Bikespirit Colorado/Utah 2024 – Tag 17: Kokopellitrail, 4. Etappe

Wir verabschieden uns von der Rim Tours Crew. Nach vier unvergesslichen Tagen ist das letzte Camp Geschichte. Die Guides und die Küchencrew haben einen unglaublichen Job gemacht – wir fühlten uns bestens versorgt, sicher geführt und kulinarisch verwöhnt. Letzte Fotos, Umarmungen, ein paar Schulterklopfer, dann geht es los zur finalen Etappe des Kokopellitrails.

Heute steht etwas ganz Besonderes auf dem Programm: The Whole Enchilada – eine der bekanntesten Abfahrten Nordamerikas, wenn nicht weltweit. Sie beginnt klassisch auf dem Burro Pass auf über 3’300 Metern Höhe und endet nach rund 40 Kilometern und über 2’500 Tiefenmetern unten in Moab. Unsere Gruppe B startet etwas tiefer beim Warner Campground, direkt von unserem Lagerplatz aus. Es ist früh am Morgen, die Luft noch kühl, die Stimmung erwartungsvoll.
Ich habe mässig geschlafen und hatte mit der Kälte hier oben auf 2’800 m etwas Mühe nach den vergangenen heissen Tagen und milden Nächten. Entsprechend ziehe ich beim Start ein paar Schichten mehr an als bisher auf dem Kokopellitrail.

Nach einem kurzen Uphill auf Trail hat mein Körper warm genug. Weg mit der Jacke und die legendäre Abfahrt kann beginnen!

Den Auftakt macht der Hazard County Trail – ein schneller, offener und verspielter Downhill mit leichten Anstiegen, der durch alpine Kiefernwälder und offene Wiesen führt. Schon dieser Abschnitt bringt breites Grinsen.

Ein Traum, hier biken zu können. Die Aussicht ist endlos. Momentan cruisen wir durch hellgrüne Wiesen und lichte Wälder, doch unten ist bereits die Wüste sichtbar. Was die Vegetation angeht, wird das heute ein Wechselbad der Gefühle.

Danach geht es ein Stück auf einer Schotterpiste entlang des Kokopelli Trails, bevor wir wieder in den Singletrail-Modus wechseln – genauer gesagt zweigen wir in den Upper Porcupine Trail ein.

Der Trail schlängelt sich entlang einer eindrucksvollen Klippe mit fantastischen Ausblicken auf das Castle Valley. Technisch fordernd, aber durchgehend fahrbar

Eine Handvoll Schlüsselstellen schauen wir uns zuerst an. Rege wird über die Ideallinie diskutiert.

Dann drauf los. Auf dem ockerfarbenen Gestein hat man unendlich Grip. Einfach nur geil!

Bei aller Euphorie – Vorsicht auf die Kakteen. Sie sind überall!

Und wer gewinnt den ersten Preis für die schönsten Beine?

Weiter weiter, immer weiter. Es scheint kein Ende zu nehmen und das ist gut so!

Ein markanter Punkt: eine breite Felsplatte, die uns zum Anhalten, Staunen und Posieren einlädt. Der Blick in die Weite ist atemberaubend, die Welt scheint still zu stehen.

Rotkäppchen macht einen unglaublichen Job bisher. Ich hätte mir für diese Reise kein besseres Bike vorstellen können!

So sehen glückliche Biker aus!

Und wieder weiter, immer der Nase nach.

Die nächste spannende Stelle wartet schon. Hermann „The Herminator“ zeigt uns wie’s geht!

Da lasse ich mich nicht zweimal bitten. Wenn’s läuft und man sich gut fühlt, ist vieles möglich!

Mein Zimmerkumpel Kurt gleich hinterher. Genau. So. Geht. Das!

Der nächste Abschnitt heisst Eagle Eye – ein kurzer, knackiger Trail, der sich durch niedriges Buschwerk zieht und sich wie ein natürlicher Pumptrack anfühlt.

Es folgt Hawk’s Glide, etwas flacher, aber schnell. Inzwischen ist die Sonne hochgestiegen und die Hitze hat uns definitiv wieder eingeholt.

Eine letzte Schlüsselstelle fordert uns nochmals. Nicht alle getrauen sich, diese zu fahren. Ich fasse all meinen Mut zusammen und komme tatsächlich um diese enge und steile S-Kurve rum. Mein Gschpänlil feiern mich und ich kriege das Grinsen kaum noch runter. Wie heisst es doch so schön: „An Tagen wie diesen…“

Im Falcon Flow Trail wartet dann wieder purer Fahrgenuss. Der Trail ist neu ausgebaut, perfekt gepflegt, abwechslungsreich und mit natürlichen Wellen und Kurven versehen – ein echtes Bikeparadies.

Zum Schluss stürzen wir uns auf den Kestrel Run, den abschließenden Abschnitt des Systems. Die Beine sind schwer, der Kopf leicht – ein letztes Flowfeuerwerk bis zum Ende des Trailnetzwerks.

Dann spuckt uns der Trail beim Parkplatz an der Strasse raus. Das Feuerwerk ist vorbei. Kaum fass- und begreifbar, was da heute Vormittag passiert ist…

Auf der Straße rollen wir zurück nach Moab. Unterwegs passieren wir den berühmten Einstieg zum Slickrock Trail, der morgen unser Ziel sein wird.
In Moab im Redstone Inn beziehen wir unsere Zimmer. Dann gibt es Cheesecake – zur Feier des Tages, zur Feier der Beine, zur Feier dieser Tour.

Am Abend bei einem leckeren Burger blicken wir nochmals zurück. Es ist schwierig bis kaum möglich, das heutig erlebte in Worte zu fassen. Das war vielleicht der beste Biketag meines Lebens – auf jeden Fall einer der Allerbesten!
Die Trails, die Landschaft, das Team, die Stimmung – alles passte. Unglaublich, dass das alles echt war.

Distanz: 40 km / Fahrzeit: 2 h 54 min / Höhenmeter: 300 hm

Vorwärts zu Tag 18
Zurück zu Tag 16

2 Gedanken zu „Bikespirit Colorado/Utah 2024 – Tag 17: Kokopellitrail, 4. Etappe“

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Nach oben scrollen