LET’S JUMP – Mein erster Tandem-Fallschirmsprung!!!

Mal etwas neues ausprobieren, mal was verrücktes machen…, da braucht es jeweils nicht allzu viel, um mich dafür zu überreden. So kam vor ein paar Wochen mal die Anfrage meiner Arbeitskollegin Fabienne, ob ich denn mal Lust auf einen Tandem-Fallschirmsprung hätte? Sie habe noch einen Gutschein und würde es cool finden, wenn noch jemand mitkäme. Zahlen müssten wir dann unseren Jump schon selber, meinte sie grinsend. Trotzdem sagte ich ohne groß zu zögern Ja und Sandra, eine weitere Arbeitskollegin ließ sich auch problemlos dafür überreden. Fabienne hat ihren ersten Sprung bereits in Namibia gemacht – mit Blick auf die Wüste und das Meer. Für Sandra und mich wird es eine komplett neue Erfahrung sein.
Deshalb hier für einmal ein Bericht, welcher nichts mit biken am Hut hat.

So treffen wir uns an einem warmen Sonntagabend im August beim Flugplatz Neudorf-Beromünster. Springen werden wir mit den Jungs vom Paraclub Beromünster.
Speziell dabei ist, dass ich gerade mal einen guten Kilometer vom Flugplatz entfernt aufgewachsen bin. Ich werde während des Flugs also meine ganze Heimat sehen können.

Doch bis wir in die Höhe dürfen gibt es noch eine kurze Schulung durch Mike. Zufälligerweise wird er dann auch gleich mein Tandemmaster sein, an dem ich während des Sprungs befestigt sein werde.

Der Ablauf in der Luft wird dabei folgendermaßen erklärt. Beim Absprung und die ersten paar Sekunden danach die Hände auf die Brust. Danach kommt die sogenannte „Freefallphase“. Dort die Hände dann nach vorne gestreckt. Kurz bevor der Schirm aufgeht, die Hände wieder auf die Brust. Dies wird dann jeweils durch ein Schulterklopfer von Mike signalisiert. Ob dies alles so klappen wird…?:-)

Nachdem die Anzüge gefasst sind, muss natürlich noch ein Gruppenfoto sein.

Fabienne, Chregu, Sandra

Schon bald machen wir uns mit den jeweiligen Tandemmastern bekannt. Sandra wird mit Andy springen…

…Fabienne wird mit Max in die Luft gehen…

…und ich werde wie erwähnt mit Mike das Vergnügen haben. Zusätzlich wird bei mir auch noch Michi mitspringen. Er wird ein Video von meinem Sprung machen und zusätzlich ein paar Fotos schiessen. So ein Andenken muss dann beim ersten Jump schon sein!

Die Gschältli sind montiert und der Flieger wartet schon. Es gibt kein zurück mehr…!

Noch ein letztes Foto mit Mike und wir heben ab.

Die Nervosität, gemischt mit Vorfreude, nimmt langsam zu.

Bevor es losgeht geniessen wir noch den wunderbaren Sonntagabend aus der Höhe. Die Sicht ist toll und ich fühle mich eigentlich noch ganz relaxt – den Umständen entsprechend natürlich…

Was wohl die nächsten Minuten passieren wird…?

Die Türe öffnet sich und zwei Springer (einer davon macht glaub irgendeine Prüfung) verlassen das Flugzeug schon mal. Schnell sind sie weg…

Jetzt gibt’s kein Zurück mehr. Sandra verlässt mit Andy als Erste den Flieger. Kaum ist sind die beiden abgesprungen, sind sie schon weg und aus meinem Blickwinkel verschwunden. Jetzt geht alles sehr schnell. Gemeinsam mit Mike rutsche ich nach vorne bis zur offenen Tür…

Und ich muss sagen, jetzt bin ich ordentlich nervös. Denn nun sitze ich an der Ausstiegskante – die Füsse sind bereits an der frischen Luft. Wir sind jetzt rund 4’000 m über Meer. So hoch war ich noch gar nie in meinem Leben, ausser wenn ich natürlich sonst mit einem Flugzeug unterwegs bin. Aber da sind ja jeweils die Türen geschlossen…
Das momentane Gefühl ist unglaublich. Ich schaue kurz nach unten und die Welt erscheint mir so klein. Ich sehe ein paar Strassen, Wälder, Wiesen,… alles aber sehr unscharf. Bevor ich mich etwas orientieren kann, zieht Mike meinen Kopf nach hinten…

2,…1,… und tschüss…!

und was dann passiert, liebe Leserinnen und Leser, kann ich Euch in Worten kaum beschreiben. Die ersten rund fünf Sekunden geht’s kopfüber nach unten.

Wir wirbeln einfach in der Luft umher… oder anders und besser ausgedrückt… wir fliegen!

Dieser Moment ist unbeschreiblich – und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Einfach unbeschreiblich!

Dann öffnet Mike den Stabilisierungsschirm und wir gelangen in die Freefallphase. Trotz allem realisiere ich den Schulterklopfer von Mike und strecke meine Hände aus.

Wir rasen nun mit rund 200 km/h dem Erdboden entgegen. Unglaublich was da abgeht. Einfach nur geeeeiillll!!! Da kann jede Achterbahn der Welt einpacken! Der absolute Wahnsinn!

Michi, der nebenan mit uns den freien Fall geniesst, ist brav am photographieren.

Auf dem unteren Bild sieht man links den Hallwilersee und rechts den Baldeggersee.

Die Ortschaft auf dem nächsten Bild rechts neben uns ist Beromünster. Knapp kann man auch noch Gunzwil erkennen, da wo ich aufgewachsen bin. Ich fliege also quasi nach Hause :-)!!!

