Der spektakuläre Europaweg von Zermatt nach Täsch!

Dienstag morgen, Fluhalphütte, ein paar Minuten vor fünf Uhr. Der zweite Tag des BikeMeets hat soeben begonnen… Ich schaue kurz aus dem Fenster und stelle fest, dass der Himmel wolkenlos ist. Leider gilt dies dann nur für die Nicht-Matterhorn Seite. Das Horu selber ist dann leider doch noch in einer am Ort verharrender Wolkenhülle eingepackt. Trotzdem möchte ich mit dem ersten Tageslicht einen Teil meiner Blogger-Gschpänli zum Stellisee runter begleiten. Dort spiegelt sich das Matterhorn jeweils optimal im Wasser – Perfekt also für ein paar tolle Fotos.

Also los… doch Oh Schreck: Da hat doch jemand aus unserer Gruppe sein Bike mit meinem zusammen abgeschlossen. Und dann noch mit einem Zahlenschloss! Code selbstverständlich unbekannt… Wo diese Person* schläft, weiß ich nicht. Nun gut, nach schwachen drei Minuten meinerseits setze ich mich auf die noch menschenleere Terrasse, genieße die Ruhe und schieße von da aus ein paar schöne Bilder. Runterlaufen zum See möchte ich dann doch nicht…
(*Name der Redaktion bekannt)

Alles natürlich halb so wild :-). Trotzdem muss sich die anonym bleibende Person von mir ein paar Sprüche während des anschließendem Frühstücks anhören. Das gehört dann selbstverständlich dazu…;-)!

Nach dem z’Morge brechen wir schon bald wieder auf. Den Stellisee kann ich mir dann auch noch aus der Nähe angucken.

Rund zehn Minuten später sind wir beim Blauherd. Dies ist die Mittelstation der Rothornbahn. Dort wartet bereits Roman auf uns. Erneut wird er heute unser Guide sein. Heute steht der Europaweg auf dem Programm.

Diese Tour ist einer der Klassiker in der Region. Entsprechend bin ich darauf gespannt! Und dann beginnt der Trail dermaßen gut, dass bereits nach den ersten Metern bei allen die Mundwinkel steil nach oben gehen! Der Abschnitt vom Blauherd bis oberhalb der Tufternalp ist genau so, wie ich mir einen Holytrail vorstelle. Meistens flowig gepaart mit vielen (eher kleineren) Absätzen und Steinen. Auch hat’s ein paar interessante Kurven drin, welche ich fast alle fahren kann.

Ja, da strahlt der Chregu – so muss ein Trail sein!!

Nach dem Warm-up wird der Pfad jetzt ein veritabler Höhenweg. Konzentration ist gefragt, soll es doch vermieden werden, links runter zu fallen.

Auch hier dominiert der Flow. Schlicht grossartig dieser Weg. Aber aufgepasst – es warten im Mittelteil zwei, drei kurze aber teils knackige Gegenanstiege.

Ganz grosses Bikekino!

Etwas kniffliger wirds beim Abschnitt vor der Täschalp. Da hats zuerst eine sehr steile Stelle drin, bei welcher wir alle am schieben sind. Gegen Ende wird dann erneut ein wenig geschoben (die ganz Harten fahren einen Teil davon vielleicht sogar) weil der Weg einfach zu verblockt ist und zusätzlich kurz bergauf führt.

Die letzten Meter sind dann wieder purer Flow mit Ausblick zur Täschalp, wo wir unseren nächsten Halt planen.

Wer meine Blogberichte regelmässig liest, weiss, dass ich auch stets was zum geleisteten Service in den Restaurants und Hotels schreibe. All die Jahre war ich schon in vielen Unterkünften und Gaststätten doch eine solch herzliche und warme Begrüßung wie hier auf der Europaweghütte habe ich noch selten erlebt. Mit einem freundlichen Lachen werden wir von Charlotte begrüsst. Der Kuchen sei leider noch im Ofen, meint sie fast entschuldigend.

