Das Abenteuer beginnt dort, wo der Asphalt endet – mein Gravel-Startschuss!

Wie im letzten Bericht meiner Tour ins Welschland nachlesbar, löste der Speichenbruch meines Bikes ein unvorhergesehenes Ereignis aus.
Die Kurzversion der Geschichte: Aus dem Besuch beim A-Team 2 Rad in Beromünster (wegen des Speichenbruchs) resultierte im Endeffekt der Kauf meines ersten Gravelbikes, einem Simplon Inissio.
Die etwas längere Edition der Story nun hier in diesem Blogpost.

Drei Tage nach meinem Defekt, kurz vor dem Ziel meiner Tour am Genfersee, konnte ich bereits zu Marcel und Stefan in die Werkstatt gehen. Während Mäsi dem Vorderrad meines Bikes eine neue Speiche einbaute, schaute ich das wunderschöne Bianchi-Rennrad an, dass die beiden im Schaufenster stehen haben. Im Zuge dessen sprüchelten und witzelten wir ein bisschen über mein inzwischen 20-jährigen Villiger-Rennrad, das ich kaum noch benutze.
Die beiden meinten dann, dass ein Gravelbike doch das Richtige für mich wäre. Ich war der Idee erstmal abgeneigt und schlug vor, mein Rennrad mal vorbei zu bringen. Vor allem die Felgenbremsen machen wirklich keinen Spass mehr. Zudem; alles was ich mit einem Gravelbike fahren kann, ist mit Rotkäppchen sowieso schon möglich – so mein Gedanke. Deshalb brauch ich da nichts Neues.

Ich konnte mein Rennrad noch am gleichen Tag vorbei bringen und es nur einen weiteren Tag später wieder abholen. Was für ein super Service von den beiden!
Also einen Tag später wieder in der Werkstatt, meinte Stefan, dass da nicht viel zu machen sei mit den Bremsen. Er reinigte die Felgen und ersetzte ein Paar Beläge. Ich hätte jetzt ein bisschen mehr Bremsleistung, aber der Nutzen ist gering.

Okey, dann ist es halt so, dachte ich mir…

Und dann ging alles sehr schnell. Mäsi kam mit einem Gravelbike in einem matt-blauen Farbton daher.
„Hier, nimm das mal und dreh eine Runde damit“, sagte er mir – ohne mich gross zu fragen, aber auch, ohne mich dabei unter Druck zu setzen, dies dann auch kaufen zu müssen.
Ich schaute das Radl an und das erste was mir dazu einfiel: „Mäsi, dieses Bike ist wunderschön. Damit hätte ich jetzt nicht gerechnet, aber gerne nehm ich Dein Angebot an und probiere das mal aus.“

Er stellte mir noch die Sattelhöhe ein und montierte mir ein Pedal. Dann war ich schon abfahrtsbereit.

Da ich an diesem Tag bereits eine längere Wanderung hinter mir hatte, gabs nur den einen Kilometer von der Werkstatt bis zu mir nach Hause. Die längere Probefahrt musste also noch warten. Das erste Gefühl war aber schon mal sehr gut.

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Drei Tage später wollte mein Bruder Lukas mit mir biken gehen. Dieser Tag war aber der einzige, der mir noch blieb für die Gravel-Testtour, bevor ich es wieder zurück bringen musste. So einigten wir uns auf eine Gravelrunde, ohne gross dabei Trails zu befahren.

Also dann los!

Während Luki mit seinem E-Bike mitfuhr, konnte ich das Simplon Inissio Gravelbike ausgiebig testen. Die Sonne schien und die Bedingungen waren perfekt!

Der erste Kilometer unserer Tour war noch auf Aspahlt, doch schon da spürte ich, wie toll das Bike rollt. Ich konnte kaum einen Unterschied zu meinem museumsreifen Rennrad feststellen.
Der erste Gravelsektor war dann ein spezielles Erlebnis. Mit der gleichen Geschwindigkeit wie noch die letzten Meter auf Teer rollte ich auf die Schotterstrasse – und konnte einfach so weiterfahren.
Schnell spürte ich aber, dass beim Vorderrad doch ein bisschen weniger Marge vorhanden ist als beim Mountainbike. Hin und wieder rutschte ich leicht. Da musste ich ein bisschen kontrollierter fahren. Ist im Endeffekt nur logisch aufgrund der deutlich dünneren Pneus, doch genau dafür sind Testfahrten da, um solche Dinge zu fühlen.

