Mal wieder auf dem Saflischpass – geschrieben von meiner Begleitung Rahel!

Schon dreimal war ich auf dem Saflischpass und es war jedes Mal genial. Das letzte Mal fuhr ich diesen Übergang vor drei Jahren mit Benno während unseres Wallis Cross. Jetzt war die nächste Überquerung fällig – und zwar mit meiner Arbeitskollegin Rahel. Da sie aufgrund ihres Germanistikstudiums der deutschen Sprache sehr mächtig ist, fragte ich sie an, ob sie denn vielleicht nicht Lust hätte, den Blogbericht über diese Tour zu verfassen. Mal ein anderer Schreibstil und ein bisschen frischer Wind schadet nie! Gesagt, getan. Und somit folgt hier die Dokumentation unserer Saflischpass-Tour von Anfangs Juli – geschrieben von meiner Begleitung Rahel!

Früh morgens geht’s los Richtung Süden! Nach dem Aufdecken einiger skurriler Morde (black stories) und Geographielektionen hält der Zug auch schon in Fürgangen-Bellwald und es geht ab auf’s Bike. Vom Bahnhof aus sehen wir bereits die Hängebrücke, die die beeindruckende Lamma-Schlucht überquert, das erste Highlight der heutigen Tour. Beim zweiten Anlauf finden wir dann auch den Einstieg zur Brücke und genießen den fantastischen, etwas schwindelerregenden Ausblick.

Nun führt ein sanft ansteigender Weg nach Heiligkreuz, auf dem die Augen allerhand zu tun haben: Kleine und grössere Wasserfälle, die die lehmigen Wände runter fließen, Täfelchen, auf denen jeweils in einer der Landessprachen ein origineller Kommentar zu einem Landschaftsausschnitt geschrieben steht, und der Blick zurück gleicht dem Bild aus einem Katalog der Sorte „Gönnen Sie sich eine Auszeit!“, tiefblauer See vor steilem Berg inklusiv idyllischem Holzhäuschen.

So viele Sehenswürdigkeiten machen hungrig und in Heiligkreuz stehen schon Tisch und Bänke bereit für unser Picknick, selbstverständlich mit Nussgipfel, getrockneten Mangos und Nüssen, wie es sich eben gehört! Jetzt wird der Anstieg etwas weniger gemütlich. Daher meine ich, dass wir dafür nun ein spannendes Gesprächsthema benötigen würden! Das erübrigt sich allerdings relativ schnell, da ich bald nicht mehr wesentlich mehr als bloße Einwortsätze von mir geben kann.

Mit gewonnener Höhe wird der Ausblick über das Tal jedoch immer besser und am Horizont tauchen mehr und mehr Berggipfel auf. Die vielen Elektrozäune sorgen immer wieder für kurze Pausen, ansonsten geht’s stetig bergauf. Kurz vor der letzten Tanne nochmals eine süße Stärkung und weiter geht‘s! Noch nie sind mir die vielen Regenrinnen auf einem Wanderweg so sehr aufgefallen wie heute.

Schliesslich sind wir beim Singletrail angekommen, der den Abschluss des Aufstiegs bildet.

Jetzt kommt das Bike zum ersten Mal auf die Schultern. Das wenige Fahrbare macht riesig Spaß, ganz besonders die Fahrversuche auf den Schneefeldern. Und das atemberaubende Panorama entschädigt sowieso für’s Tragen: schroffe Felsen, dazwischen sanfte grüne Wiesen, unzählige Berggipfel und dies alles in den unterschiedlichsten Farbtönen.

Wir ziehen eine Schicht nach der anderen an, denn mit der Höhe bläst der Wind immer kräftiger! So tanzen auf dem Tanzboden zumindest die Gräser wild im Wind.

Nach einigen mehr oder weniger lustigen Rutschpartien im weißen Nass – in dem man jedoch nicht knöcheltief einsinkt, wie das besorgten Wanderern vor uns scheinbar widerfahren ist! – haben wir auch das gemeistert und können nun den Saflischpass bereits sehen. Einige Windböen später, stehen wir mitsamt den Bikes oben.

Da wir uns aber nicht weiter anschreien wollen, suchen wir uns für unser Zmittag-Zvieri eine windstille und auch sonst absolut stille Senke. Dort geniessen wir das mitgeschleppte Essen in vollen Zügen, das letzte Stück hat bei mir zumindest doch ziemlich Energie gebraucht

Bei nach wie vor perfektem Wetter geht’s weiter bergabwärts. Wir surfen über den flowigen Trail und frohlocken ab jedem Meter. Die Schafe hingegen scheint dies nicht gross zu interessieren, die geniessen ungestört ihren Schlafplatz auf den Schneefeldern.

Der Weg wird immer besser, bis er im tollen 36er Trail mündet – ein unglaublicher Spass!

In der schönen Altstadt Brig angekommen, bin ich im ersten Moment fast ein bisschen überfordert von so viel Zivilisation nach der absoluten Stille in den Bergen. Von Mojitos im Brittania Pub träumen wir bloss, stattdessen gibt’s einen kurzen Halt am Kiosk, bevor wir uns müde, aber sehr zufrieden ins Zugabteil fallen lassen. Ich fand‘s Hammer, Christian sicherlich episch! Zu viel versprochen hast du definitiv nicht!

Rahel, vielen Dank dass Du mich auf dieser genialen Tour begleitet und diesen Blogbericht verfasst hast. Dein Wortschatz ist klasse! Beim durchlesen bin ich diese Runde virtuell gleich noch einmal nach gefahren. Das nächste Mal haben wir hoffentlich ein bisschen mehr Zeit, damit auch ein Mojito im Brittania Pub drinliegt. Episch war’s, danke Dir!

Distanz: 43 km / Fahrzeit: 5 h 31 min / Höhenmeter: 1’500 Hm

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Der GPS-Track ist die letzten 200 Höhenmeter vor dem Saflischpass nicht kompatibel mit der richtigen Route. Aufgrund der Schneefelder mussten wir ein paar kurze Umwege einschlagen.

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