Transalp 2017, 5. Etappe: S-charl – Bormio

Transalp 2017, am Morgen des fünften Tages: Ich kann auf eine geruhsame Nacht zurückblicken und freue mich als allererstes auf das Frühstücksbuffet. Das hab ich im Vergleich zum Vorjahr noch pendent. Und dies lässt sich im Alpengasthof Cruschalba selbstverständlich auch sehen.

Wir starten mit vollen Mägen zur fünften Etappe. Heute steht das vielleicht schönste Teilstück des ganzen Trips auf dem Programm. Denn wir sind im Nationalpark unterwegs. Costainaspass und Val Mora heißen die beiden wichtigsten Fixpunkte des Tages. Das Wetter soll heute wieder gut sein. Also los!

Gemüzlich radeln wir das Val S-charl hinauf. Der Anstieg ist sehr angenehm. Letztes Jahr hatte ich hier schon ordentlich zu kämpfen und kam kaum vorwärts…

Bei der Alp Astras beginnt der herrlich flowige Trail zum Costainaspass!

Obwohl es stets etwas bergauf geht, bietet der Trail kaum Schwierigkeiten und ist wunderbar zu fahren. Das hier ist Uphillflow vom feinsten!

Wir genießen jeden Meter und sind schon bald oben!

Hier auf dem Costainaspass, wo ich letztes Jahr mein Bike in die Wiese schmiss und mich erst mal hinlegte, sind heuer nur glückliche Gesichter zu sehen. Wir machen eine kurze Pause. Auch heute treffen wir wieder auf eine Gruppe anderer Transälpler. Die Albrechtroute ist bekannt, aber das wussten wir ja schon :-)!

Weiter im Text. Nach der eher unattraktiven Schotterpistenabfahrt die ersten 250 Hm bis zur Alp Champatsch folgt ein toller Trail bis fast zum Talboden des Val Mustairs runter!

In Tschierv kehren wir auf Kaffee und Nussgipfel im Hotel Al Rom ein. Hier beendeten wir letztes Jahr die Etappe bereits, da ich am Ende meiner Kräfte war. Den Nachmittag verbrachte ich dann im Bett, während Benno auf den Ofenpass fuhr… Heute geht es selbstverständlich weiter und wir fahren ein Stück das Val Mustair runter.

Zwischen Fuldera und Valchava zweigt unsere Route rechts ab und der Aufstieg ins Val Mora beginnt! Dieser zieht sich rund 700 Hm auf einer teils steilen Schotterpiste hinauf. Je weiter wir nach oben kommen, desto mehr öffnet sich das Tal und offenbart uns seine unglaubliche Schönheit!

Bei der Scheune auf Döss Radond machen wir eine längere Pause. Wir kommen unter anderem mit einem Holländer und einem Deutschen ins Gespräch, welche ebenfalls mehrere Tage per Bike unterwegs sind.

Auch eine Herde Pferde begrüsst uns. Doch wie es scheint, interessieren die sich mehr für unsere Bikes.

Jetzt folgt ein absoluter Höhepunkt des Transalps. Denn als nächstes fahren wir ins Val Mora rein. Landschaftlich für mich etwas vom schönsten, was ich je gesehen habe.

Und auch bei meinem vierten Besuch hier haut mich die schiere Schönheit fast um. Es ist schlicht unbeschreiblich hier. Das Tal übt auf mich jeweils ein ganz spezielles Gefühl aus. Als hätte es eine ganz besondere Kraft, dieses Val Mora…

Regelmässig halten wir an, geniessen, schauen, saugen die Eindrücke auf, …, etc.

Und wenn Du denkst es kann nicht mehr besser kommen, wird aus der Strasse plötzlich ein Trail!

Dieser schlängelt sich in flowiger Manier stets etwas oberhalb des Baches der Moräne entlang. Ein Traum!

Glücklich und beinahe sprachlos über diesen Trail erreichen wir beim Passo Val Mora die dritte Landesgrenze unseres Alpencross. Ab sofort – und für die komplette zweite Hälfte der Tour – sind wir in Bella Italia! Das Grenzsteinfoto muss dann schon sein.

Danach geht’s für einen kurzen Moment spacig weiter. Dieses Geröllfeld ist jedes Mal aufs Neue faszinierend!

Gemütlich rollen wir die letzten Meter bis zum Lago di San Giacomo di Fraele.

Landschaftlich auch hier unglaublich schön!

