Hochalpine Trails in Zermatt!

Auf Einladung von Zermatt Tourismus durfte ich Mitte Juli ein paar herrliche und unvergessliche Tage in Zermatt geniessen. Natürlich war die Vorfreude gross, war ich doch noch nie in Zermatt biken. Schon lange wollte ich mal dort hin. Coole Sache, dass sich dieser Punkt auf meiner „Bike ToDo-Liste“ nun auf diese Art und Weise abhacken lässt.

Die Anreise gestalte ich gemütlich per Zug und hab dabei auch noch Zeit, eine kleine Vorschau zum bevorstehenden Trip auf meinem Blog zu verfassen. Beim Bahnhof Zermatt treffe ich die anderen teilnehmenden Blogger. Es sind dies Tina und Ben von Outsideisfree.ch, Sven von Halfmoon Biking und Spoony von Spoony’s Bikeblog.

Es freut mich umso mehr, endlich mal Sven kennen zu lernen. Sein Blog ist mir bekannt, doch den Biker dahinter traf ich bis jetzt noch nie. Mit Spoony war ich hingegen schon mal auf einer Tour. Tina und Ben und deren Blog waren mir bis jetzt noch kein Begriff. Dabei sind sie eigentlich die „bekanntesten“ von uns und stets auf Achse…:-)

Am Bahnhof Zermatt werden wir von Daniel Luggen, dem örtlichen Kurdirektor in Empfang genommen und freundlich begrüsst. Auf dem folgendem Dorfrundgang erfahren wir viele interessante Geschichten über Zermatt. Beispielsweise über die Erstbesteigung des Matterhorns oder über den Brunnen des bekannten Bergführers Ulrich Inderbinen. Wer von dessem Wasser trinkt wird 103 Jahre alt, so wird es erzählt. Also genau so alt, wie Inderbinen selbst wurde. Natürlich nehmen wir alle auch einen kräftigen Schluck!

Ein Abstecher ins „alte Zermatt“ darf während des Dorfrundgangs natürlich nicht fehlen. Die alten Gebäude und Speicher sind immer noch sehr gut erhalten.

Das Programm für die folgenden drei Tage sieht drei verschiedene Unterkünfte vor. Die erste ist das Hotel Bristol, gleich ausgangs gelegen von „Old Zermatt“.

Die Bedienung ist sehr freundlich und die Zimmer sind zweckmäßig eingerichtet.

Zum Abendessen gibt es dann ein leckeres Menu im Restaurant des Hotel Ambiance.

Von der Gartenterasse hat man einen tollen Ausblick auf das Wahrzeichen von Zermatt, dem Matterhorn. Wir haben Glück, zeigt es sich während der Dämmerung doch in einem wunderschönen Abendrot!

Da die Möglichkeit bestand vor Ort ein Bike zu mieten, ließ ich mein Focus zu Hause und durfte ein Scott Enduro Bike mit Plus-Size Reifen (2,8`) in Empfang nehmen. Das erleichtert zu einem die ganze Reiserei und zum anderen ist es interessant, mal was neues auszuprobieren. Als ich das Bike bei Slalom Sport abholen kann, bin ich mir bereits vor dem ersten Trail ziemlich sicher, dass dieses Ding mir großen Spaß machen wird.

Das Frühstück im Bristol ist ausgezeichnet, die Auswahl sehr abwechslungsreich und uns fehlt fast ein bisschen die Zeit, um alles zu probieren.
Aber halb so schlimm, denn draußen scheint die Sonne und Beat von der Schweizer Skischule Zermatt, unser Guide für heute Vormittag, wartet bereits auf uns. Also nichts wie los! Wir verladen unsere Bikes in die Gornergratbahn und gehen zum Start gleich mal ganz nach oben. Die Bahn ist für den Biketransport bestens ausgerüstet, wie es das folgende Bild beweist.

Oben haut uns das Panorama dann schier aus den Bikesocken. All diese Berge und Gletscher, kombiniert mit blauem Himmel und Sonnenschein – wir wissen anfangs gar nicht wo wir hinschauen sollen. Einfach unglaublich!

Nach den obligaten Fotos geht es nun endlich aufs Bike. Die folgende Abfahrt die „Kelle“ runter zum Grünsee sei nicht ohne, werden wir von Beat vorgewarnt. Nun gut, dann los!
Unmittelbar nach dem Gornergrat ist es sehr schottrig und brösmelig. Sofort spüre ich die Vorteile von PlusSize. Ich habe durch die grösseren Reifen viel mehr Grip und Kontrolle. Auch sonst komme ich mit dem Bike als Ganzes sofort bestens klar. Schon früh meint Tina, dass ich nach diesem Trip nichts anderes mehr als PlusSize-Reifen fahren möchte und werde. Wir werden sehen… Das könnte auf jeden Fall gut werden die nächsten Tage…:-)

Natürlich stets im Blickfeld: Das Matterhorn – auch „Horu“ genannt!

Schon tausendfach photographiert macht es sich trotzdem immer wieder gut – vor allem mit einem oder mehreren Bikern zusammen auf dem Bild!