Obwohl es erst kurz vor elf ist haben einige von uns doch schon wieder Hunger. Auch der Verfasser dieses Berichts gehört zu denen und so gibt es ein erstes Mittagessen. Leckere Spaghetti Bolognese und ein sehr feines Walliserplättli werden brav aufgetischt und genau so brav aufgegessen. Leider fehlt danach ein bisschen die Zeit um noch auf den Nachtisch zu warten. Denn dem Duft des Kuchens nach, welcher aus der Küche zu entnehmen ist, wäre dieser bestimmt eine Sünde Wert gewesen…

Trotzdem entscheiden wir uns, weiter zu gehen. So haben Tina und Ben etwas mehr Zeit, denn sie müssen uns heute leider schon verlassen da sie einen weiteren Termin wahrnehmen dürfen.

Noch zu sechst nehmen wir den zweiten Teil des Europawegs in den Angriff. Der Charakter bleibt ähnlich. Meistens flowig, zwischendurch ein paar knifflige Stellen und das Ganze ist gewürzt mit einer handvoll kurzen Gegenanstiegen

Auch eine kurze Tragepassage gibt’s noch. Ist aber kaum der Rede wert.

Auch dieser Abschnitt des Trails macht grosse Freude. Wir sind total begeistert! Genial, dass auch heute das Wetter so super mit macht.

Lange bleiben wir nicht mehr auf dem Europaweg. Beim Punkt 1’978 verlassen wir diesen und biegen links auf den Militärweg ein. Dieser abartig geile Trail setzt dann dem ganzen zum Abschluss die Krone auf. Stets untersetzt mit Absätzen, Wurzeln und regelmässigem Flow. Das ganze in einer angenehmen Steilheit, so dass eigentlich alles fahrbar ist. Wir kommen in einen regelrechten Trailrausch… grossartig!

Die letzten paar Höhenmeter geht’s dann rassig die Strasse runter und wir kommen in Täsch an. Hier verabschieden sich Tina und Ben von www.outsideisfree.ch. Es hat mich sehr gefreut, Euch beide kennen zu lernen. Vielleicht trifft man sich mal wieder irgendwo auf einem Trail in der Innerschweiz!

Für uns soll es nun wieder zurück nach Zermatt gehen. Man könnte der Strasse entlang oder auf dem neuen Biketrail, welcher nach Visp runterführt, zurück fahren. Doch Roman meint, es gäbe da noch einen anderen Trail in unsere Richtung, verbunden mit einem kurzen Aufstieg. Wir überlegen nicht lange und wählen selbstverständlich seinen Vorschlag für die Weiterfahrt aus.

Nach einem rund 20 minütigen Uphill geht’s schon wieder runter. Und Roman hat nicht zu viel versprochen. Auch dieser Trail überzeugt mit einem guten Mix aus Flow und technischen Passagen. Sehr schön!

Danach ist wirklich Schluss fürs Erste und wir kurbeln gemütlich nach Zermatt zurück.

Biken gibt Hunger und so sind die Spaghetti von der Europaweghütte bereits wieder verbrannt. Deshalb gönnen wir uns im Hotel Cervo einen unglaublich leckeren Cervo Burger. Auch die dazu gereichten Frites sind grosse Klasse!

Die heutige Übernachtung ist auf dem Riffelberg vorgesehen. So lassen wir uns nochmals gemütlich mit der Gornergratbahn nach oben shutteln. Wir steigen aber auf dem Rotenboden, eine Station oberhalb unserer Unterkunft, aus. Es sei doch cooler, zum Riffelberg runter zu fahren, als gleich dort auszusteigen, meint Roman :-).

Recht hat er, denn so haben wir zum Tagesabschluss nochmals einen tollen Trail. Nach dem Gruppenfoto vor der grandiosen Kulisse klicken wir in unsere Pedalen und sind schon bald beim Riffelsee unten. Dies ist ein weiterer bekannter Fotospot. Auch hier lässt sich das Matterhorn spiegelnd im See photographieren. Leider sind heute die Bedingungen dazu nicht optimal. Trotzdem genießen wir die Schönheit dieses Flecken Erde.

