Rhein-Walenseecross, 4. Etappe: Weesen – Willerzell

Bei strahlendem Sonnenschein verlasse ich das Parkhotel Schwert in Weesen. Im Gegensatz zu den Unterkünften in Chur und Brigels kann dieses Hotel betreff Preis/Leistung nicht ganz mithalten. Bei einem Preis von Fr. 105.- für Zimmer mit Frühstück darf man ein etwas abwechslungsreicheres Frühstück erwarten. Eierspeisen fehlten komplett. Zudem war im Zimmer der Boden etwas schräg… Details nur, aber der Vergleich ist spannend – habe ich doch in Chur und Brigels deutlich weniger bezahlt als hier in Weesen aber mehr fürs Geld gekriegt. Trotzdem kann ich mir vorstellen hier wieder mal zu nächtigen.
Erwähnenswert ist aber die ausgezeichnete Küche am Abend und das freundliche Personal. Und die Lage am See ist natürlich top!

Der Start der 4. Etappe des Rhein-Walenseecross beginnt unmittelbar neben dem Hotel am See. Verabschiedet werde ich von einer verschmusten Katze, welche auf der Suche nach Streicheleinheiten ist 🙂

Nach ein paar Minuten kraulen und schnurren geht’s los. Der Radweg nach Niederurnen führt zuerst dem Linthkanal entlang.

Rund 15 Minuten später bin ich dann schon in Niederurnen. Dort suche ich die örtliche Bäckerei auf um mich mit dem obligaten Nussgipfel einzudecken.

Nach dem noch leicht frischen Start ziehe ich vor dem Start zum Aufstieg die Windjacke aus und wechsle zum Tenu kurz/kurz. Es ist bereits angenehm warm.

Auf geht’s! Ziemlich genau 1’000 Höhenmeter wollen erklommen werden bis rauf zur Rossweidhöchi. Bis ins Ziel in Willerzell werde ich mich kontinuierlich auf der nationalen Bikeroute Nr. 2 Panoramabike befinden.

Der Aufstieg ist sehr angenehm und ich komme bestens voran. Vom gestrigen langen Tag ist glücklicherweise nichts mehr zu spüren.

Je weiter ich nach oben gelange, desto breiter wird das Niederurnertal.

Beim Rastplatz Mettlen mache ich eine erste Pause

Danach wird die Strasse etwas steiler

Oh nein, nicht schon wieder Schnee – denke ich mir.

Doch die Strasse ist nur leicht bedeckt und die weisse Pracht behindert mich diesmal nicht.

Kurz vor der Paßhöhe wird der Wald etwas lichter und die Landschaft offenbart mir ihre ganze Schönheit. Wunderbar ist es hier!

Dann erreiche ich die Rossweidhöchi auf 1’423 m. Ich bin mutterseelen allein an diesem Traumtag.

Ich befinde mich hier oben auf der Kantonsgrenze Glarus/Schwyz und bin somit wieder in der Zentralschweiz. Da kommen bereits erste Heimatgefühle auf. Im Hintergrund kann ich auch den Zürichsee erkennen. Herrlich!

Nach einem Sandwich mache ich mich an die Abfahrt. Ein kurzer Trail soll es laut Karte sein. Und dieser hat zu Beginn noch ein bisschen Schnee. Aber im Vergleich zu gestern ist dieser Umstand kaum der Rede wert.

Das Schwierige ist eindeutig die Nässe. Ich befinde mich hier in einem Moorgebiet und dementsprechend wurde hier beim Wanderweg mit Holzstegen etwas nachgeholfen, damit die Schuhe nicht komplett durchnässt werden.

Trotzdem gibt’s einige unfahrbare Stelllen. Das Ding ist einfach zu nass und die Holzstege sind zu schmal. Die fahrbaren Abschnitte sind aber sehr schön!

100 Höhenmeter später ist der Trail schon zu Ende und spuckt mich bei der Alp Grossfeldrederten aus. Macht nichts, denn was jetzt folgt ist fast so schön wie flowiger Singletrail. Eine Schotterstrasse schmeigt sich dem Hang entlang und verliert zu Beginn kaum an Höhe. Die Aussicht ist fantastisch!!!

