. Mit der Zeit ist er nicht ganz zufrieden aber bei dieser Hitze sei wohl nicht mehr möglich gewesen, ergänzt er. Ich würde meinen: Super gemacht Moritz. Bei diesen Temperaturen muss man die 18 km zuerst noch unter 1:40 laufen!

Ich fühle mich von Anfang ganz gut. Natürlich werde ich einige Male überholt, denn die ersten rund 15 km sind mehr oder weniger flach. Und dieses Terrain liegt mir halt einfach nicht. Als es dann beim Greifensee endlich zur Forch raufgeht, überhole ich sofort ein paar andere Biker. Das fühlt sich doch schon besser an.

Der Parcour ist schön ausgewählt, aber für eine richtige Bikestrecke fehlen halt die Singletrails. Sehr wahrscheinlich war es im Kanton Zürich zu schwierig, die Bewilligungen dafür zu kriegen. Wie auch immer – einen schönen Biketrail vor dem Zürcher Zoo wurde dann doch noch eingebaut und der machte grossen Spass.

Irgendwo bei Streckenhälfte höre ich auf einmal einen Schrei und ein paar Meter später liegt vor mir eine Bikerin auf dem Boden. Ich halte kurz an und sie meint, sie sei soeben von einem Reh über den Haufen geworfen worden. Ich glaube kaum, was ich da höre. Sowas gibt’s dann doch nicht alle Tage…
Ein anderer Biker hält auch kurz an und wir erkundigen uns nach ihrem Wohlbefinden. Sie meint dann einen Moment später, dass sie wohl mit dem Schrecken davon gekommen sei und wohl weiter fahren könne. Ja, da hat sie nochmals Glück gehabt. Hätte schlimmer kommen können.

Mein Rennen verläuft dann so, wie ich mir das etwa vorgestellt habe. Im flachen versuche ich so gut es geht den anderen zu folgen und bergauf bin ich eigentlich fast nur am überholen.
Ich kann mein Tempo ganz gut durchziehen, werde dann aber gegen Ende der Strecke von ein paar Krämpfen etwas ausgebremst.

Spätestens beim Zieleinlauf sind diese kein Thema mehr und ich kann es so richtig genießen. Die letzten Meter führen dem Zeltplatz entlang und dann geht es über die Ziellinie. Ich lasse mir dafür genügend Zeit, klatsche mit meinen Teamkollegen ab und laufe mit gehobenem Bike durchs Ziel. Dabei kriege ich richtiggehend Hühnerhaut. Was für ein unglaublicher Moment. Die Leute applaudieren und alle erfreuen sich am Biker mit den knallgrünen Hosen, der sein Bike über die Ziellinie hebt.
Solche Sachen passieren dann bei mir in solch emotionalen Momenten einfach…:-)

Ich wollte sicher die vier Stunden Grenze knacken, rechnete mir aber schon eine Zeit so um die 3:30 aus. Am Ende benötigte ich für die 57 km und 1’000 Hm 3 h 06 min. Ich war super Happy. Ohne Krämpfe wär’s vielleicht noch einen Tick schneller gegangen. Aber das ist klagen auf hohem Niveau.

Es ist jetzt erst halb vier Nachmittags. Kein Vergleich zu letztem Jahr, als wir in Erstfeld an beiden Tagen jeweils erst nach 21:00 Uhr ins Ziel kamen. Wir haben nun genügend Zeit für ein Powernapping, um etwas zu essen und lassen diesen tollen ersten Gigathlon Tag mit einem Drink in einer Bar im nebenan liegendem Sihlcity ausklingen.

Der Sonntag und somit zweiter Wettkampftag beginnt mit der Schwimmstrecke am Mythenquai. Heute wagt sich Gabriela in den Zürchersee und bewältigt die 3 km in exakt 59 Minuten und 59 Sekunden. Präziser kann man diese Strecke nicht unter einer Stunde schwimmen. Well done, Gabriela!
Im Anschluss meinte sie, der Wellengang sei doch sehr hoch gewesen und es machte nicht allzu grossen Spass im Wasser. Trotzdem ging es ganz gut.

Natalie, welche gestern mit dem Rennvelo unterwegs war, lief heute die 19 km Laufstrecke von der Landiwiese zurück zum Zentralort bei der Zürcher Allmend. Sie lief so schnell ins Ziel, dass wir es nur noch schafften, sie von hinten zu photographieren. Schlussendlich benötigte sie dafür 1 h 49 min. Super gemacht Natalie!

Sie meinte, sie sei ganz zufrieden mit ihrer Leistung, doch es war auch dieses Mal wieder hart und sie hätte ein bisschen beißen müssen gegen Ende des Parcours. Auch die Temperaturen  haben bereits schon ein hohes Niveau erreicht zu dieser Tageszeit.

Als nächstes geht Alex auf die Piste. Die Strecke von rund 100 km führt über den Albis, über den Gottschalkenberg, nach Einsiedeln, über die Sihlseebrücke und von dort dem Zürcherseeufer entlang wieder zurück in die Wechselzone auf der Allmend.