Danach heisst es ein letztes Mal Kette rechts und wir rauschen runter zum Riffelberg.

Beim Hotel Riffelhaus 1853 werden wir bereits von Remo, dem Herr des Hauses erwartet. Die Begrüssung ist sehr freundlich und wir fühlen uns auf Anhieb sehr wohl hier.

Die Zimmer sind sehr gemütlich eingerichtet und auch der Bademantel liegt schon bereit.

Denn diesen brauchen wir jetzt. Ein unglaublich toller Aussenwhirlpool mit Blick aufs Matterhorn wartet auf uns.

Auch eine geräumige Sauna hat’s im Riffelhaus. Und auch hier gibt’s den Blick zum Horu. Genial!

Auch kulinarisch passt’s. Beim servieren des leckeren Hauptgangs wird bereits erwähnt, dass ein Supplement ohne weiteres möglich sei. Diese Option nutzen wir dann auch…:-)

Danach gibt’s noch einen letzten Blick auf das leuchtende Zermatt. Während sich Spoony und Sven noch einen Schlummertrunk gönnen, falle ich müde ins Bett. Ein langer und intensiver Tag geht zu Ende. Wie gestern schon haben wir auch heute wieder so viel erlebt und gesehen – einfach unglaublich! Ich lasse während dem einschlafen nochmals die Eindrücke vor meinen Augen gleiten und falle schon bald ins Land der Träume.

Morgen ist bereits der letzte Tag unseres Aufenthalts hier und im Verlaufe des Nachmittags werden wir wieder die Heimreise antreten. Bereits jetzt ist klar – dieses BikeMeet wird unvergessen bleiben!

Zu diesem Aufenthalt wurde ich von Zermatt Tourismus eingeladen. Herzlichen Dank hierfür! Die Eindrücke und das Geschriebene sind wie immer meine eigene Meinung.

Besten Dank auch den anderen Bloggern für einen Teil der Bilder in diesem Bericht. Es sind dies Tina und Ben von Outsideisfree, Sven von Halfmoonbiking und Spoony von Spoony’s Bikeblog.

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16 Gedanken zu „Der spektakuläre Europaweg von Zermatt nach Täsch!

  1. Wiederum ganz tolle Berichte Chregu! Die machen echt Lust da hin zu gehen, will heissen, Zermatt Tourismus hat gut investiert mit der Einladung der Bikeblogger.

  2. definitiv Zermatt-addicted *g* die ideale mischung zwischen einem einzigartigen panorama, super trails und kulinarik. den militärweg habe ich mir gerade letzten mittwoch nochmals gegeben, hammer 8)

  3. Hoi Chregu
    Wie immer schöner Bericht, macht definitiv gluschtig.
    Wäre ein Fahren in die andere Richtung des Europawegs ab Europaweghütte zur Fluealp möglich und sinnvoll? Dann ev. über Tufteren – Sunnegga.
    (Idee ist Anfahrt ab Täsch zur Fluealp)
    Danke und Gruss

    • Hoi Aare!

      Vielen Dank für Dein Kompliment zu meinem Blog. Schön, dass Dich dieser Bericht gluschtig macht! 🙂

      Möglich ist der Weg in die andere Richtung schon, aber es geht halt meistens bergauf.
      Zu Beginn gleich nach der Europaweghütte gehts ein kurzes Stück bergauf, danach lässt es sich wohl ganz gut runter fahren auf dem Stück, welches wir rauf geschoben haben.
      Ab Pt. 2136 geht es dann stets bergauf, manchmal steiler, manchmal nur moderat. Da werdet ihr ein paar mal am schieben sein, je nach Ausdauer und Fahrtechnik natürlich!