Auf dem nächsten Bild sieht man den Sempachersee.

Wir befinden uns immer noch im freien Fall, doch der Boden kommt schnell näher – logisch mit rund 200 km/h!

Wie heißt es doch bei uns Bikern immer: „Auch der schönste Trail ist mal zu Ende.“ Und so ist es auch mit dem freien Fall. Deshalb muss Mike nach 48 (!) Sekunden freiem Fall den Fallschirm ziehen. Obwohl, vielleicht ist das in dem Fall ja besser so…;-)

Sehr schön zu sehen, wie der Schirm sich öffnet. Kompliment an Photograph Michi, der diese Szene perfekt erwischt.

Und dann ein weiterer unglaublich geiler Teil des gesamten Sprungs. Der Moment, wenn der Schirm sich öffnet, fühlt sich an, als ob jemand den Schleudersitz betätige und Mike und mich nochmals in die Höhe schießen würde. Natürlich gehen wir nicht nach oben, sondern bremsen einfach von etwa 200 km/h auf vielleicht noch 50 km/h runter. Aber der Effekt ist unbezahlbar!

Michi öffnet seinen Schirm etwas später als wir, damit er bei der Landung bereit für das Finisherphoto ist. Trotzdem schiesst er noch ein paar tolle Fotos von meiner Heimat!

Währenddessen schweben Mike und ich in der Luft, wir plaudern ein bisschen, geniessen die Phase des Schwebens und ich kann ihm genau erklären, wo ich aufgewachsen bin, wo ich in die Schule ging, etc… Ich würde mal sagen, dass dies doch ein wunderschöner Sonntagabend zum Fallschirmspringen ist, oder…?:-)

Das nächste (absolut geniale!!!) Bild hat die Mutter von Fabienne gemacht, welche am Flugplatz zuschauen kam. Oben bin ich, zusammen mit Mike. Unten rechts ist Sandra mit Andy, welche ja vor mir gesprungen ist. Und links von Sandra ist Photograph Michi, der wie oben erwähnt seinen Schirm etwas später öffnete, um ein wenig Vorsprung auf uns zu haben.

Michi ist dann sogar noch vor Sandra unten und kann sie mit Andy gleich noch bei ihrer Landung bildlich festhalten.

Als nächste sind Mike und ich im Landeanflug. Ich soll nur die Beine nach oben heben, meint mein Tandemmaster. Den Rest erledige er dann schon…

Und tatsächlich: Die Landung verläuft einwandfrei und ein paar Sekunden später könnte ich schon wieder aufstehen.

Das geht aber bei mir gar nicht so schnell, denn die ersten Momente nach der Landung zittere ich am ganzen Körper und habe ein riesen Grinsen auf dem Gesicht. Ich kann noch gar nicht realisieren, was da gerade abgegangen ist.

Einen Augenblick später ist auch Fabienne wieder unten. Ihr Tandemmaster Max setzt dabei einen wunderschönen Telemark in die Wiese. Perfekt!

Die Glückshormone leisten nun Höchstarbeit und ich kann mich fast nicht erholen. Es war einfach nur unbeschreiblich geil!!! Natürlich darf das Photo nach der Landung mit Mike nicht fehlen.

Alle sind sauber und ohne Zwischenfälle gelandet. Wir fühlten uns stets sicher mit den Tandemmastern des Paraclubs Beromünster. Wir sind uns alle einig, dass das nicht der letzte Sprung war. Und ich kann auch jeden verstehen, der behauptet, er sei süchtig danach. Denn bei mir hielt der „Rausch des freien Falls“ (ich nenne das Gefühl jetzt einfach mal so) bis Dienstagmittag an. In der Nacht von Sonntag auf Montag habe ich kaum geschlafen. Abschalten war unmöglich. Doch – Glückshormonen sei Dank – müde war ich auch den ganzen Montag durch kaum. Ich grinste den ganzen Tag. Zum Glück hat mein Chef auch schon einen solchen Sprung gemacht. So wusste er, was da gerade in mir abging…

Wie eingangs schon geschrieben, hatte Michi auch eine Videokamera dabei, welche er auf seinem Helm montierte. So entstand ein ziemlich cooler Film von den Vorbereitungen, vom Aufstieg mit dem Flieger, über den Sprung und des freien Falls bis hin zur Landung. Wirklich geil gemacht Jungs! Natürlich war es mir während des 48 sekündigen freien Falls fast nicht möglich, klar zu denken. Deshalb mache ich währenddem auch so komische Bewegungen und Grimassen… Freude pur, würde ich mal sagen!
Selbstverständlich möchte ich Euch diesen Film nicht vorenthalten und wünsche viel Spass beim anschauen! Bis zum nächsten Sprung…

 

6 Gedanken zu „LET’S JUMP – Mein erster Tandem-Fallschirmsprung!!!

  1. Ganz genial. Hut ab euch Dreien !!! Ich hätte wohl ein Herzstillstand beim Absprung.
    Und super Eindrücke aus der Luft. Vor allem auch ein mega cooler Film. Ein besseres Andenken kannst du nicht haben.
    Bravo Chregu und Mädels

    • Danke Rotscher. Das Andenken mit all den Fotos und dem Video ist wirklich supertoll. Muss und soll so sein beim ersten Sprung! Und auch die Mädels hatten ihren Spass am Sprung! 🙂

  2. verruckte chaib, cooli sach 8) … das wär glaub auch mal was für mich *g*
    super fotos, da spürt man den fun förmlich und dann das ganze auch noch über seiner heimat, besser gehts ja kaum.

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