Der Trail ist zu Beginn leicht flowig, zeigt aber immer mal wieder seine Zähne.

Vor allem im Mittelabschnitt hat’s einige steile und verblockte Stellen drin. Da schieb ich lieber ein paar Meter.

Grundsätzlich für uns geübte Biker ein tolle Sache. Wie oben erwähnt wechseln sich technische, anspruchsvolle Passagen mit flowigen ab. Wir kommen ein erstes Mal in den Trailrausch. Und die ganze Szenerie rundherum… unglaublich!

Auf meinem Scott Leihbike fühle ich mich bereits dermaßen wohl, als wäre ich noch nie was anderes gefahren. Ich packe Passagen, welche ich mit meinem Focus Marathonbike wohl nicht schaffen oder mich zumindest nicht trauen würde.

Beim Grünsee weichen wir ein kurzes Stück auf die Strasse aus.

Dafür gibt es zwischen Ze Gassen und Patrullarve einen tollen Höhentrail. Da ist der Beginn recht ausgesetzt und schmal. Daher stossen wir unsere Bikes ein kurzes Stück.

Danach geht’s ultraflowig im Wald weiter Davon leider keine Fotos, da wir den Trailrausch nicht unterbrechen wollten…:-)

Zum Abschluss der ersten Abfahrt des Tages hat Beat noch was spezielles für uns im Köcher. Wir dürfen einen Teil eines noch nicht ganz fertig gestellten Flowtrails befahren. Die Eröffnung des Trails ist für nächste Saison geplant und er soll dann von der Sunnegga bis nach Zermatt runter führen. Man sieht, es geht was in Zermatt!

Wir sind natürlich sehr gespannt und werden nicht enttäuscht. Dieser Trail macht vom ersten Meter an Laune und hält genau das, was man sich von einem Flowtrail verspricht.

Die Sprünge und die Kurven machen einfach Freude!

Nach diesem Schmankerl sind wir schon bald wieder im Dorf unten. Bei der Schwarzsee-Bahnstation treffen wir Roman, unser Guide für den Nachmittag. Derweil verabschieden wir uns von Beat. Cool war es, den heutigen Vormittag mit Dir zu verbringen.

In der Bahn, welche uns gemütlich nach oben bringt, verrät uns Roman das Programm die nächsten Stunden. Hobbittrail, Yoyotrail und dazwischen ein Mittagessen in Zmutt – tönt gut, machen wir!

Beim Schwarzsee dann zuerst noch das obligate Bild mit dem Horu um danach gleich los zu fahren.

Ein kurzes Stück auf Schotter und schon beginnt der Hobbitrail.

Um es in den gefühlten Worten auszudrücken: „Der ist richtig geil!“ Mehrheitlich flowig, nicht allzu steil und doch immer mal wieder ein Absatz, eine Stufe oder eine etwas enge Kurve. Wir sind alle begeistert. Und die einzigartige Umgebung muss ich ja nicht jedesmal erwähnen…!

Mit einem breiten Grinsen kommen wir im Weiler Zmutt an. Dort laden eine handvoll Restaurants zum einkehren ein. Wir essen im Restaurant z’Mutt. Für mich gibt es eine feine Rösti und ein leckeres Stück Apfelstrudel.

Blogkollege Sven gönnt sich gleich das ganze Programm und zieht sich eine riesen Portion Meringue rein. Alle fragen sich, wo er das bloss verstaut…;-)

Die Atmosphäre ist toll an diesem schmucken Ort. Doch wir müssen weiter. Die nächsten Trails rufen schon. Namentlich geht es jetzt auf den Yoyotrail. Und auch hier kommen wir alle auf unsere Kosten. Viel Flow, untersetzt mit technischen Passagen und tolle Ausblicke. Aber Vorsicht auf die teils ausgesetzten Teilstücke!

In der Mitte hat’s noch ein paar knackige Serpentinen. Da kommen nur die allerbesten Fahrkünstler um jede rum.

Die Glückshormone tanzten mit dem Adrenalin um die Wette. Das Ergebins: Untentschieden! Oder um es klarer auszudrücken. Man macht definitiv nichts falsch, wenn man den Yoyotrail von Zmutt nach Zermatt mit dem Bike runter fährt.

Die letzte Bahnfahrt des Tages führt uns via Sunnegga und Blauherd aufs Unterrothorn.

Auch hier einmal mehr ein Panorama zum kaum satt sehen!

Im Restaurant Rothorn genehmigen wir uns noch kurz einen Espresso bevor wir zur finalen Abfahrt des Tages zur Fluhalp übergehen.

Die ersten paar Meter sind auf der breiten Schotterpiste zu bewältigen bis schon bald ein schmucker Trail nach rechts weg zieht.

Auch hier wieder mit viel Flow aber regelmässigen, kurzen knackigen Stellen. Uns gefällts einmal mehr sehr gut!

In der Fluhalphütte angekommen genehmigen wir uns als erstes einen Apéro. Schon bald danach wird das reichhaltige Abendessen aufgetischt. Auch Nachschlag ist problemlos möglich!