Bei der Staumauer kehren wir beim Rifugio Val Fraele zu Kaffee und Kuchen ein. Es ist einiges los hier und wir treffen zwei weitere Transälpler an, welche wir gestern schon in der Abfahrt vom Fimbapass antrafen. Sie machen bereits Feierabend und werden hier übernachten.

Das Rifugio sieht nicht sehr geräumig dafür umso gemütlicher aus. Wäre sicher auch mal eine Möglichkeit, hier zu nächtigen. Da es aber erst Nachmittag ist, fahren wir weiter. Auch entscheiden wir hier, nicht wie geplant im Rifugio Monte Scale Park am Ende des Cancanosees zu schlafen, sondern gleich bis Bormio durch zu ziehen.
Die anschließende Weiterfahrt beginnt mit der Überquerung der Staumauer, welche sich in der Mitte der beiden Seen befindet.

Habe ich schon mal die unbeschreibliche Schönheit dieser Region erwähnt…?

So folgt wie vorher schon erwähnt der Lago di Cancano.

Dann verlassen wir dieses herrliche Tal und fahren dem kleinen Lago delle Scale entlang.

Einen Tick später kommen wir beim Torri di Fraele an. Von dieser alten Festung hat man einen schönen Blick auf die Strasse, welche nach Bormio hinunter führt. Genau da führt unser Weiterweg durch. So werden wir für einen Moment zu Gümmelern, wobei Silvan und ich einen Teil des kniffligen Trails fahren, welcher mehrere Male die Strasse kreuzt.

In Bormio angekommen finden wir nach kurzer Suche unser Hotel für die nächste Nacht. Wir werden im Baita dei Pini untergebracht sein. Die Zimmer sind geräumig und das Personal sehr freundlich. Hier lässt es sich aushalten.

Nach dem Check-in schlendern wir durch die Altstadt Bormios und gehen über zum Apéro.

Das Abendessen ist dann von vorzüglicher Art und wir lassen es uns im Restaurant Al Fino gut gehen. Die Bedienung erscheint ein bisschen gar steif doch das Essen ist hervorragend! Gerne wieder.

Was für ein Tag! Das Wetter hat mitgemacht und wir konnten den schönen Costainaspass und das umwerfende Val Mora in vollen Zügen genießen. Nun haben wir Halbzeit unserer Transalp. Bisher ist alles gut gegangen. Wir hatten nicht mal einen Platten und auch sonst nichts nennenswertes zu beklagen. So kann es weitergehen!

Distanz: 64 km / Fahrzeit: 4 h 54 min / Höhenmeter: 1’400 Hm

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6 Gedanken zu „Transalp 2017, 5. Etappe: S-charl – Bormio

  1. Ach das Val Mora – einfach traumhaft und nicht zu beschreiben. Ich hatte immer das Gefühl jetzt müssten dann gleich Winnetou und Old Shatterhand daher reiten.
    Freu mich schon auf die weiteren Etappen.

  2. vom Pass da Costainas bis zur Alp Mora kann ich jedes deiner worte unterschreiben, der rest ist mir (leider) noch unbekannt. ich habe mich anfangs im Val Vau noch gefragt warum da so viele biker unterweg sind, bis mir einer sagte, das hier eben die Albrechtroute enlang führt, diese war mir bis dahin unbekannt. aber nicht alle albrechtler scheinen so fit zu sein wie ihr, ich staunte wie viele schon aufwärts durchs Val Vau schoben. und dann kam das Val Mora, auch mir fehlten da fast die worte, unbeschreiblich schön. bei der Alp Mora bog ich dann links rauf ab …

    • Das Val Mora ist wirklich unglaublich schön! Das war bestimmt nicht das letzte Mal, dass ich/wir dort durchgefahren bin/sind.

      Wir haben dieses Jahr und auch schon letztes Jahr einige eher nicht so gute Beispiele gesehen, wie man eine Transalp fahren sollte oder eben nicht. Da hat es jeweils einen (zu) grossen Prozentsatz Biker, welche zum ersten Mal richtig in den Bergen sind und die Sache unterschätzen. Da kommen diverse Faktoren wie die mehrtägige Belastung, die Höhe, das Wetter, die Trails dazu, welche in den Vorbereitungen kaum beachtet werden…
      Daher waren wir schon dankbar, dass wir so fit waren. Wir kamen sauber durch und hatten keine nennenswerten Probleme.

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