Wallis Cross 2015, 5. Etappe: Oberems – Grimentz. Die Königsetappe über den Meidpass!

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Heute steht die Königsetappe unseres Wallis Cross‘ auf dem Programm. Ein langer und unvergesslicher Biketag wartet auf uns!

Wir starten an diesem Freitag den 11. September 2015 bereits um 8.00 Uhr in Oberems. Wir wollen uns Zeit nehmen für diese 5. Etappe. Das Frühstück war klasse und gestärkt verlassen wir das Hotel Oberems. Hier hat es uns wirklich sehr gut gefallen und wir können diese Unterkunft allen nur weiter empfehlen.
Zu Beginn der heutigen Tour schlängelt sich die Strasse in sehr angenehmer Steigung durch das zu Beginn enge Turtmanntal.

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Bei Pletschu wird das Tal etwas breiter. Doch wir biegen hier rechts ab auf eine Schotterstrasse.

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Die Strasse steigt ordentlich an und schon bald fährt jeder wieder sein eigenes Tempo. Selbstverständlich wird regelmässig auf einander gewartet.

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Bei Simmigu Mittelstafel erblicken wir zum ersten Mal den Turtmanngletscher.

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Bei Meide Oberstafel machen wir eine kurze Pause. Das Wetter ist nicht ganz so schön wie die letzten Tage. Hier oben kommt sogar ein leichter Nieselregen vom grauen Himmel runter. Oder sind das sogar schon Anzeichen vom ersten Schnee?
Auf gar keinen Fall dürfen wir uns über’s Wetter beklagen. Denn bis jetzt war dies allererste Sahne!

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Hier endet der Strasse und es beginnt ein Wanderweg. Mit diesem werden wir die nächsten 450 Höhenmeter beschäftigt sein.

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Gelegentlich gibt es fahrbare Stücke, das meiste aber sind wir am schieben und tragen.

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Bei dieser wahnsinns Szenerie ist dies aber gut zu verschmerzen. Hat die letzte Nacht wohl ein wenig runter geschneit. Benno hofft zunehmends, oben auf dem Meidpass noch ein bisschen von diesem Schnee anzutreffen.

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Auf halber Strecke kriegt er sein Weiss. Zwar sehr spärlich, aber wir sind uns beide einig: Das ist Schnee! 🙂

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Weiter geht’s in einer kaum zu beschreibenden Umgebung!

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Auf dem unteren Bild in der Mitte ist das letzte Stück des Weges zum Pass bereits ersichtlich.

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Vorerst gilt es noch den Meidsee zu photographieren. Ich liebe solch kahle Hochgebirgslandschaften. Ich kann mich kaum satt sehen!

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Dann ist es wirklich nicht mehr weit!

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Benno versucht die letzten zwei, drei Meter vor dem Pass zu fahren – und scheitert haarscharf! 🙂

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Oben auf dem Pass haut uns das Panorama fast um!!! Was sind wir bloss für glückliche Menschen!

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Super, dass wir auch diesen Pass geschafft haben! Wir machen eine kurze Pause.

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Auf dem Meidpass verläuft der Röschtigraben – oder besser gesagt der Röschtigrat. Da wir vom Turtmanntal ins Val d‘ Anniviers traversieren, befinden wir uns ab sofort (und für den fast kompletten Rest des ganzen Crosses) in der französischen Schweiz. Wir beide sprechen (leider) so gut wie kein französisch mehr und hoffen auf Deutsch- oder Englischkenntnisse der Leute in den Hotels und Restaurants…;-)

Gleich nach dem Pass hat es sogar noch ein bisschen mehr Schnee als vorher beim Aufstieg. Logo muss auch dies bildlich festgehalten werden!

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Dann beginnt der Singletrail runter ins Val d‘ Anniviers. Und dieser Trail ist einer von der Sorte, wo man genau weiss, weshalb man vorher das Bike gut eineinhalb Stunden geschoben und getragen hat.

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Was soll man noch sagen? Einfach der pure Wahnsinn!!!

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Und nicht nur wir sind begeistert. Eine englisch sprechende Wandergruppe (Ja, mit denen konnten wir uns unterhalten…) filmen und/oder photographieren uns mit ihren Smartphones. Sie waren hin und weg wie wir den Trail runter fahren und haben wohl zum ersten Mal Biker im Gebirge gesehen. Einer meint: „When I’m here for the next time, I will do the same…“. Na dann jetzt schon viel Spass!

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Ich nenne das ganze jetzt einfach mal „technischen Flow“. Der Flow dominiert, wird aber regelmässig durch technische und knifflige Abschnitte unterbrochen. Daher ist grundsätzlich das allermeiste fahrbar.

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Ein Trail wie im Bikehimmel!

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Von weitem sehen wir bereits das Hotel Weisshorn. Dort wartet erneut eine feine Rösti auf uns!

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Zuerst rocken wir aber noch den letzten Teil des Meidpass-Downhills!

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Nach diesem Sahnehäubchen eines Trails gilt es 200 Höhenmeter auf gut ausgebauter Schotterstrasse zu überwinden.

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Um ca. 14.00 Uhr gibt’s dann mit der erwähnten Rösti (sehr lecker!) die erste warme Mahlzeit am heutigen Tag.

