Gotthard einmal anders – Mit dem Gravelbike zu den Bergseen

Guten Morgen aus Andermatt. Ich habe semi gut geschlafen, aber das kommt gerne vor in der ersten Nacht an einem neuen Ort. Trotzdem fühle ich mich gut genug für die nächsten Erlebnisse auf zwei Rädern. Auch heute wähle ich das Gravelbike als fahrbaren Untersatz und mache mich bei strahlendem Sonnenschein auf den Weg.

Ich radle zu Beginn dem Bikeweg der Reuss entlang bis nach Hospental.

Der Dorfkern ist klein, aber sehr schön.

Dann beginnt der Aufstieg. Zu Beginn auf der alten Strasse…

…und etwas weiter oben auf der neuen Paßstrasse. Erneut komme ich gut voran.

Circa 200 Höhenmeter vor der Passhöhe zweigt die Radroute wieder auf die alte, diesmal gepflasterte, Strasse ein.

Hier hat es kaum Verkehr und optisch sind die Pflastersteine ein echter Hingucker. Im Gegensatz zu gestern ist das Gravelbike hier die ideale Wahl.

Etwas später erreiche ich den Gotthardpass.

Auch wenn einiges los ist hier oben, ist die Umgebung wirklich sehr schön.

Auch zum wandern würde es einem hier nicht langweilig werden.

Ich habe leichten Hunger und leiste diesem Umstand mit einer Bratwurst Abhilfe. Vitaminreiche Sportlernahrung ist durch nichts zu ersetzen.

Frisch gestärkt mache ich mich wieder auf den Weg und folge der Bikeroute Nr. 65 Gottardo Bike. Diese führt links vom Gotthard in ein wunderschönes einsames Tal. Hier ist der Trubel von vorhin weit weg.

Bei der ersten Abzweigung verlasse ich die Route kurz, um zum Lago della Sella zu gelangen. Die Anfahrt zur Staumauer ist nur einen Kilometer lang, aber mit Rampen von bis zu 15% sehr steil.

Doch wie immer lohnen sich die Mühen. Der Blick auf den See und dessen Umgebung ist absolut lohnenswert.

Ich fahre noch ein kurzes Stück auf der rechten Seite (noch etwas steiler) bis zum Punkt 2’296 zu den beiden Gebäuden. Dort mache ich eine kurze Pause und geniesse Landschaft und Ruhe.

Danach rolle ich den gleichen Weg zurück bis zur Abzweigung und fahre ab sofort wieder auf der Bikeroute.

Ich treffe vereinzelt ein paar andere Velofahrer an, aber grundsätzlich ist es sehr ruhig hier. Die Strasse windet sich, meistens bergauf, dem Hang entlang.

Es hat schon fast was meditatives, hier zu radeln.

Der Passo Scimfuss auf 2’241 m ist der höchste Punkt des heutigen Tages. Ich komme mit einem Pärchen ins Gespräch – die beiden sind auch auf den Bikes unterwegs. Zusammen geniessen wir die einzigartige Aussicht auf die Leventina und das Bedrettotal.

Dann geht’s auch heute wieder die gleiche Strecke zurück bis zum Gotthardpass.

Mein Magen meldet sich wieder und braucht Nachschub. Ich bestelle mir beim Restaurant Militärküche eine Portion Ghackets mit Hörnli, die mir aus der guten alten Gamelle serviert wird.

Während ich am Essen bin, fährt unmittelbar neben meinem Tisch die historische Postkutsche vorbei. Ich habe sozusagen einen VIP-Platz, um das Geschehene mit zu verfolgen. Wunderbar.

Jetzt bin ich definitiv satt und breche wieder auf. Mit dem Lago di Lucendro habe ich eine letzte Zusatzschlaufe auf der Liste.

Wie beim Lago della Sella ist auch der Anstieg zum Lucendro kurz und steil.

Und genau so lohnen sich die Mühen auch hier.

Zu Fuss erklimme ich rasch den Mottolone auf 2’180m und geniesse eine herrliche Aussicht auf den Gotthardpass.

Dann ist Schicht im Schacht und ich rolle die gleiche Strecke wieder zurück ins Tal nach Andermatt.

Glücklich und zufrieden komme ich in meiner Wohnung an. Im Gotthardgebiet gab es vor dieser Tour noch einige weisse Flecken auf meiner Karte, die ich mir schon lange einmal anschauen wollte. Nun konnte ich sie alle ausradieren und darf auf einen erneut erlebnisreichen Tag zurück blicken.

Abgerundet wird das Ganze durch ein vorzügliches Risotto in der Alten Apotheke und einem gemütlichen Spaziergang durch Andermatt.

Distanz: 43 km / Fahrzeit: 3 h 06 min / Höhenmeter: 1’100 hm

3 Gedanken zu „Gotthard einmal anders – Mit dem Gravelbike zu den Bergseen“

  1. Hoi Chregu, auch Du bist ja immer noch mit Herzblut am bloggen 8) wir alten Blogdinosaurier halten die Fahne immer noch hoch.

    Superschöne Eindrücke von einer Region die ich gar nicht kenne, fahre immer nur unten drunter durch auf dem Weg ins Ticino. Zeit dies zu ändern, einmal muss man die berühmte Tremola ja fast gefahren sei als Biker, perfekt fürs Gravel. Mit dieser Postkutsche ist meine Mutter auch schon gefahren und auch bei der Gamelle musste ich schmunzeln, ist mir noch sehr präsent aus der Pfadizeit *g*

    Mach weiter so, liebe Grüsse und bis vielleicht irgendwann irgendwo!

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