Alta Rezia Cross 2022, 2. Etappe: S-charl – Lago di Cancano

Nach einer erholsamen Nacht im Berghotel Crusch-Alba starten wir voller Vorfreude in die zweite Etappe unserer Tour. Heute stehen die ersten Trails auf dem Programm. Gaby und Reto sind gespannt, was sie erwartet.

Die heutige Tour beginnt mit einem angenehmen Aufstieg zur Alp Astras auf einer gut ausgebauten Straße. Die gleichmäßige Steigung lässt uns gemütlich ins Fahren kommen.

Nach der Alp erwartet uns der erste Trail der Tour, der leicht bergauf zum Costainaspass führt. Wir kommen schon gut ins schnaufen, doch der Trail ist sehr flowig und bringt uns in einen entspannten Rhythmus.

Gaby und Reto meistern ihre Trailpremiere auf einer mehrtägigen Tour mit Bravour. Das Lächeln in ihren Gesichtern spricht Bände.

Am Costainaspass legen wir eine kurze Pause ein, um die grandiose Aussicht zu genießen.

Danach folgt die steile und ruppige Abfahrt ins Val Müstair. Die breite Schotterstraße fordert uns durch lockeres Geröll und große Steine. Ich fahre langsam voraus und versuche stets auf der Ideallinie zu fahren, damit die beiden mir gut folgen können. Wir navigieren vorsichtig und alles geht reibungslos. Sehr gut gemacht Gaby und Reto!

In Tschierv gönnen wir uns eine Einkaufspause und füllen unsere Vorräte auf. Eigentlich hatte ich das Rifugio Monte Scale Park auf dem Radar für die heutige Unterkunft. Doch leider ist diese ausgebucht.
Ich wage trotz eher bescheidenen Internet Rezensionen einen Anruf zum Rifugio Val Fraele. Dort hat es noch Platz und Englisch können sie auch. Also gut, Zimmer ist gebucht und die Reise kann weitergehen. Zuerst halten wir aber die Mittagspause und die soeben eingekauften Sachen (Wurst, Brot, Käse) werden genüsslich verzehrt.

Dann geht’s auf aufwärts. Der Aufstieg ins Val Mora ist wie immer lang und steil. Ich weiss inzwischen gar nicht mehr, wie oft ich hier schon raufgefahren bin. Ist heute glaub das siebte Mal. Da gehe ich schon fast als Nationalpark-Junkie durch. Ist einfach eine geile Gegend hier!

Wir kommen alle gut rauf und auch heute machen meine Beine bestens mit. Bei der Scheune auf Döss Radond machen wir eine wohlverdiente Pause und genießen die weite Aussicht und die Ruhe.

Dann folgt das Highlight des Tages: der Weg durchs Val Mora. Der erste Teil führt uns durch offenes Gelände, wo eine Straße durch das Tal führt.

Die Ausblicke sind beeindruckend – weit, offen und überwältigend in ihrer Ursprünglichkeit. Nach jeder Kurve bietet sich uns ein neues Bild.

Wir können uns kaum sattsehen und sind einfach nur glücklich, hier zu sein. Und das Beste folgt ja erst noch. In der zweiten Hälfte des Tals wird aus der Strasse ein Trail. Und dieser Trail begeistert uns alle, auch mich bei der mittlerweile siebten Befahrung. Gaby und Reto sind zum ersten Mal hier und fast ein bisschen geflasht von der Schönheit dieser Natur und des Trails.

Der Pfad ist meistens flowig, mit kleinen technischen Passagen zwischendurch.

Hier werden Biketräume wahr!

Sprachlos ab dieser Schönheit machen wir bei der Landesgrenze zu Italien eine kurze Pause. Die haben wir uns verdient. Bereits werden die ersten Eindrücke des Tages verarbeitet.

Weit ist es jetzt nicht mehr. Bald erreichen wir den Lago di San Giacomo di Fraele.

Das intensive türkisblau des Sees begeistert mich bei jedem Besuch.

Wir fahren auf der rechten Seite des Sees. So können wir zum Schluss über die Staumauer fahren, welche die Grenze zum anderen See, dem Lago di Cancano, bildet.

Dann sind wir bei unserer Unterkunft, dem Rifugio Val Fraele. Das zweite Etappenziel ist erreicht.

Wir werden freundlich empfangen und die Unterkunft macht einen sehr sympathischen Eindruck. Schnell die Rucksäcke im Zimmer deponieren und dann wartet schon das Aprés-Bike auf uns. Mit einem Glas Weisswein stossen wir auf einen unglaublichen Biketag an!

Es ist traumhaft schön hier. Ich kann mich jeweils kaum sattsehen an den Farben der beiden Seen. Für mich ist diese Gegend so etwas wie mein Kraft- und Lieblingsort. Hier fühle ich mich immer sehr wohl und die Umgebung gibt mir viele positive Energie. Wieso das stets so ist, kann ich nicht genau sagen. Aber jeder hat glaub seinen Lieblingsort. Man fühlt es dann einfach.

Während Gaby und Reto am duschen sind, schlendere ich noch der Staumauer entlang und sauge die Szenerie auf.

Das anschliessende Abendessen ist vorzüglich. Es gibt Pasta zur Vorspeise (willkommen in Italien!).

Und Fleisch zum Hauptgang. Alles sehr lecker und auch das Dessert mag zu überzeugen.

Die teils negativen Internetbewertungen können wir nicht bestätigen. Hier ist es toll und wir fühlen uns sehr wohl.

Somit geht ein intensiver und eindrücklicher Biketag zu Ende. Was haben wir alles gesehen heute. Auch das Wetter hat bestens mitgemacht. So kann es weitergehen!

Distanz: 50 km / Fahrzeit: 4 h 10 min / Höhenmeter: 1’200 hm

Weiter zur 3. Etappe
Zurück zur 1. Etappe

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Nach oben scrollen