Wie auf den Fotos zu erkennen hatte ich mächtig Spass mit dem Fahrrad. Es rollt unglaublich gut – egal ob auf Gravel oder Teer. Auch wenn es etwas ruppig wird, kommt das Velo super mit. Nur muss ich dann ein bisschen mehr arbeiten, als beim Fully – sprich: Ich kann nicht einfach nur drüberrollen, sondern muss eine raue Stelle etwas ausbalancieren. Die Unterschiede kriege ich einige Male zu spüren.

Bewusst haben wir bei der Route verschiedene Abschnitte eingebaut. Flach, steil bergauf sowie steil bergab, feinster Gravel aber auch anspruchsvollen Schotter und natürlich auch Asphalt – es war alles dabei um das Bike auf Herz und Nieren zu testen.

Am Ende war die Begeisterung riesen gross und nach dieser Probefahrt war für mich der Kuchen schon so gut wie gegessen – ich werde dieses Bike mit grösstmöglichster Wahrscheinlichkeit kaufen.
An dieser Stelle auch ein Dankeschön an Luki für die Begleitung und die tollen Fotos, die Du von mir gemacht hast!

Zum vereinbarten Rückgabezeitpunkt traf ich wieder bei meinen beiden Mechanikern des Vertrauens ein. Wir waren uns schnell einig beim Preis und somit war alles klar: Dieses Bike gehört nun mir. Ich freute mich sehr und war da schon gespannt, was ich mit diesem Fahrrad alles erleben werde.

Mitnehmen konnte ich es noch nicht, da Mäsi mir noch eine andere Übersetzung montierte und die Räder auf Tubeless umrüstete. Rund eineinhalb Wochen später war es dann soweit.
Ausgiebig wurde dem Bikefitting Zeit gegeben und wir feilten an der richtigen Sattelhöhe, die im Endeffekt 4 cm tiefer war, als beim MTB. Ich war leicht unsicher, ob das so passen würde. Beim Einstellen fühlte es sich aber sehr gut an. „Fahr mal so los, du kannst jederzeit etwas nach oben gehen, wenn Du ein ungutes Gefühl hast“, meinte Mäsi.
„Alles klar, dann versuch ich das mal so“, war meine Antwort.

Noch kurz ein Foto vor der Werkstatt und die erste, offizielle Graveltour konnte beginnen.

Ich fuhr also gleich nach dem Kauf die erste Tour. Diese führte mich unter anderem an den Hallwilersee und auf vielen Gravelsektoren und ein paar kurzen Trails wieder nach Hause. Am Ende resultierten 42 km und 600 hm.

Den Kauf bereue ich keinesfalls. Das Ding rollt wie eine Rakete und macht mächtig Spass. Egal, ob Gravel oder Teer, es geht fast wie von alleine. Auch flowige Waldtrails sind kein Problem. Begeisterung pur!

So kann es gehen. Du gehst wegen einem Defekt deines Bikes zum Velomech und kommst mit einem neuen Rad wieder raus. Gut, das ist jetzt ein bisschen gar überspitzt formuliert. Zudem möchte ich nochmals betonen, dass ich zu keinem Zeitpunkt zum Kauf gedrängt wurde – Mäsi hatte einfach das richtige Gespür für das richtige Bike für mich. Am Ende lag die Entscheidung alleine bei mir.
So wird dieses gute Stück mein Ersatz für das Rennrad sein. Dieses werde ich nächstens wohl verkaufen. Pressiert aber nicht. Es ist gerade noch so Platz für drei Räder im Keller :-). Und natürlich wird es weiterhin Touren geben mit meinem Mountainbike – das ist klar.

So danke ich nochmals den Jungs vom A-Team 2 Rad in Beromünster für den tollen und kompetenten Service, den ich geniessen durfte und dies auch weiterhin darf.

Ich bin sehr gespannt, was ich mit meinem neuen Spielzeug alles erleben werde und freue mich auf jede zukünftige Ausfahrt.
Und so viel sei verraten: Es könnte spannend werden im Blog die nächsten Berichte.
Stay tuned…!

2 Gedanken zu „Das Abenteuer beginnt dort, wo der Asphalt endet – mein Gravel-Startschuss!“

  1. Gravel is king! willkommen im lager der schmalen leicht profilierten pneus *g*

    Beim lesen deines berichtes musste ich schmunzeln, denn genau gleich ging es mir, als ich mir meinen kiesflitzer holte … und mittlerweile lege ich über die hälfte meiner jahreskilometer damit zurück 😉

    Btw: cooles neues outfit deines bloges 8)

    1. Vielen Dank lieber Sven für deinen Kommentar.

      Bin immer noch stark begeistert von meinem Gravelbike und ich bin mir sicher, dass ich noch viel damit erleben werde,

      Danke für Dein Kompliment bezüglich meinem Blog. Dieses Facelifting war überfällig!

      Liebe Grüsse
      Chregu

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