Der letzte Abend steht an. Diese unglaubliche Reise neigt sich tatsächlich schon dem Ende entgegen. Wie schnell doch die Zeit vergeht.
Soeben sind wir von den abwechslungsreichen Moab Brands Trails zurück gekommen. Das hat nochmals grossen Spass gemacht und war ein würdiges Ende.
Wir haben am Nachmittag noch ein bisschen Zeit, bevor das letzte grosse Briefing von Luki auf dem Programm steht. Wir packen alles ein, was wir heute Abend nicht mehr benötigen. Luki liess die Tage vorher schon durchlauten, dass es morgen früh raus geht.
Vor dem Abendessen gibt’s dann die letzten ausführlichen Infos zur morgigen Abreise. Danach machen wir uns auf zum Abendessen.
Dieses werden wir alle zusammen einnehmen. Luki hat in einem Restaurant einen Raum für uns reserviert. Wir haben also eine private Party – so steht es auch in der Gaststätte beim Eingang geschrieben.
Zum Essen gibt es feines Fleisch und leckeren Cheesecake
Abschliessend hält Luki eine Abschlussrede und bedankt sich bei allen Teilnehmer:innen für die vergangenen drei Wochen. Alle haben super mitgemacht und einander unterstützt. Auch gibt es Danksagungen an die Crew von Rim-Tours, die heute Abend ebenfalls da sind.
Zu guter Letzt noch ein Gruppenfoto. Da ist sie, die ganze Bande – es war einfach geil mit Euch!!!
Die unersättlichen gehen noch in eine Bar, ich ziehe den Schlaf vor. Am nächsten Morgen um halb fünf klingelt schon wieder der Wecker. Noch etwas verschlafen geht’s rund sieben Stunden mit dem Shuttle wieder zurück nach Denver.
Aufgrund Stau unterwegs haben wir etwas länger als geplant. So sind wir bei Ankunft beim Hotel in Denver, wo wir unsere vor drei Wochen deponierten Bikebags abholen, etwas im Stress. Der Flieger von Stefan hebt schon bald ab – jetzt muss es schnell gehen.
Bei Ankunft am Flughafen helfen wir ihm gleich als erstes und er zischt ab zum Check-in. Ein paar Minuten später kommt er kopfschüttelnd wieder zurück und meint, sein Flieger habe vier Stunden Verspätung. Grüsse gehen raus an die Lufthansa – der ganze Stress vergebens.
Nun gut, die Zeit wird natürlich trotzdem genutzt. Auch beim einpacken der Bikes wird einander geholfen – genauso wie die letzten drei Wochen auf den Trails. Vor dem Flughafen herrscht reges Gewusel.
Ich kriege Unterstützung von Alessandro und Jörg – Rotkäppchen ist in rund einer Viertelstunde eingepackt. Das ging klar flotter als noch zu Hause bei der Abreise.
Alles bereit – ready for TakeOff!
Der Rückflug geht pünktlich und ganz angenehm von statten. Umsteigen in Reykjavik ist erneut zügig gestrickt, aber diesmal liegt sogar noch ein Kaffee drin.
Aufgrund der kurzfristig gebuchten Plätze mit mehr Beinfreiheit geniesse genügend Komfort im Flugzeug. Schlafen kann ich trotzdem nicht – kann ich nie während dem Fliegen.
Am Flughafen heisst es dann Abschied nehmen. Ich finde kaum die richtigen Worte.
Schlussendlich bin ich unendlich dankbar, dass ich die Möglichkeit hatte, diese Reise anzutreten. Es müssen mehrere Punkte erfüllt sein, dass so ein Trip überhaupt möglich ist:
Im Geschäft muss es passen, dass ich diese dreieinhalb Wochen weg sein kann, wofür ich glücklicherweise von Anfang an von meinem Chef Peter die nötige Unterstützung hatte.
Auch der finanzielle Aspekt muss beachtet werden.
Ich hätte gerne noch etwas mehr trainiert, kam aber die Monate davor doch ganz gut dazu.
Mit meinem Simplon Cirex Bike hatte ich ausgezeichnetes Material und für mich das bestmögliche Bike für diese drei Wochen. An dieser Stelle ein Dankeschön an meine Mechaniker des Vertrauens vom A-Team 2 Rad in Beromünster für ihre stets ausgezeichnete Arbeit und tollen Service.
Zu guter Letzt braucht es jemand, der „verrückt“ genug ist, eine solche Reise zu organisieren und dann auf die noch verrücktere Idee kommt, mich zu überreden, mit zu kommen. Mit Lukas Stöckli hatten wir den wohl bestmöglichsten Guide an unserer Seite. Assistiert wurde er von Co-Guidin Rebecca, die ebenfalls einen super Job machte.
Es war unglaublich spannend zu sehen, wie während der ganzen Reise alle Rädchen ineinander passten. Ich mag mich an keinen Moment erinnern, an dem irgendwas nicht klappte oder wir ein Problem hatten. Bei Fragen hatten Luki und Rebecca stets eine Antwort auf Lager. Diese Mammutaufgabe, einen solchen Trip zu organisieren, meisterten die beiden mit Bravour.
