Alpe Foppa – Capanna Tamaro und dann Downhill ohne Ende, 20.10.2008

Zu Beginn meiner Herbstferien wollte ich eigentlich drei Tage ins Tessin. Da der Wetterbericht aber bereits ab Dienstag nicht mehr so sicher aussah, entschied ich mich fürs erste mal für einen Tag in den Süden zu gehen. Ich machte etwas, was ich auf all meinen Velo- und Biketouren noch nie gemacht habe. Ich nahm eine Gondelbahn um mir die ersten 1000 Höhenmeter zu schenken. Ich sah’s als eine Art Belohnung für die harten Trainings fürs Alpenbrevet den Frühling und Sommer durch an.

Mit der Bahn reiste ich bis Lugano. Dort schnell die Ersatzkleider deponieren und mit dem Bummlerzug gings wieder ein paar Stationen zurück nach Rivera. Dort nahm ich dann die besagte Gondelbahn zur Alpe Foppa. War schon ein bisschen komisch anzuschauen. Statt dem gewohntem Bild mit Skis, welche an der Gondel eingesteckt sind, war es nun mein Mountainbike. Von dieser Premiere musste ich einfach ein Foto schiessen.

Oben angekommen machte ich zuerst einen auf Tourist und schaute mir die imposante Cappella di S. Maria degli Angeli von Mario Botta an. Ich muss sagen, architektonisch etwas von genialsten, was ich bis jetzt je gesehen habe.

Nun begann aber die Biketour auf einer teils sehr steilen Schotterstrasse, welche mich immer mal wieder zum absteigen zwang. Vorallem die vielen Stufen forderten mich sehr. Zudem kam ich im oberen Teil in dicken Nebel rein, was aber nicht störend war, denn die Temperaturen waren trotzdem angenehm.

Kurz vor der Capanna Tamaro blinzelte dann tatsächlich die Sonne durch den Nebel und auf dem Grat war ich dann gerade so auf der Nebelgrenze. Die Sicht veränderte sich laufend. Der Trail bis zum Pt. 1842 war dann quasi unfahrbar, da sehr felsig und rutschig.

Beim besagten Punkt 1842 trennten sich die Wege. Die Wanderer gehen hier rechts auf den Gipfel des Monte Tamaro und die Biker nehmen den Trail rechts runter zur Alpe Canigiolo. Bevor ich startete kam ich noch mit einer deutschen Wandergruppe ins Gespräch, welche mich fragten, wo denn hier der Radweg sei. Ich antwortete mit eine Lächeln: „Keine Ahnung, den suche ich auch.“ Nach einem kurzen lockeren Gespräch ging nun die nimmerendende Abfahrt los. Der obere Teil ist immer noch recht anspruchsvoll, doch je weiter ich in den Wald kam, desto flüssiger und schöner wurde der Trail. Und weil der Nebel sich nun definitiv aus dem Staub machte, sah ich auch von der Umgebung immer mehr. Landschaftlich war der Teil im Wald superschön.

Von der Alpe Canigiolo folgte ein herrlicher flacher Höhenweg alles dem Hang entlang.

Und dann war Laub angesagt. Laub soweit das Auge reicht – in Hülle und Fülle. In dieser Menge habe ich das noch nie gesehen. Und zum fahren gibt es betimmt angenehmere Untergründe, weil man Steine und Wurzeln dadurch natürlich nicht sehen kann.

In La Basso machte ich eine Balistoriegel Pause und weiter gings durch einen etwas mühsamen Teil, welcher mit groben Felsstücken und wieder mit viel viel Laub übersäht war.

Nun gings auf Schotter- und Asphaltstrassen weiter und ich traf dabei auf Vazifar‘ s Bänkli.

Von Cademario gings zur Kappelle San Bernardo, nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen zwischen Lugano und Teserette. Auch danach wieder wunderschönste und zwischendurch knifflige Singletrails.

Nach Iseo folgte zum Abschluss noch einmal ein etwas schwierigerer Trail bis nach Vernate, ein wunderschönes Tessiner Dorf, das Autofrei ist (soweit ich das feststellen konnte). Von dort hat man auch einen herrliche Aussicht auf den Lago di Lugano.

Nun rauschte ich auf Asphalt nach Agno und von dort auf der Hauptstrasse (grösstenteils Radweg) und einem Stück dem Lago di Muzzano entlang wieder zurück zum Bahnhof Lugano.

Distanz: 33 km / Fahrzeit: 3 h 10 min / Höhenmeter: 650 Hm

Download

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.