Das Hotel Weisshorn trohnt mächtig stolz über dem Tal. Der Erstbau wurde 1882 erstellt und dürfte 1883 oder 1884 eröffnet worden sein. Im September 1889 fiel er einem Brand zum Opfer, wobei sich die Gäste durch Flucht aus den Fenstern gerettet haben sollen.

Das Hotel wurde anschliessend in der heutigen Erscheinungsform aus Stein gebaut. Mit einem Untergeschoss und vier Etagen, Berghotel-typischer Veranda im ersten Stock auf Stelzen, Salon und Fumoir wurde es neu realisiert. Der Neubau wurde 1891 eröffnet. Das Material für den ersten und zweiten Bau wurde von Maultieren herbeigeschafft, das Klavier von sechs Männern in zwei Tagen hoch transportiert.

1969 wurde es nach drei Jahren Stillstand durch den Kauf einer Gruppe Einheimischer wieder in Stand gesetzt (Quelle und mehr Infos unter: www.weisshorn.ch)

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Inzwischen hat sich die Sonne bei uns durchgesetzt. Nur auf der anderen Talseite will sie noch nicht so recht. Per Zufall scheint sie auf dem unteren Bild genau über Grimentz, unserem heutigen Etappenort.

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Benno hat irgendwo auf den ersten Etappen unseres Cross‘ eine Erkältung aufgelesen und spürt nun die Strapazen der vergangenen Tage und des heutigen je länger je mehr. Deshalb verzichten wir auf den Weisshorn-Panoramatrail und versuchen einen direkten Weg ins Tal runter. So haben wir auch wieder einen Grund, hierher zurück zu kommen.

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Der Trail nach Ayer ist zuerst sehr flowig, nur leicht abfallend und macht riesig Spass. Dann wird er zunehmend enger und verblockter.

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Fotos von den unfahrbaren Stellen haben wir keine, doch es gibt sie.

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Kurz vor Le Chiesso ist gar kein Weg mehr auf der Karte. Doch wir haben Glück und kommen schlussendlich ganz gut zur Strasse. Dieser folgen wir ein Stück bis Punkt 2’034 unterhalb der Alp Nava.

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Dort stechen wir dann in den finalen Downhill nach Ayer runter. Knifflig, eng, immer mal wieder ein steiler Absatz aber bei entsprechender Fahrtechnik sehr gut fahrbar. Mir gefällt dieser Weg ausserordentlich gut.

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Auch Benno kommt den Trail ganz gut runter. Er geht sein Tempo und seinen Rhytmus – das ist genau richtig so. Ich spüre aber sehr gut, dass er jetzt nur noch ins Hotel nach Grimentz möchte.

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In Ayer endet der Trail und wir dürfen als Abschluss noch ein Stück taleinwärts radeln bis Point du Bois. Dort überqueren wir die La Navisence und die Strasse macht einen U-Turn. Auf der gegenüberliegenden Seite fahren wir bis nach Grimentz. Am Ende geht’s noch ein Stück bergauf. Erinnert mich fast ein wenig an Arosa…, nur nicht ganz so steil.

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In Grimentz checken wir dann im Hotel Cristal ein. Da genügend Platz ist, kriegen wir ein kostenloses Zimmerupgrade. Das sagen wir natürlich nicht nein und freuen uns dementsprechend.

Auch hier gilt es wieder zu sagen: Sehr freundliches Personal, schönes Zimmer (logisch bei Upgrade, wäre wohl aber auch sonst so) und tolles Frühstück.
Wer behauptet eigentlich immer, in der Schweiz sind die Gastronomen und Hotelführer unfreundlich? Klar, die mürrischen und unzufriedenen gibt es bestimmt. Aber das ist jetzt hier die fünfte Unterkunft und wir können bis jetzt durchs Band nur positives berichten. Wir würden überall wieder hingehen!

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Nach dem die erste Erholungsphase im Zimmer abgeschlossen ist, starten wir zum obligaten Dorfrundgang. Grimentz ist dermassen schön, dass es sich bestens für einen Heidi- oder sonstigen Schweizer Heimatfilm eignen würde.

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Der Dorfkern wird durch enge verwinkelte Gassen und heimeligen Holzchalets geprägt. Typisch Wallis – und einfach wunderschön!

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Der heutigen Tour entsprechend lassen wir es uns am Abend gut gehen und den Tag mit einem Raclette à discretion im Restaurant des Hotel Moiry ausklingen. Wieder essen wir sehr gut und werden super bedient. Morgen soll es übrigens wieder den ganzen Tag schön sein…

Distanz: 36 km / Fahrzeit: 5 h 46 min / Höhenmeter: 1’900 Hm

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6 Gedanken zu „Wallis Cross 2015, 5. Etappe: Oberems – Grimentz. Die Königsetappe über den Meidpass!

  1. Wunderschöne Tour über einen Pass, welchen ich bis jetzt noch gar nie beachtet habe. Das kann sich nun ändern, Möglichkeiten gibt es da noch einige, z.B. als Rundtour über Chandolin zurück in den Talboden.

    • Vielen Dank, es war wirklich faszinierend.

      Auf dem Deuter Transalpine 30 sitzt das Bike bei gefülltem Rucksack ganz gut. Zwischendurch muss ich es wieder ein bisschen zurecht rücken, meistens kann ich aber freihändig laufen. Es ist keine spezielle Halterung vorhanden, das Bike hält einfach!

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