Die Hütte ist sehr schön eingerichtet und wir übernachten – so wie es sich eben für eine Hütte gehört – im Massenlager!

Was für ein toller Tag das heute war. So viel erlebt und so viel gesehen…
Wir geniessen den Abend mit einem feinem Glas Rotwein, interessanten Gesprächen und freuen uns alle schon auf morgen!

Zu diesem Aufenthalt wurde ich von Zermatt Tourismus eingeladen. Herzlichen Dank hierfür! Die Eindrücke und das Geschriebene sind wie immer meine eigene Meinung.

Besten Dank auch den anderen Bloggern für einen Teil der Bilder in diesem Bericht. Es sind dies Tina und Ben von Outsideisfree, Sven von Halfmoonbiking und Spoony von Spoony’s Bikeblog.

Weiter zu Tag 2

Download

8 Gedanken zu „Hochalpine Trails in Zermatt!

  1. Ei Ei Ei. Wieder am Arbeiten, muss ich hier den super Bericht lesen, das ist nicht einfach. Bin schon Neidisch. Auf eine solche Einladung habe ich auch gewartet 🙂
    Super Bericht, und vor allem das Anfangsfoto (mit Matterhorn im Hintergrund) ist der Hammer. Ihr habt das verdient, denn durch eure Ideen in euren schönen Blogs und Beiträgen, ermuntert ihr viele Leute in unsere schöne Alpen sich sportlich zu betätigen. Solche Beiträge brauchen auch viel Zeit, ich kenne das. Gruss und weiter so. Etienne

    • Hey Etienne, vielen Dank für Deinen lieben Kommentar. Es freut mich, dass Du die Beiträge in meinem Blog schätzt. Dieser Bericht gab gut drei Stunden Arbeit. Manchmal hat man halt mehr Lust und manchmal weniger. Wobei bei mir meistens nicht die Motivation das Problem ist, sondern eher die vorhandene Zeit. Aber eben, das kennst Du sicher ebenfalls ganz gut.

      Weiterhin eine gute Zeit und viele erlebnisreiche und unfallfreie Biketouren!
      Liebe Grüsse Chregu

  2. Ganz coooool Kein Wunder wurde der Beitrag sooooo lang bei so viel Action und Erlebnissen. Ganz schöne Eindrücke. Ich sehne mich richtig nach Zermatt und dem Wallis
    Schön wie du dir immer so viel Mühe und Herzblut in deinen Blog steckst. Weiter so …. hüere güet

    • Lieber Rotscher! Vielen Dank für das tolle Kompliment. Ich schreibe gerne nicht nur über die Fakten (Kilometer, Höhenmeter, etc.) sondern erzähle stets auch gerne ein paar Geschichten hinter meinen Erlebnissen auf dem Bike. Ich hab dann das Gefühl, ich bin gleich nochmals dort…:-)! So kann es dann halt auch mal ein etwas längerer Bericht geben – so wie dieser hier!

      Ja Zermatt ist schon wirklich toll. Und das schreibe ich jetzt hier nicht noch einmal, weil ich eingeladen wurde, sondern weil die Trails und die Szenerie rundherum wirklich top sind!

      Liebe Grüsse und Happy Trails!
      Chregu

  3. Hallo Chregu,
    es ist einfach schön deine Motivation und Freude zwischen den Zeilen lesen zu können. Zusätzlich macht es Spaß die tollen Fotos anzuschauen und die Vorfreude brodelt, selber mal nach Zermatt zum Biken zu gehen.

    Lg
    Benno

    • Hallo Benno,

      Vielen Dank für Deinen tollen und motivierenden Kommentar. Es ist mir auch immer eine grosse Freude, mit Dir auf Tour zu gehen. Wer weiss,… vielleicht mal in Zermatt. Aber zuerst steht unser nächstes grosses Abenteuer vor der Türe!

      Liebe Grüsse, Chregu

  4. auch meine vorfreude war gross, als ich deinen und Spoony’s namen auf der einladung entdeckte, verfolgt man des anderen aktivitäten virtuell doch schon länger.

    die drei tage waren dann einfach der hammer, biken mit freunden, wie wenn wir uns schon ewig kennen würden und auch das wetter hätte ja besser nicht sein können. einfach nur geniessen und sich um nichts kümmern müssen, so lässt’s sich leben 8) jaja, der meringue-schwan, könnte glatt als hauptspeise durchgehen *g*

    ich fühle mich beim lesen und fotogucken hier gerade wieder zum horu zurückversetzt und kann es kaum erwarten, wieder dorthin zurückzukehren … die tage werden mir noch lange in erinnerung bleiben 🙂

    • Hey Sven,

      Ja man hätte wirklich meinen können, wir kennen uns schon länger. Die besten Trails der Welt nützen wenig, wenn Du mit unsympathischen Personen unterwegs bist. Daher hat alles gepasst bei uns.

      Die Tage werdeen mir auch noch ewig in Erinnerung bleiben :-)!

      Happy Trails
      Chregu

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.