Und dann sind noch all die anderen Teilnehmer:innen, die einen grossen Anteil daran hatten, dass diese Reise für mich unvergesslich sein wird.
Ausser Luki kannte ich niemand und hatte keine Ahnung, wer da alles mitkommt. Ich fand diesen Gedanken im Vorfeld spannend, mich da einfach in diese Gruppe „rein zu werfen“ und zu schauen, was das so für Typen sind.
Tja, was soll ich sagen? Ich hätte mir keine besser Truppe vorstellen können. Von Anfang an fühlte ich mich sehr wohl in der Gruppe. Auch mit meinem Zimmergschpänli Kurt hat es von der ersten Unterkunft an gepasst und ich hätte mir keinen besseren Gefährten vorstellen können. Mit ihm und auch anderen bin ich weiterhin in Kontakt – es sind Freundschaften entstanden.
Noch Wochen und Monate nach der Reise habe ich jeden Tag mindestens einmal ein Bild / einen Moment / einen Augenblick dieser drei Wochen vor meinen Augen und kann für ein paar Sekunden zurück in die Erinnerungen dieses Abenteuers eintauchen. Manchmal kann ich kaum glauben, dass ich wirklich dort war. Das Verfassen dieser Berichte, durchschauen der Bilder und nun beim durchlesen der fertigen Texte lassen mich glücklicherweise wissen: „Bikespirit Colorado/Utah 2024 – ich war dabei!“.
Es gibt Reisen, die machen was mit einem. Diese drei Wochen in den USA haben genau dies mit mir getan.
Am Ende sage ich aus tiefstem Herzen: „Danke schön!“
Zusammengefasst hier alle Berichte mit direkter Verlinkung:
Tag 0: Anreise
Tag 1: Warm-up Tour in Durango
Tag 2: Telegraphtrails und Ned Overend-Bikepark
Tag 3: Die Mount Engineer Umrundung
Tag 4: Hermosa Creek Trail (Coloradotrail Prolog)
Tag 5: Coloradotrail, 1. Etappe
Tag 6: Coloradotrail, 2. Etappe
Tag 7: Coloradotrail, 3. Etappe
Tag 8: Coloradotrail, 4. Etappe
Tag 9: Eisenbahnfahrt von Durango nach Silverton
Tag 10: Lupinetrails und Bikepark in Crested Butte
Tag 11: 401 Trail in Crested Butte
Tag 12: Prolog in der Wüste von Fruita
Tag 13: North Desert Trails von Fruita
Tag 14: Kokopellitrail, 1. Etappe
Tag 15: Kokopellitrail, 2. Etappe
Tag 16: Kokopellitrail, 3. Etappe
Tag 17: Kokopellitrail, 4. Etappe
Tag 18: Slickrocktrail in Moab
Tag 19: Moab-Brands Trails























Danke für diesen tollen Bericht und das teilen dieser absoluten einzigartigen Momente 🙂
Die Motivation so was od. ähnliches zu machen ist massiv gestiegen. Deshalb auch gleich zwei Fragen in diesem Zusammenhang:
1. Ist man „pleite“, wenn man so eine Tour bucht
2. Da ich bald die 6* sehe (aber noch fit bin) – passt das in so eine Gruppe leistungsmässig?
LG und noch nochmals vielen Danke für diesen tollen Bericht!!!!
Urs
Hallo Urs
Erstmal vielen Dank für Deinen Kommentar. Schön, dass Dir meine Berichte gefallen haben. Es war eine wirklich unglaubliche Reise!
Zu Deinen Fragen:
1. Die Reise kostete Fr. 5’940.-. Da kam noch der Flug hinzu und wenn wir nicht in den Camps waren die Abendessen. Halbpension gibt es in den USA so gut wie nie. Weiter dann halt noch die Ausgaben, die man so hat (Getränke, Souvenirs, etc.)
Das muss schlussendlich jede:r selber entscheiden, ob es das einem Wert ist und ob es das Budget zu lässt.. Jedes Jahr könnte ich mir eine solche Reise nicht leisten, aber dieses eine Mal ging das und es hat sich alleweil gelohnt!!
2. Wir hatten einige in unserer Gruppe, die schon über 60ig waren und die fuhren mir um die Ohren. Das Alter spielt also keine Rolle. Entscheidend ist die eigene Fitness. Diesbezüglich wäre es sicher sinnvoll, wenn Du Dich mit Luki (oder mit wem du dann auf eine solche Reise gehst) im Vorfeld darüber austauschst.
Falls Du konkret mit dieser USA-Tour liebäugelst – die bietet Luki (vorderhand) nicht mehr an. Im ungefähr gleichen Zeitraum ist er drei Wochen in Kanada unterwegs.
Ich hoffe, ich konnte Dir etwas helfen und wünsche Dir viel Spass bei Deinen Abenteuern auf dem Bike.
Danke nochmals für Deine tolle Rückmeldung und liebe Grüsse
Chregu