Einen wunderschönen guten Morgen aus Romainmôtier. Die Tour geht weiter, sicher noch zwei Tage. Danach? Weiss ich noch nicht, schauen wir mal.
Nach dem Frühstück im Hotel St. Romain schwinge ich mich auf mein Bike und die siebte Etappe kann losgehen.
Es war wunderschön hier in Romainmôtier – bestimmt eines der Highlights auf diesem Cross. Und jetzt führt mich die Tour in meinen geliebten Jura. Ich mag es kaum erwarten, in die einzigartige Landschaft einzutauchen.
Von Beginn an fahre ich auf der Route Nr. 991 Dent de Vaulion Bike. Es geht gleich bergauf.
Der Aufstieg ist sehr abwechslungsreich. Mal moderat auf Teer, mal steiler auf Schotter.
Der erste flowige Trail lässt nicht lange auf sich warten.
Kurz vor dem höchsten Punkt erreiche ich eine wunderschöne Ebene.
Zum ersten Mal breitet sich dieses charakteristische Juralandschaftsbild vor mir aus: weite offene Flächen, dichte Wälder und dazwischen irgendwo eine einsame Scheune. Ich weiss nicht, was es ist, aber ich kann mich ab diesen Gegenden kaum sattsehen. Ich bin glücklich, hier zu sein.
Nach erreichen der Passhöhe Petra Felix fahre ich nach Le Pont runter.
Es ist Zeit für das Mittagessen. Ich habe Stand jetzt noch keine Unterkunft für heute, da meine Wunschbleibe, das Hotel du Cygne in Les Charbonnières, heute leider Ruhetag hat. Deshalb teste ich erstmal den Burger im Hotel de la Truite in Le Pont. Dieser schmeckt sehr gut und auch das Personal ist freundlich.
So fällt mir die Entscheidung relativ leicht und ich buche mir hier ein Zimmer für heute Nacht.
Es ist ein herrlicher Sommertag. Im malerischen Lac de Joux wird ausgiebig gebadet, die Menschen geniessen die warme Sonne.
Dieser Stimmung könnte ich mich am Nachmittag auch hingeben. Doch hier im Vallée de Joux gibt es ebenfalls noch weisse Flecken auf meiner Karte.
Einer dieser ist die Route Nr. 995 Le Grand Risoud Bike. Diese Route führt in den grössten, zusammenhängenden Wald von Europa – dem Risoudwald. Das Gebiet reicht weit nach Frankreich hinein. Aufgrund der Grösse des Waldes ist die Route entsprechend abgelegen. Ich bin sehr gespannt – auf die Abgeschiedenheit, aber auch die langen Trails, welche die Tour beinhnaltet.
Auf geht’s!
Kaum verlasse ich Les Charbonières tauche ich schon in die Einsamkeit ein.
Ein moderater Anstieg – meistens durch den Wald – bringt mich immer weiter in die Wildnis.
In der ungefähren Mitte des Uphills erreiche ich die nächste wundervolle Juraebene. Unglaublich schön!
Immer der Nr. 995 folgend…
…fahre ich durch den endlos grossen Risoudwald. Es ist ruhig und ich bin alleine unterwegs – der perfekte Ort, um zu entschleunigen.
Nach dem Refugio de la Belle Etoile beginnt der mit Spannung erwartete Trail der Landesgrenze entlang.
Dieser zeigt bereits auf den ersten Metern seine Zähne. Ich zirkle um die Steine herum und bin ständig am arbeiten. Doch der Schwierigkeitsgrad ist gerade so hoch, dass ich alles fahren kann und dabei noch Spass habe.
Später wird’s flowiger und zwischendurch etwas breiter. Ein toller und sehr abwechslungsreicher Trail.
Ich geniesse die einzigartige Stimmung an diesem wunderschönen Flecken Erde und bin fast alleine unterwegs. Nur eine Grenzwächterin kontrolliert eine Strasse, die vom Trail weg nach Frankreich rüber führt. Wie oben schon erwähnt ist die Grenze nur einen Steinwurf entfernt. Wir grüssen uns freundlich und da ich brav auf der schweizer Seite bleibe, darf ich ungehindert weiterfahren.
Nach dem Refugio du Poste des Mines (die oben abgebildete Schutzhütte) endet der geniale Trail auf dem Hügelzug und ich fahre ein kurzes Stück auf Schotterstrasse hinunter. Bald wechselt die Abfahrt in einen Trail über.
Und auch dieser Trail macht einfach nur Laune. Meistens flowig, eine angenehme Neigung aber immer mal wieder etwas steiler und leicht verblockt. Wurzeln, Steine – immer achtsam bleiben, aber alles mit einer ordentlichen Prise Genuss gewürzt.
Ich geniesse jeden Meter dieses Downhills und bereue es nicht, diese Tour einer Badesession im Lac de Joux vorgezogen zu haben.
Das nächste Schild lässt mich schmunzeln. Was da wohl kommt?
Alles halb so wild und problemlos fahrbar. Kurz nach dieser Passage verlasse ich den Wald und lasse mich zum wiederholten Male von der einzigartigen Juralandschaft verzaubern.
Kurz vor Le Sentier zweigt die Route rechts ab. Ein kurzer Trail wartet noch. Dieser ist der Abstecher meiner Meinung nach nicht wert. Beim etwas sperrigen Einstieg muss das Bike raufgeschoben werden und der folgende (Haupt-)Trail ist zu kurz, damit sich das Ganze lohnt.
Das nächste Mal würde ich einfach auf der Strasse bleibend ins Dorf runter rollen.
Zurück fahre ich dem Weg am Südostufer des Lac de Joux entlang. Dieser ist offiziell erlaubt für Fahrräder und eine sehr schöne Alternative zur Strasse – die ich trotzdem kurz mal befahren muss.
Der Pfad ist super schön dem See entlang angelegt. Es ist herrlich, hier zu radeln. Mit den Fussgängern gibt es keine Probleme.
Wieder zurück in Le Pont parkiere ich mein Bike im Keller des Hotels und geniesse eine leckere Forelle zum Essen. Alles passt hier und das Personal ist auch beim Abendservice sehr freundlich.
Während des Verdauungsspaziergangs geniesse den wunderschönen Abend am See. Der nächste tolle Tag neigt sich dem Ende entgegen.
Die siebte Etappe war die erste mit richtig langen Biketrails. Die Route durch den Risoudwald hatte ich schon lange auf dem Zettel. Toll, dass ich diese Schleife heute fahren konnte. Und es hat sich sehr gelohnt. Die Qualität der Trails und das abgelegene Gebiet haben mir äusserst gut gefallen. Der Jura überzeugte einmal mehr.
Distanz: 53 km / Fahrzeit: 4 h 15 min / Höhenmeter: 1’040 hm

















