Was bin ich doch für ein glücklicher Mensch, dass ich hier durchbiken darf!

Nach der Alp Gelbberg geht’s dann zügig runter. Die Strecke hat noch zwei kurze Trailabschnitte.

Dann errreiche das Restaurant Flüebödeli, welches sich an der Strasse zum Wägitalersee befindet. Zeitlich passt es super für die Mittagspause und so bestelle ich das Tagesmenu. Kohlrabisuppe und Kartoffelstock mit gespicktem Braten wird mir aufgetischt. Und dies in rauhen Mengen… Alles schmeckt ausgezeichnet und bei einem Preis von Fr. 16.- bei der servierten Grösse der Portion schon fast geschenkt. Ich hätte noch Nachschlag gekriegt, hätte ich denn welchen gewünscht. So liegt ein Dessert dann aus Platzgründen leider nicht mehr drin.
Kleine Anmerkung: Im Innern des Restaurants wird geraucht. Ich konnte zum Glück draußen sitzen. Trotzdem sehr gerne wieder!

Mit prall gefülltem Magen geht’s nach dem Flüebödeli gleich ordentlich steil bergauf. Die Sattelegg ist der nächste Pass des heutigen Tages. Das Wetter heute ist schlicht traumhaft und der Himmel beinahe wolkenlos.

Einmal mehr stelle ich fest, wie doch die Verdauung bei mehrtägigen Touren fast ununterbrochen am arbeiten ist. Bald habe ich das Gefühl, dass das üppige Mittagessen schon wieder verbrannt ist. Bis am Abend sollte es aber schon reichen, ohne das ich einen weiteren Zwischenhalt einlegen muss:-).

Vorbei am Tuggnerhüttli geht’s immer noch ganz gut voran.

Der Aufstieg im Wald ist bald geschafft und im Verlaufe des Nachmittags komme ich auf der Sattelegg an. Die letzten paar Meter führt die Bikeroute auf der Hauptstrasse entlang.

Die Sattelegg kann man schon fast als Verkehrsknotenpunkt für Wanderer, Biker und Velofahrer bezeichnen. Unzählig markierte Routen führen zu und über diesen Pass.

Ich verweile nicht allzu lange, da ich nach den letzten beiden langen Tagen zeitig in der nächsten Unterkunft sein und dort etwas relaxen möchte.
Für die Abfahrt nach Willerzell habe ich mir im Vorfeld eigentlich einen Trail via Büelhöchi und Sattelchöpfli ausgesucht. Doch die Wahrscheinlichkeit auf nasse Pfade und daraus resultierende Schiebepassagen ist mir zu gross. Deshab verzichte ich auf diese Variante und wähle weiterhin die markierte Bikeroute. Die geht zu Beginn noch kurz auf der Paßstrasse und zweigt dann links ab.

Zuerst gibt’s bei einem leichten Auf und Ab die letzten Höhenmeter des Tages bevor es dann definitiv nach Willerzell runter geht.

Ich habe noch nichts gebucht und frage beim Landgasthof Schlüssel nach einem freien Zimmer. Ich habe Glück und kriege für 65.- ein Doppelzimmer mit Dusche und WC für mich alleine. Das Personal ist sehr freundlich und die Küche kocht ausgezeichnete Cordonbleus.

Nach dem feinen Abendessen mache ich noch einen Verdauungsspaziergang dem Sihlsee entlang. Wunderschön ist es hier!

Ein herrlicher Tag geht zu Ende. Traumwetter hatte ich heute und die Schönheit der Landschaft lässt sich kaum beschreiben. Morgen geht es bereits auf die Schlußetappe, welche mich wieder nach Hause bringen soll.

Distanz: 40 km / Fahrzeit: 4 h 37 min / Höhenmeter: 1’700 Hm

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Ein Gedanke zu „Rhein-Walenseecross, 4. Etappe: Weesen – Willerzell

  1. Hoi Chregu, schöne eindrucksvolle Fotos, die Gegend kenne ich noch ein wenig vom Dienst her….so schöne Farben habe ich nicht in Erinnerung, die meiste Zeit war es leider anno dazumals regneirsch…

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