      Oberhalb Tufteren ist es auf jeden Fall ratsam, den Trail zu verlassen. Denn da würdet ihr wohl so gut wie nichts fahren. Via Sunnegga könnt ihr glaub ganz gut den Trail zum Grindjesee fahren. Hab den mal zu Fuss gemacht und als mehr oder weniger biketauglich empfunden. Bin mir da aber nicht sicher. Bei unserem Aufenthalt sind wir diesen Abschnitt nie gefahren
      Vom Grindjesee dann alles auf Schotter zur Fluehalp. Das ist zwar teils steil, fahrtechnisch aber kein Problem.

      Nun, man kann den Europaweg in Eure Richtung machen, schiebt aber immer mal wieder und richtiger Fahrfluss wird kaum aufkommen.
      Falls ihr es probiert, gutes Gelingen…:-)

  4. Moin Chregu,
    wieder einmal ein richtig geiler Bericht von dir. Ich muss echt zugeben, dass ich ein bisschen neidisch auf dich und deine tollen Reisen bin. Meine Radelkollegen und ich planen schon seit Jahren eine aufregende Mountainbiketour durch die Berge. Wo ist uns völlig egal, hauptsache weit weg (wir kommen aus Schleswig-Holstein). Leider kam uns bisher immer etwas dazwischen und so vergehen die Jahre… Vielleicht klappt es ja nächstes Jahr 🙂

    Wie dem auch sei. Ich wünsche dir weiterhin alles Gute und hoffe das noch lange Spaß an diesem fantastischen Hobby haben wirst und du mit uns weiterhin diese wunderbaren Aufnahmen teilst 🙂

    Liebe Grüße
    Marco

    • Hallo Marco!

      Vielen Dank für Dein Kompliment zu meinem Blog. Momentan bin ich ein bisschen im Hintertreffen, was das Verfassen der Berichte angeht. Was dann ja aber auch wieder bedeutet, dass noch einiges kommen wird…:-)
      Und auf dem Bike wird es mir eh nie langweilig. Dafür habe ich noch viel zu viel Ideen von Touren und Projekten, was ich mal noch machen möchte.

      Liebe Grüsse, Chregu

  5. Super, den Europaweg bin ich in dieser Variante bis Täsch schon vor Jahren gefahren, einfach hammermässig Es ist eine der Touren die ich alle Jahre unter die Stollen nehmen könnte … und über die Gegend muss ich ja nichts mehr schreiben … horugeil

  6. Hoi Chregu
    Habe den Europaweg grad an zwei Tagen gemacht. Ist der Hammer!
    Habe nach Deiner Beschreibung verzichtet, diesen „verkehrt“ zu fahren, wäre wirklich schade drum gewesen.
    Danke für den Tipp.
    LG Aare

    • Hey Aare,

      Das freut mich sehr, dass es Dir gefallen hat. In zwei Tagen? Hast du denn irgendwo unterwegs übernachtet? Wie weit ging denn Deine Route insgesamt?

      Liebe Grüsse Chregu

  7. Hoi Chregu
    Zwei Übernachtungen in Fluealp. Als Selbstzahler gingen Deine Logis nicht…
    1.er Tag Schlechtwetterprogramm von Zermatt über den Fahrweg hochgefahren
    2.er Tag bei genialem Wetter Fluehalp – Europaweg – eure Täsch Schlangengruebe-Runde (Steigung fand ich anstrengender als Bericht suggeriert) – 2xGornergratbahn
    3.er Tag Europaweg – Täsch – Visp und noch schnell per Poschi auf Visperterminen für Zusatz-Downhill
    Es het passt !
    Einzig beim Bike-Bahnticket muss wirklich was gehen. Hoffe auf 2018
    LG Aare

    • Hoi Aare,

      Dann hattest Du aber ein wirklich tolles Programm die Tage in Zermatt. Ich hoffe, Du hattest einen guten Aufenthalt auf der Fluealp.
      Und der Downhill von Visperterminen nach Visp runter ist auch stets eine Sünde wert.

      Das mit dem Bahnticket hast du recht und da gibt es, soviel ich weiss, ein neues Angebot für Biker auf die Saison 2018 hin. Wir werden sehen.

      Liebe Grüsse Chregu

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