BikeGrenzTrip 2014, 5. Etappe: Dascio – Rifugio San Jorio

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Auf den ersten Blick mag die Route der heutigen Etappe des BikeGrenzTrips etwas unspektakulär erscheinen: Flach dem See entlang bis nach Dongo und anschliessend 1’800 Höhenmeter rauf zum Rifugio San Jorio. Trails? Fehlanzeige. Erleben werde ich aber trotzdem einiges…

Das Frühstück im Hotel Mera in Dascio wird draussen serviert und schmeckt ausgezeichnet. Vor allem die süssen Leckereien haben es mir angetan…

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Es ist bereits angenehm warm und die Temperaturen kratzen schon zum Start der Tour an der 20 Grad Grenze. So bleiben die langen Kleider alle von Beginn weg im Rucksack.

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Ich weiss, dass die Zeit gut reicht für mein heutiges Vorhaben. Deshalb nehme ich es gemütlich dem Comersee entlang, geniesse das schöne Wetter und die tolle Umgebung. Zudem muss ich erstaunlicherweise wenig auf der verkehrsreichen Hauptstrasse fahren. Als Alternative gibt’s regelmässig schöne Fahrradwege.

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Für mich optisch immer reizvoll sind die ursprünglichen Dorfkerne der jeweiligen Ortschaften, sei es im Tessin oder in Italien. Enge Gassen, malerische Plätze und alte Gebäude – so achte ich bei den Vorbereitungen meiner Touren stets, dass sie nicht um, sondern durch die Dörfer führen.

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In Dongo esse was zu Mittag und mache dann mal einen ersten Versuch, das Rifugio San Jorio telefonisch zu erreichen. Auf der Homepage hat’s zwei Nummern. Bei der ersten kam nur ein Anrufbeantworter und bei der zweiten war ich wohl falsch verbunden. Ich möchte aber kein Risiko eingehen und die Unterkunft auf sicher haben, bevor ich mich an den Aufstieg ranmache.

So versuche ich es halt beim Rifugio San Giovo. Dort nimmt eine freundliche Dame ab, welche sogar ein bisschen Englisch kann. Schnell ist das Bett gebucht und die Reise kann weitergehen. So sind es jetzt halt „nur“ 1’5000 Hm statt 1’800, denn die Giovohütte liegt etwas unterhalb der Joriohütte.

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Die Steilheit des Aufstiegs hält sich in Grenzen und ist sehr angenehm zu fahren. Die Aussichten auf den Comersee sind super und auch hier hat jedes Dorf einen schmucken Kern.

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Durch die Ortschaften Stazzona, Germasino und Garzeno fahrend, gewinne ich stets an Höhe.

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Auf etwa 1’300 m wechselt die Unterlage von Asphalt auf Schotter. Ist aber nicht allzu ruppig und geht weiterhin gut flüssig zu fahren.

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Das Ende naht und ich spüre die aufkommende Müdigkeit und die schwindenden Kraftreserven. Nur noch ein paar Meter und ich hab es geschafft…

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Doch oh Schreck – ich glaube kaum was ich sehe! Das Rifugio Giovo ist geschlossen und keine Menschenseele ist weit und breit keine in Sicht. Dann gibt es wohl noch ein anderes Rifugio Giovo irgendwo in Italien welches gleich heisst und bei diesem ich für die heutige Nacht ein Bett reserviert habe. Hier aber ist definitiv nichts mit Ãœbernachten.

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Und jetzt? Es bleibt mir nichts anderes übrig, als die steilen 300 Höhenmeter zur San Joriohütte anzutreten. Klar sind 300 Hm nicht alle Welt, aber wenn man langsam etwas hungrig ist, die aufkommende Müdigkeit spürt und sich auf das Tourende einstellt, ist das vor allem mental nicht ganz so einfach.

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Zudem ist es Samstag Abend, viele Vereine sind auf ihren Herbstausflügen. Ob die Hütte vielleicht sogar ausgebucht ist? Oder ist sie vielleicht ebenfalls geschlossen?

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Ich schaue, dass ich vorwärts komme und probiere den Aufstieg so schnell wie möglich hinter mir zu bringen. Fahren kann ich aber nicht viel, da die Strasse einfach zu steil ist.

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Kaum rolle ich auf den Vorplatz, kommt mir schon eine Mitarbeiterin entgegen. Geöffnet ist also. Und auch Platz haben sie für mich. Was bin ich erleichtert!

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Die Freude ist riesengross, denn jetzt ist dieser steile Schlussaufstieg bereits geschafft und morgen sind es nun nur noch ein paar Meter bis zum Pass.

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Ich staune nicht schlecht, habe ich doch ein grosses Mehrbettzimmer für mich alleine. Die Leute sind alle sehr freundlich und das Essen ist ausgezeichnet.
Später war es dann aber doch vorbei mit der Ruhe. Eine Gruppe männlicher Biker, welche ebenfalls alles hochgefahren sind, feiern diese sportliche Leistung besonders ausgiebig und an schlafen ist für mich nicht zu denken. Zum Glück gibt es noch ein anderes Zimmer, in dem ich schliesslich meine Ruhe finde.

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Zum Frühstück gibt es leider nur Zwieback, Butter und Konfi. War grundsätzlich lecker, aber richtig genug kriegt man davon halt nicht. Falls es also einen Minuspunkt gibt, dann vielleicht das Frühstück. Sonst aber ist mein Fazit ganz klar: Rifugio San Jorio – sehr gerne wieder! Nur ihre Homepage dürften sie mal wieder aktualisieren…

Morgen? Da geht’s natürlich wieder über die Grenze in die Schweiz. Trails nach Bellinzona runter gibt’s viele, welchen ich nehmen werde, entscheide ich spontan. Vielleicht sogar ein Experiment, wir werden sehen.

Distanz: 50 km / Fahrzeit: 5 h / Höhenmeter: 1’800 Hm

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