Während Alex auf der Strasse unterwegs ist, lasse ich mich wieder in den „Gemütlichkeitsmodus“ fallen, denn ich bin als nächster dran. So hole ich mein Bike vom Parkplatz ab. Während andere an mir vorbei radeln, schiebe ich mein Focus gemächlich vor mich hin und lasse die Atmosphäre auf mich wirken.

In der Wechselzone drin haben wir alle deutlich mehr Platz als noch gestern in Uster. Ich erkenne auch ein paar Biker vom Vortag wieder und wir wünschen uns gegenseitig Glück.

Langsam kommt das Kribbeln wieder und ich freue mich sehr auf meine knapp 60 Kilometer, welche ich zu absolvieren habe.

Um punkt halb drei kommt Alex in die Wechselzone. Gut sei es gegangen, meinte er kurz. Für seine Strecke benötigte er 3 h 40 min. Klasse Leistung, Alex!
Ich montier den Zeitmesschip, wir klatschen uns kurz ab und ich bin wieder weg!

Nach etwa einer Minute geht es gleich bergauf. Super für mich, kann ich doch sofort die ersten Biker überholen. Nach 27 Minuten bin ich bereits bei der Folenweid angekommen. Auf dem Bergrücken, welcher den Uetliberg mit dem Albis verbindet, geht’s nun stets Richtung Süden. Sehr schön hier und trotz Rennmodus lasse ich es mir nicht nehmen, die wunderbare Aussicht auf den Zugersee etwas zu geniessen.

Weiter führt die Strecke via Albispass bis nach Sihlbrugg. Dort gibt’s einen Uphill auf Trail, welcher in einer kurzen Abfahrt nach Neuheim endet. Der folgende Abschnitt bis zum Verpflegungsposten in der Sihlmatt ist landschaftlich besonders reizvoll. Ich fahre kurz mit einem anderen Biker zusammen und wir sind uns einig, dass es hier wirklich wunderschön ist!

Den Verpflegunsposten nutze ich dann, um ein bisschen Bouillon zu trinken, Banane zu essen und den Bidon mit einem leckeren Pfirsichtee auf zu füllen. Auch diverse Riegel kann man mitnehmen. Das Angebot lässt sich sehen.

Der letzte Teil ist dann wieder eher nicht auf mich zugeschnitten und beinhaltet nur noch marginal Aufstiege. Viele flache Stellen gibt es bis ins Ziel. Dafür habe ich heute keinen einzigen Krampf. Die beiden Portionen Pasta zum z‘ Mittag haben ihre Wirkung also nicht verfehlt :-).

Kurz vor dem Ziel dürfen wir noch über den Pumptrack des Bikepark Zürich rauschen. Wäre eigentliche eine coole Idee und ich mag solche Anlagen. Aber es hat einfach zu viele Biker zur gleichen Zeit drauf um in einen richtigen Flow zu kommen. Halb so schlimm, denn das Ziel ist gleich erreicht und ich gebe den Zeitmesschip an unseren Läufer Moritz, welcher zum Abschluss den 12 km langen CityTrailRun unter die Füsse nimmt, ab.

Ich bin erneut sehr zufrieden mit meiner Zeit und hatte wie gestern 3 h 6 min. Heute lief es wirklich sehr gut und ich konnte von Anfang bis Ende mein Tempo durch ziehen. Die letzten Kilometer durfte ich in einer 4er-Gruppe mitfahren. Da ging’s auch im flachen etwas zügiger voran für mich.

Viel Zeit bleibt jetzt nicht mehr bis Moritz im Ziel ist. Also kurz was essen und dann bereit sein für den finalen Zieleinlauf. Und siehe da, nach bereits 55 Minuten kommt Moritz ins Ziel geflogen und wir haben (wie letztes Jahr) grösste Mühe, ihm zu folgen :-). Wir schaffen es trotzdem, uns noch zu fünft einzureihen und überqueren zusammen die Ziellinie des Gigathlons 2017!

Wir sind alle sehr zufrieden mit unserer Leistung und glücklich, ein solch tolles Wochenende zusammen erlebt zu haben. Für mich war es bereits der vierte Gigathlon doch es ist jedes Mal sehr speziell. Auch dieses Jahr machte es wieder unglaublichen Spass!

Hier seht ihr nochmals die komplette Rangliste. Wir wurden im 247. Rang von 408 klassierten Teams rangiert. Da haben wir doch noch einige „Team of Fives“ hinter uns gelassen.

So bleibt mir zu guter Letzt nur noch, meinen Teamkameraden Danke zu sagen. Der Zusammenhalt war super und es hat mega gefägt, mit Euch diese drei Tage in Zürich zu verbringen. Vielen Dank Euch allen!
Ich von meiner Seite aus wäre sehr sehr gerne 2018 in Arosa/Davos wieder dabei. Zudem schreit dieses Gebiet ja förmlich nach richtig geilen Bikestrecken;-)! Wir werden sehen…

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